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Tierschutz: Offensive gegen horrende Missstände bei Tiertransporten

04.05.2018
LHStv.in Prettner: Kampfansage der Tierschutzreferenten - Datenbank für Tierhalteverbote gefordert


Klagenfurt (LPD). "Tierschutzorganisationen berichten regelmäßig über massive Missstände bei Tiertransporten durch Österreich, europäische Nachbarländer und Drittstaaten. Ebenso werden teils horrende Bedingungen bei Schlachtungen in Ländern außerhalb der EU festgehalten. Die zuständigen Ministerien müssen reagieren", fordert die Kärntner Tierschutzreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Freitag. "Bei der heutigen Tierschutzreferentenkonferenz in Tirol haben wir daher eine Aufforderung an Ministerin Beate Hartinger-Klein verabschiedet, alle Möglichkeiten auch auf EU-Ebene zu prüfen, um dieses Tierleid zu stoppen", informiert Prettner. Viele der Tiere würden die qualvollen Strapazen gar nicht überleben - sie sterben in überhitzten Transportern.

Außerdem soll die Ministerin alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Tiertransporte in Nicht-EU-Länder zum Zweck der Schlachtung generell zu unterbinden. "Der österreichische EU-Ratsvorsitz soll nicht zuletzt dazu genützt werden, unsere hohen Standards als Vorbild zu diskutieren", forderte Prettner bei der Konferenz ein. Ihr sei es "ohnehin unverständlich, warum es möglich ist, dass Kälber, Schafe, Rinder etc. tausende Kilometer transportiert werden, um dann in Nicht-EU-Staaten grausam geschlachtet zu werden."

Auf großes Interesse stieß das von Kärnten und der Region Friaul-Julisch Venetien initiierte Interreg-Projekt bio-crime: "Es handelt sich dabei um eine Kampfansage gegen illegalen Heimtierhandel, vor allem mit Hundewelpen, im Alpen-Adria-Raum", informiert Prettner. Das Projekt soll kriminelle Aktivitäten verringern, mit dem Ziel, Gesundheit von Tieren und Menschen - Stichwort Krankheitsübertragungen - zu schützen. Kärnten sei sowohl Transitroute als auch Zielgebiet für illegale Tiertransporte bzw. Tierhandel. "Die andere Bundesländer möchten nun bio-crime als Anregung für ähnliche Projekte nehmen", so Prettner.

Einen breiten Raum bei der Konferenz in Tirol nahm zudem das Thema Tierhalteverbot ein. Die Tierschutzreferenten fordern dazu die Installierung eines zentralen, elektronischen Datenregisters: "Einerseits sollen darin alle Tierhalteverbote aufgelistet sein, andererseits aber auch jene Personen registriert werden, über die ein Tierhalteverbot ausgesprochen wurde. Letzteres muss selbstverständlich mit der neuen Datenschutzgrundverordnung in Einklang gebracht werden", hält Prettner fest.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm