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Nierentag: Top-Referenten informieren über das lebenswichtige Organ

09.03.2018
LHStv.in Prettner: Maßnahmen zur Prävention und Informationen über neueste Behandlungsmethoden beim Nierentag am 11. März in Villach - Jährlich rund 43.800 Dialysen in Kärnten


Klagenfurt (LPD). Von 40 auf knapp 400: Die Arge "Niere Kärnten", sie ist eine Teilorganisation der Arbeitsgemeinschaft Niere Österreich, wurde 1977 gegründet und erfährt regen, kontinuierlichen Zulauf. "Wir haben aktuell rund 400 Mitglieder - neben Nierenpatienten gehören auch Angehörige sowie unterstützende Mitglieder unserer Gemeinschaft an", informiert Obmann Gernot Waste. Anlässlich des Weltnierentages findet am Sonntag, 11. März, der "Nieren-Informationstag" im LKH Villach statt. "Eingeladen sind alle, ob Betroffene, Ärzte, Interessierte, die mehr über Nierenerkrankungen erfahren wollen", macht Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Freitag, aufmerksam.

Die Nieren erfüllen lebenswichtige Aufgaben. Sie entgiften den Körper, indem sie die Abfallprodukte des Stoffwechsels filtern. Sie regeln den Flüssigkeits- und Salzhaushalt und produzieren Hormone, etwa zur Steuerung des Blutdrucks oder zur Bildung der roten Blutkörperchen. "Ein Mensch hat rund sechs Liter Blut, diese Menge passiert etwa 300 Mal täglich beide Nieren. Täglich fließen demnach rund 1.800 Liter Blut durch die beiden Filterorgane in unserer Körpermitte", erklärt Waste. Erkrankt eine Niere oder fällt sie ganz aus, kann dies lebensbedrohliche Folgen haben. Bei schweren Funktionsstörungen ist daher eine Dialyse (Blutwäsche) oder eine Nierentransplantation nötig.

"Wie bei zahlreichen Erkrankungen kann man aber auch bei Nierenerkrankungen vorbeugen", weiß Gesundheitsreferentin Prettner. "Zu den ‚8 goldenen Regeln für eine gesunde Niere‘ zählt unter anderem, körperlich fit und aktiv zu bleiben. Denn fit zu bleiben, reduziert den Blutdruck und damit das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung", sagt sie. "Auch gesundes Essen mit reduzierter Salzzufuhr und eine ausreichende tägliche Trinkmenge können helfen, die Nieren gesund zu erhalten." Zudem schont Nichtrauchen die Nieren: "Rauchen reduziert die Durchblutung der Nieren. Das Risiko für Nierenkrebs ist bei Rauchern um 50 Prozent erhöht", macht Prettner aufmerksam.

In Kärnten stehen 81 Dialyseplätze zur Verfügung; jährlich werden in etwa 43.800 Dialysen durchgeführt. "Waren wir, was die Nierentransplantationen betrifft, 2011 im Bundesländervergleich noch an vorletzter Stelle, so befinden wir uns seit 2015 im guten Mittelfeld - absolut bemerkenswert ist aber, dass Kärnten mit 39,5 Organ-Spendern pro einer Million Einwohner den österreichweit höchsten Wert einnimmt", sagt die Gesundheitsreferentin.

Der "Kärntner Nieren-Informationstag" ist hochkarätig besetzt: Sabine Zitta von der Klinischen Abteilung für Nephrologie Graz referiert über Nierenlebendspende, Martin Kumnig von der Medizinischen Universität Innsbruck thematisiert die psychosozialen Aspekte in der Transplantations-Medizin, über Nieren und Frauengesundheit spricht. Sabine Horn vom LKH Villach. Zudem werden Nierenersatztherapien unter die Lupe genommen. Über das richtige Kochen für Nierenpatienten spricht Diätologe Michael Vilanek vom LKH Villach. Beginn der Veranstaltung ist 10 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos zugänglich.


Die "8 goldenen Regeln für gesunde Nieren" sind:

1. Körperlich fit und aktiv bleiben: Fit bleiben, reduziert den Blutdruck und damit das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung.

2. Regelmäßig den Blutzucker kontrollieren: Jeder 2. Diabetiker bekommt eine chronische Nierenerkrankung. Früherkennung ist besonders wichtig, weil Nierenschaden bei Diabetes verhindert oder verlangsamt werden können.

3. Blutdruck messen: Hoher Blutdruck ist die häufigste Ursache für chronische Nierenerkrankungen.

4. Gesund essen und Gewicht unter Kontrolle halten: Die Salzzufuhr sollte auf 5 bis 6 Gramm pro Tag reduziert werden (etwa 1 Teelöffel).

5. Gesunde Trinkmengen: Vernünftig ist eine durchschnittliche Trinkmenge von 1,5-2 Liter Wasser pro Tag. Damit wird den Nieren die Ausscheidung von Salzen, Harnstoff und toxischen Substanzen erleichtert. Eine ideale Trinkmenge kann für den Einzelnen aber nicht festgelegt werden, da sie von zahlreichen Faktoren abhängt.

6. Nicht Rauchen: Rauchen reduziert die Durchblutung der Nieren, was ihre Funktion behindern kann. Das Risiko für Nierenkrebs ist bei Rauchern um 50 Prozent erhöht.

7. Vorsicht bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme: Vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel können bei unkontrollierter und regelmäßiger Einnahme die Nieren schädigen.

8. Überprüfen der Nierenfunktion ist notwendig, wenn einer oder mehrere dieser Risikofaktoren bestehen:
• bei Diabetes
• bei Bluthochdruck
• bei Übergewicht
• wenn bei einem oder mehreren Familienmitgliedern eine Nierenerkrankung besteht



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm