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"Alkohol 2020": Startschuss mit Vertragsunterzeichnung

27.04.2018
LHStv.in Beate Prettner: Kärntner Gesundheitsfonds wurde heute mit Aufbau- und Umsetzungsphase des ambulant-therapeutischen Entzugskonzeptes beauftragt. Start mit den ersten 50 Patienten bereits 2019


Klagenfurt (LPD). Stress, Leistungsdruck, Einsamkeit, Altersisolation: Das sind laut Experten die Hauptursachen, in die Alkoholfalle zu rutschen. Die Hauptgruppe alkoholkranker Menschen in Kärnten sind Männer zwischen 40 und 55 Jahren, die gut situiert sind. Allerdings nimmt die Zahl der Frauen zu.

"Allerdings wenden sich nur knapp zehn Prozent der Alkoholabhängigen an Sucht- oder Entzugskliniken und werden mit qualifizierten Betreuungsangeboten erreicht", informiert Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Zum einen, weil Alkoholsucht mit einer Stigmatisierung verbunden sei, zum anderen, weil die wochenlangen stationären Aufenthalte sie aus dem Berufs- und Lebensalltag reißen würden. Das soll sich nun ändern - "und zwar mit dem Start der ambulanten Suchtbehandlungsform Alkohol 2020", so Prettner.

Kärnten hat Mitte Februar in der Landeszielsteuerungskommission beschlossen, das Konzept, das bereits in Wien erfolgreich getestet wurde, für unser Bundesland zu übernehmen. "Heute wurde der Vertrag mit dem Kärntner Gesundheitsfonds unterzeichnet. Zum Projektleiter bestellt wurde Günther Nagele", sagt Prettner.

Der Vertrag beinhaltet für vorerst vier Jahre den Auftrag für den Aufbau (1 Jahr) und für die Umsetzung (3 Jahre) des Projektes. Nagele soll bis 2019 "Alkohol 2020" zum Laufen bringen, sprich die strukturellen Rahmenbedingungen aufbauen und die notwendigen Voraussetzungen in den Ambulatorien schaffen. "Das Projekt selbst soll mit rund 50 Personen im Jahr 2019 bzw. mit 80 Patienten 2020 starten", erklärt Prettner.

"Alkohol 2020" wird es den Betroffenen ermöglichen, neben der Therapie weiter ihrer Arbeit nachzugehen. Das Behandlungskonzept umfasst sowohl kurative bzw. rehabilitative Komponenten als auch Elemente, die der Sozialarbeit zuzuordnen sind: "Mit diesem Konzept sollte es gelingen, mehr Alkoholkranke möglichst frühzeitig zu erreichen", sagt KGF-Geschäftsführer Gernot Stickler. Ziel sei es auch, dass Alkoholkranke im gesellschaftlichen Leben integriert bleiben.

Laut LHStv.in Prettner würde das Projekt in Wien zeigen, dass rund 70 Prozent der Alkoholabhängigen ambulant zu behandeln seien - "und daneben weiter ihren ‚normalen‘ Alltag mit Familie, Job und Freunden leben können." In Österreich gelten fünf Prozent der Bevölkerung als alkoholkrank. Zwölf Prozent konsumieren Alkohol in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß. Diese Zahlen gelten eins zu eins auch für Kärnten – „allerdings ist die Dunkelziffer viel höher“.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Rauber