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Land startet Kampagne für mehr Männer in Elementarpädagogik

07.05.2018
LH Kaiser stellte "Kinderbetreuung ist auch Männersache" in Klagenfurter BAfEP vor - Geschlechterstereotype aufweichen, Zukunftsjob Elementarpädagogik - Kärnten soll kinder- und familienfreundlichste Region werden


Klagenfurt (LPD). "Kinderbetreuung ist auch Männersache" heißt die Kampagne des Landes Kärnten, um den Anteil männlicher Pädagogen in der frühkindlichen Bildung und Erziehung zu steigern. Unter den 2.900 in der Elementarpädagogik Tätigen sind nämlich derzeit in Kärnten nur etwa 40 Männer. Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser informierte über die Kampagne heute, Montag, gemeinsam mit der Direktorin der Bundes-Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Klagenfurt, Marisa Krenn-Wache, und dem Elementarpädagogen Alexander Treffner. Die BAfEP besuchen aktuell 34 Burschen, die auch fast alle bei der Pressekonferenz anwesend waren. Die Landes-Kampagne läuft u.a. auf Facebook (www.facebook.com/KinderbetreuungKTN) und es gibt einen eigenen Kino-Spot mit Alexander Treffner als Vorbild und Testimonial.

"Kindererziehung ist eine gemeinsame Sache von Frauen und Männern. Das soll sich auch in der Kinderbetreuung widerspiegeln", betonte Kaiser. Er nannte die aktuelle Situation wörtlich ein "Problem". Daher wolle man mit der Kampagne des Landes sensibilisieren, Geschlechterstereotype aufweichen. Kaiser sprach vom "Zukunftsjob Elementarpädagogik". Es sei ein Beruf, der immer nachgefragt sein werde, in dem Beruf zur Berufung werden könne. Und die Elementarpädagogik habe eine enorme Bedeutung im Bildungsbereich. Die 34 Burschen in der BAfEP bezeichnete er in diesem Sinne als "Auserwählte".

"Wir wollen Kärnten zur kinder- und familienfreundlichsten Region der EU machen - und diese Kampagne ist dafür eine weitere Maßnahme", erklärte Kaiser weiters. So sollen auch die Einstiegsmöglichkeiten in das Berufsbild Kinderbetreuung erhöht und Karrierechancen verbessert werden. Der Landeshauptmann nannte die Pläne für ein entsprechendes Bakkalaureats-Studium an der Pädagogischen Hochschule Kärnten. Und er hob die Aus- und Fortbildungen beim Institut für Bildung und Beratung (IBB) hervor. Für die Kampagne "Kinderbetreuung ist auch Männersache" brauche man noch weitere Partner, "die etwas unterstützen wollen, das der Gesellschaft gut tut", so Kaiser.

Der Landeshauptmann nannte außerdem einige Zahlen. So gebe es in Kärnten 660 öffentliche und private Kinderbetreuungseinrichtungen inklusive der Tageseltern. Sie würden kärntenweit fast 21.000 Kinder besuchen, davon 2.893 eine Krippe oder Kindertagesstätte und 11.382 einen Kindergarten. Da von den 2.900 in der Elementarpädagogik Tätigen nur etwa 40 Männer seien, bedeute es, dass den über 11.000 Kindern in den Kindergärten lediglich 20 männliche Elementarpädagogen gegenüberstehen. Bei einem Betreuungsschlüssel von zwei Pädagoginnen/Pädagogen in den Krippen bzw. drei in den Kindertagesstätten auf je 15 Kinder, bedeute es zugleich, dass rechnerisch für 578 Kinder nur ein männlicher Pädagoge zur Verfügung stehe.

Auch Direktorin Krenn-Wache hob die Bedeutung von Männern in der elementarpädagogischen Betreuung insbesondere der Null- bis Sechsjährigen hervor. Die 34 Burschen, die aktuell die BAfEP besuchen, bedeuten laut ihr einen Anteil von rund sieben Prozent. Für das nächste Schuljahr seien mindestens zehn weitere Burschen fix aufgenommen.

Elementarpädagoge Treffner ist seit 14 Jahren in diesem Beruf, er ist im Kindergarten Villach-Völkendorf tätig. "Ich habe mich für einen Beruf entschieden, in dem ich ich sein kann", sagte er. Mit Vorurteilen sei er nie konfrontiert gewesen, auch in seinem Umfeld sei der "frauentypische" Beruf nie Thema gewesen, berichtete er.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just