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Regierungssitzung 4 - Land Kärnten startet Fischotter-Managementplan

24.04.2018
LR Gruber: "Endlich Lösung für jahrelanges Problem in Sicht." Kärntner Landesregierung beschließt Fischotter-Verordnung


Klagenfurt (LPD). Nach jahrelangen Debatten zwischen Fischereiverantwortlichen, Tierschützern und der Landespolitik soll Kärntens Fischotter-Problem nun endlich gelöst werden. Eine Verordnung zur Regulierung des Fischotter-Bestands wurde heute, Dienstag, in der ersten Sitzung der Kärntner Landesregierung vom zuständigen Landesrat Martin Gruber eingebracht und vom Regierungskollegium beschlossen. Begleitend dazu präsentierte LR Gruber einen Fischotter-Managementplan. "Die Lage ist sehr ernst, es darf nicht länger zugewartet werden", unterstreicht LR Gruber die Wichtigkeit dieses raschen Beschlusses und verweist auf Flussabschnitte und Bäche, die bereits als praktisch fischleer gelten. Die autochthone Kärntner Bachforelle ist vom Aussterben bedroht.

Der große Unterschied zu vorangegangen Lösungsversuchen liegt in den Begleitmaßnahmen: gleichzeitig mit der Verordnung, welche die geordnete Entnahme von 43 Fischottern jährlich und damit die Aufhebung der Schonzeit regelt, wurde ein Fischotter-Managementplan gestartet. "Wir setzen hier die gelindesten Mittel ein und arbeiten gemeinsam mit Wildbiologen an nachhaltigen klaren Vorgehensweisen", erklärt Gruber. So wurde beispielsweise der bisherige Verordnungstext geändert, sodass beim Fang der Fischotter vordringlich Lebendfallen eingesetzt werden müssen. Zusätzlich wurden in Abstimmung mit der Naturschutzreferentin LR Sara Schaar folgende Neuerungen in den Verordnungstext eingearbeitet: eine Verlängerung der Schonfrist von 31. Oktober auf 30. November, die Anrechnung von registriertem Fallwild bei der Entnahmehöchstzahl von 43 Stück Fischotter pro Jahr sowie die Verdoppelung der Kontrollen der aufgestellten Lebendfallen von einmal auf mindestens zweimal täglich. Ein strenges begleitendes Monitoring sowie gezielt festgelegte Schutzgebiete sollen garantieren, dass die Regulierungsmaßnahmen schonend angewendet werden.

Der Fischotter-Managementplan, den LR Gruber nun umsetzt, wurde seit langer Zeit von Fischereiverantwortlichen und Experten eingefordert. "Ich möchte eine tragfähige, nachhaltige Lösung, die für mich nicht bei einer Verordnung aufhört", so der zuständige Referent. Der Management-Plan sieht als erste Maßnahmen u.a. die Förderung von Schutzzäunen für private Fischteiche und Fischzuchten sowie die Förderung von Schulungsmaßnahmen für Personen, die zur Entnahme der Fischotter berechtigt sind, vor.

"Wir werden hier eng mit dem Landesfischereiverband und der Landesfischereivereinigung zusammenarbeiten und weitere Maßnahmen planen", betont Gruber. Die zuständigen Experten in der Fachabteilung sind damit beauftragt, die Förderprogramme auszuarbeiten, die nach den Budgetverhandlungen auch entsprechend dotiert werden. Auch Kooperationen mit Wiederansiedelungsprojekten von Fischottern in Holland und Frankreich sollen geprüft werden. "Mit der Verordnung und dem begleitenden Managementplan legen wir nun eine gesamtheitliche Lösung vor, mit der wir Verantwortung übernehmen für das ökologische Gleichgewicht im Sinne der Biodiversität. Der Bestand des Fischotters wird reguliert, nicht beeinträchtigt, die Fischpopulation in Kärntens Flüssen hat die Möglichkeit sich zu regenerieren und bleibt nachhaltig erhalten", schließt Gruber.



Rückfragehinweis: Büro LR Gruber
Redaktion: Kornek-Goritschnig/Rauber