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Kärnten wird Pilotregion für Sportnachwuchsförderung in Schul-Unterstufe

17.04.2018
LH Kaiser, Verband Österreichischer Nachwuchsleistungssportmodelle und Schulsportleistungsmodell Kärnten informierten in Pressekonferenz


Klagenfurt (LPD). Ganze elf der 14 in Südkorea errungenen österreichischen Olympiamedaillen haben Athletinnen und Athleten aus dem Verband Österreichischer Nachwuchsleistungssportmodelle (VÖN) geholt. Derzeit tagt der VÖN mit rund 80 Teilnehmenden im Hotel Dermuth in Klagenfurt. Dabei wird u.a. an einem im Herbst startenden Pilotprojekt gearbeitet, mit dem man auch Zehn- bis 14-Jährige in den Schul-Unterstufen unterstützend erreichen will. Kärnten wird neben Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark eine der fünf Pilotregionen sein. Als Partnerschule für das Projekt ist in Kärnten das BRG/BORG mit der NMS in der Klagenfurter Hubertusstraße vorgesehen. Darüber wurde heute, Dienstag, in einer Pressekonferenz von Sport- und Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit dem VÖN und dem Schulsportleistungsmodell Kärnten (SSLK) informiert.

"Die Zukunft planen und nicht stehenbleiben", unter diesem Grundsatz wird in den Modellen zur Nachwuchsförderung gearbeitet, wie der Landeshauptmann meinte. Man wolle Spitzensport forcieren, ohne die Bildung zu vernachlässigen - ziehe dabei ein bewährtes duales System heran. Wie Kaiser ausführte, beginnt die Sport- und Bewegungsförderung in Kärnten schon bei den Jüngsten, etwa über die Bewegungskindergärten und Kooperationen mit Sportvereinen. Sie gehe dann über alle Schulstufen bis hin zum tertiären Bereich durch die Kooperation mit dem Universitätssportinstitut und die Initiative "Spitzensport und Studium". Der Landeshauptmann hob in diesem Zusammenhang auch die Unterstützung durch das Olympiazentrum Kärnten hervor. Als nur einige Beispiele erfolgreicher SSLK-Absolventinnen und Absolventen nannte er Matthias Mayer (Ski Alpin), Thomas Morgenstern (Skisprung), Lisa Zaiser (Schwimmen), Lisa Perterer (Triathlon), Marco Haller (Radsport), Daniela Ulbing (Snowboard) oder Markus Salcher (Paraski).

Ministerialrätin Katja Kosak vom Sportministerium ist für die Bundeskoordination des Nachwuchsbereiches verantwortlich. Sie verwies in der Pressekonferenz auf die neun Nachwuchskompetenzzentren in den Bundesländern und auf das angewandte Dreisäulenmodell aus Bildung, Sport und Trainingsumfeldbetreuung. Ziel sei es, "Drop-outs" einzudämmen.

VÖN-Vorsitzender Thomas Wörz führte aus, dass man derzeit 2.700 Talente in Österreich unterstütze. 136 Olympiamedaillengewinner seien bisher aus den Modellen hervorgegangen. 48 Bundesfachverbände würden mit 60 verschiedenen Sportarten von den Angeboten profitieren. Die athletische Umfeldbetreuung erfolge derzeit für 14- bis 19-Jährige, neben der Schule gebe es auch Modelle in Richtung Lehre.

Kärntens Bildungsdirektor Rudolf Altersberger sagte, dass Kärnten seit 20 Jahren vom SSLK profitiere. Die Bedeutung für Schule und Sport sei enorm. "Teilnehmende können so in beiden Karrieren erfolgreich sein - Medaillen hier und die Matura dort", meinte der Bildungsdirektor. Die Modelle würden jungen Sportlerinnen und Sportler vor allem auch Sicherheit geben.

Franz Wilfan vom SSLK sagte, dass in der Klagenfurter Partnerschule des Pilotprojektes eine Klasse mit 25 Schülerinnen und Schülern geplant sei. Zusätzlich werde ein Experte zu Talenten in die Regionen hinausgehen. Man wolle mit den Verbänden zusammenarbeiten, Eltern, Lehrer und Trainer vor Ort mit ins Boot holen. Es gehe um die vorsichtige Entwicklung der Talente. "Wir wollen das Betreuungsnetz enger machen", so Wilfan.

Snowboarder Hanno Douschan sprach als Absolvent des SSLK. Er ist früher jeden Tag vom Wohnort Maria Saal nach Spittal (neben Klagenfurt der zweite SSLK-Standort) mit dem Zug gependelt. "Es war eine Spitzenentscheidung", betonte Douschan und hob die ausgezeichnete, persönliche Betreuung hervor. Weil alle Aktiven, also Sommer- und Wintersportler, unterschiedlich unterwegs waren, mussten Schularbeiten immer an mehreren Terminen geschrieben werden. "Oft haben wir eine Schularbeit alleine oder nur zu zweit geschrieben", erinnerte sich Douschan schmunzelnd. Bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesend war Landessportdirektor Arno Arthofer.

Infos unter www.nachwuchsleistungssport.at bzw. www.sslk.at



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; SSLK
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Eggenberger