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WIRTSCHAFT

Hundert und einmal Sehen, Staunen und Entdecken: Die lange Nacht der Forschung

13.04.2018
LHStv.in Schaunig: Eine beeindruckende Leistungsschau heimischer Expertise und Innovation


Klagenfurt (LPD). Im Rahmen der achten Langen Nacht der Forschung wurden in allen neun Bundesländern aktuelle Projekte, neue Erkenntnisse und Technologien auf spannende, verständliche und unterhaltsame Weise präsentiert. Auch in Kärnten standen heute, Freitag, von 16 bis 23 Uhr 101 Stationen im Lakeside Park und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt bereit, die Leistungen heimischer Institutionen für die breite Bevölkerung zugänglich zu machen - von Schulprojekten bis zur Spitzenforschung. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich bei freiem Eintritt mit aktuellen Themen, die viele Lebensbereiche betreffen und unsere Zukunft beeinflussen, auseinandersetzen und mit Forscherinnen und Forscher diskutieren und sich austauschen.

Das vielfältige Programm wurde im Hörsaal A der Universität Klagenfurt durch Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig, Oliver Vitouch, Rektor der Universität Klagenfurt, Hans Schönegger, Geschäftsführer des Lakeside Parks und Erhard Juritsch, Vorstand des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, eröffnet. Als charmante Gastgeberin und Moderatorin fungierte Elisabeth Oberzaucher, Verhaltensbiologin an der Universität Wien und "Science Busterin", die ihren Gästen eingangs dezidierte Fragen zum Stellenwert von Forschung in unserer Gesellschaft und zu den Aufgaben und Zielen der Kärntner Forschungsinstitutionen stellte.

"Digitalisierung, Mikroelektronik, Industrie 4.0, Gesellschaft 4.0 sind für viele Menschen heute noch immer Schlagwörter, mit denen sie wenig Konkretes anfangen können - aber sie betreffen uns alle", betonte Schaunig in ihrem Statement und wies auf die durch die Landesregierung gesetzten Schwerpunkte und die Erfolgsbilanz der letzten Legislaturperiode hin: "Die Forschungsquote auf über drei Prozent zu steigern, wurde als erklärtes Ziel der vergangenen Legislaturperiode formuliert - und bereits 2015 erreicht." Laut Statistik Austria wurden in Kärnten für Forschung und Entwicklung (F&E) 2015 insgesamt 585,3 Millionen Euro ausgegeben, die F&E-Quote stieg auf 3,15 Prozent (von 2,86 Prozent im Jahr 2013). "Damit spielt Kärnten in der europäischen Top-Liga mit. Nur rund zehn Prozent der EU-Regionen weisen eine ähnliche Forschungsintensität auf. Unter insgesamt 276 EU-Regionen nimmt Kärnten den ausgezeichneten 15. Platz ein", so Schaunig.

Im österreichweiten Vergleich liegt die F&E-Quote Kärntens auf dem Niveau von Oberösterreich (3,18 %) und Tirol (3,14 %) und damit leicht über dem gesamtösterreichischen Wert (3,09 %). Die höchsten F&E-Quoten weisen die Steiermark (5,16 %) sowie Wien (3,66 %) auf. Der Forschungsstandort Kärnten, der traditionell sehr stark von unternehmerischer Forschung und Entwicklung beeinflusst ist, entwickelt sich äußerst positiv, die Zahlen stimmen. "Das ist natürlich auch auf die großartigen Leistungen und mutigen Innovationen der Kärntner Unternehmen zurückzuführen", stellte Schaunig klar. "Auch in der kommenden Legislaturperiode wollen wir unsere Forschungseinrichtungen weiterentwickeln und die Forschungsachse Süd inklusive des Lakeside Parks und des High Tech Campus Villach ausbauen und verbreitern", skizzierte sie die nähere Zukunft und stellte fest: "Im aktuellen Regierungsprogramm ist klar festgehalten, dass die Forschungsquote in Kärnten, durch die entsprechende Förderung bzw. Finanzierung und Unterstützung von Technologie- und Innovationsunternehmen sowie universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, weiter erhöht werden soll."

Das Land Kärnten setzt auch weiterhin auf das positive Triple-I aus Innovation, Investition und Internationalität, um nachhaltig gegen Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Armut anzukämpfen. Forschung, Hochtechnologien und Bildung sind Kärntner Stärken, die erfolgreich gebündelt werden und auch Ausdruck in Kooperationen, Cluster, Technologieparks und außeruniversitären Forschungseinrichtungen finden. Grundsätzlich sollen Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette angestrebt werden, mit der Schwerpunktsetzung Mikroelektronik und Sensorik.

An 41 Stationen an der Universität Klagenfurt und 60 Stationen im Lakeside Park konnten sich die Besucherinnen und Besucher nach der Eröffnung vom Leistungsangebot und Wirkungsbereich heimischer Spitzenforschung überzeugen. Dazu gehörten zwei Kinderstationen und sechs Stationen des Educational Labs, das nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene für Wissenschaft und Forschung begeistern soll. Im Vordergrund der Präsentationen des Educational Labs standen die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und die Frage, wie diese Sparten im Unterricht spannend und sinnvoll gestaltet werden können. Ansätze dazu waren - die experimentelle - Beantwortung der Fragen: "Wie fühlt sich Strom an?" und "Warum leuchten Käfer und Pilze im Dunkeln?" Im Lakeside Park wurde auch einer anderen interessanten Frage nachgegangen: Kann man Robotern vertrauen? Neben der Beschäftigung mit Robotik, Energiesystemen der Zukunft und der digitalen Welt, standen aber auch soziale, medizinische und politische Themen im Raum so z.B.: "Eingliederung - Mythos oder Realität? Flüchtlinge berichten.", "Was ist ein erotischer Film?", "Was hat Pizza mit Biodiversität zu tun?", "Das soll ich lesen?! Literarische Neuerscheinungen im Gespräch.", "Ich bin immer noch ich! - Wie sieht eine Reise in die Welt der Demenz aus?", "Demokratie lernen und leben - Beispiel Plattform Politische Bildung."

Das Rahmenprogramm zur Veranstaltung wurde abgerundet von einem Vortrag der Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner zum Thema "Das Vorurteil ist ein Bösewicht der Weltgeschichte (P. Ustinov). Die armen kranken Frauen und die bösen bösen Männer aus forensisch psychiatrischer Sicht." Für die musikalische Untermalung der langen Nacht sorgten "Danny & Bad Rats" mit Musik aus den 50er- und 60er-Jahren. Nebenbei hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, per SMS die beliebteste Station der Nacht zu küren und mit etwas Glück einen der 14 tollen Sachpreise abzuräumen.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Grollitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig