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12. März 1938: So etwas darf nie wieder passieren

12.03.2018
LH Kaiser zum 80. Jahrestag des "Anschlusses": Engagement für die Demokratie ist der einzig wirkliche Dank an jene, die damals bereit waren, ihr Leben gegen die Barbarei einzusetzen


Klagenfurt (LPD). Das offizielle Österreich begeht den 12. März mit einem Staatsakt in der Hofburg. Bundespräsident Alexander Van der Bellen lud zu einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des "Anschlusses" an Nazi-Deutschland. Auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser nimmt heute, Montag, den Tag zum Anlass, um vor Not und Aussichtslosigkeit als "Nährboden für Rechtsextremismus" zu warnen sowie vor Gruppierungen, die mit "einfachen Lösungen" versuchten, sich an den Sorgen der Menschen zu bedienen. Die Aufgabe der Politik sei es, die Freiheit und die Sicherheit zu verteidigen sowie für eine humane Zukunft einzutreten.

"Das Ende der Ersten Republik war durch den Einmarsch deutscher Truppen am 12. März 1938 besiegelt", sagte der Landeshauptmann. Er erinnerte daran, dass schon am Vorabend Bundespräsident Wilhelm Miklas den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart zum Bundeskanzler gemacht habe, nachdem Kurt Schuschnig unter deutschem Druck abgetreten sei. Schließlich habe dann Adolf Hitler nur drei Tage nach dem Einmarsch am Heldenplatz den "Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich" verkündet. "So etwas darf nie wieder passieren ist eine zentrale Botschaft zum heutigen Jahrestag. Der 12. März ist ein sehr wichtiger Tag, denn all diese Geschehen sind nicht Vergangenheit, sie wirken bis heute", betonte Kaiser und verwies auf die Wichtigkeit der friedensbewahrenden Gemeinschaft der Europäischen Union. "Das europäische Friedensprojekt hat dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht in Not und Aussichtslosigkeit getrieben werden, denn das bereitet den Nährboden für Extremismus und Rassismus."

Es gehe immer wieder auch darum, Aufklärung, Zeitzeugentätigkeit zu übernehmen, Ge- und Bedenkkultur gegen das Vergessen und gegen das Verdrängen zu pflegen, damit jeder verstehe, was durch Demagogie und Hetze geschehen könne. "Engagement für die Demokratie ist der einzig wirkliche Dank an jene, die damals bereit waren, ihr Leben gegen die Barbarei einzusetzen", sagte Kaiser. Demokratie, Miteinander und internationale Solidarität drohten immer öfter zu Begriffen zu verkommen. Auch die Veränderung der Sprache zur Verniedlichung von Hetze und Menschenverachtung zeige, wie notwendig Aufklärung und Mahnung seien und wie sehr der Ruf "Wehret den Anfängen" Geltung habe. Aufgaben, die in einer von Drohgebärden und Kriegsrhetorik geprägten Welt nicht immer leicht fallen würden, die aber wichtiger denn seien. "Denn zu jeder Zeit ist es unsere Aufgabe, gegen extremistische Ideologien aufzutreten und für Menschlichkeit einzutreten. Wehren wir daher wirklich und wahrhaftig den Anfängen - Demokratie und Humanität müssen es uns wert sein", betonte der Landeshauptmann.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig