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Girls‘ Day: Berufliche Chancengleichheit durch Abbau von Klischees

26.04.2018
Start des diesjährigen Kärntner Girls‘ Day in der Treibacher Industrie AG. Frauenreferentin LR.in Sara Schaar und Frauenbeauftragte Michaela Slamanig starten gemeinsam mit dem Mädchenzentrum Klagenfurt ganzjährige Aktionen


Klagenfurt (LPD). Zum mittlerweile fünften Mal in dieser Form startete heute, Donnerstag, der Girls‘ Day in Kärnten und damit ein Projekt zur Förderung frühzeitiger Berufsorientierung abseits von Rollenklischees. Bei der Auftaktveranstaltung in der Treibacher Industrie AG hatten 30 Volksschülerinnen der VS Althofen die Möglichkeit, sich an drei Stationen zu erproben. Unter Anleitung von Lehrlingen konnten sie im Chemielabor experimentieren, physikalische Versuche durchführen und Schlüsselanhänger anfertigen.

"An der Wahl der Lehrstellen von Jugendlichen zeigt sich, dass Mädchen und Burschen noch immer sehr geschlechtertypische Berufe wählen. Ziel des Girls‘ Day ist es, frühzeitig und vielseitig aufzuzeigen, dass es viele Möglichkeiten, auch außerhalb von stereotypen Rollenbildern, gibt. Wir wollen Mädchen ermutigen, unter einer Vielzahl von Berufen auch technisch-handwerkliche zu berücksichtigen", sagte Frauenreferentin LR.in Sara Schaar.

Rund um den Girls‘ Day organisiert das Referat für Frauen und Gleichbehandlung des Landes Kärnten, in Kooperation mit dem Mädchenzentrum Klagenfurt, seit mittlerweile fünf Jahren ganzjährig erfolgreich Aktionen, um schon bei den Jüngsten Interesse für Technik, Handwerk und Naturwissenschaft zu wecken.

"Uns ist es ein Anliegen, die Aufmerksamkeit der Mädchen so früh wie möglich auch auf technische Berufe zu lenken und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in oft noch unbekannten Bereichen auszuprobieren", so Michaela Slamanig, Leiterin des Referats für Frauen und Gleichbehandlung Kärnten.

Anders als eintägige Aktionen am Mädchen-Zukunftstag findet der Kärntner Girls‘ Day das gesamte Jahr über statt. Mädchen der 3. und 4. Klasse Volksschule können im Zuge des Projektes nicht nur unterschiedliche Unternehmen und Institutionen besuchen, sie haben auch die Möglichkeit HTL-Schülerinnen in ihren Schulen zu besuchen und Role Models kennenzulernen. Darüber hinaus kann man geschulte Mitarbeiterinnen des Mädchenzentrums mit der mobilen Girls’ Day-Werkstatt und technisch-handwerklichen Workshops für Mädchen direkt an die Schulen holen.

Der Vorstand der Treibacher Industrie AG, Alexander Bouvier, ist überzeugt vom Konzept. "Für uns von der Treibacher Industrie AG ist der Girls‘ Day perfekt, um jungen Frauen und Mädchen die Themen Naturwissenschaft und Technik näherzubringen, denn Erlebnisse im Volksschulalter können die weitere Interessensbildung und damit auch die spätere Berufswahl wesentlich beeinflussen. So wollen wir einerseits Klischees und Vorurteile gegenüber der Industrie und andererseits veraltete Geschlechterrollen aufbrechen", so Bouvier.

Die beteiligten Unternehmen und Institutionen in diesem Jahr sind Infineon AG, Fundermax & W3C Kompetenzzentrum Holz, KFZ Erlach, Griffner Fertighaus und die Geislinger GmbH sowie das Institut für Informatikdidaktik der Alpen-Adria-Universität, die Fachhochschule Kärnten und die offene Werkstatt Feldkirchen.

"Der Bedarf ist da, das Projekt wird gut angenommen. Immer wieder bekommen wir Rückmeldungen von den Schülerinnen, wie viel Spaß es ihnen gemacht hat, mit Werkzeug zu arbeiten", sagt Christine Erlach, Geschäftsführerin des Mädchenzentrum Klagenfurt und Leiterin des Projekts. "Im Volksschulalter sind Kinder noch neugierig. Hier möchten wir ansetzen, Interessen wecken und Möglichkeiten aufmachen", so Erlach.

Nähere Informationen: www.ktn.gv.at/girlsday bzw. direkt beim Mädchenzentrum Klagenfurt unter 0463 508821.


Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Hrastnik/Rauber
Fotohinweis: Büro LR.in Schaar