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Natura 2000-Gebiet Bleistätter Moor: Wachsende Artenvielfalt und touristische Impulse

29.05.2018
LR Schaar: Ziel ist es, das nördliche und südliche Flutungsbecken zur Gänze als Natura 2000-Gebiet auszuweisen - LR Zafoschnig: Sanierung des Moors und Entwicklung des Slow Trails ist optimales Zusammenspiel zwischen Ökologie und Tourismus


Klagenfurt (LPD). Wasserfledermaus, Moorente und Nachtfalter: Das Bleistätter Moor hat sich zu einem Refugium der Artenvielfalt "gemausert" und es entwickelt sich hier auch ein besonders artenreiches Vogelschutzgebiet. "Mit der Flutung und Renaturierung des Bleistätter Moors wurde ein wichtiges Naturschutz-Projekt umgesetzt, mit dem der Ossiacher See sein ökologisches Gleichgewicht und viele Tiere und Pflanzen ihre Feuchtlebensräume zurück bekommen haben", freute sich Umwelt- und Naturschutzlandesrätin Sara Schaar heute, Dienstag. Gemeinsam mit Tourismuslandesrat Ulrich Zafoschnig, Vertreterinnen und Vertretern der Umweltabteilung des Landes und der Ornithologin Ulrike Knely machte sie eine Führung durch das Bleistätter Moor. "Mir ist es wichtig, dass eine breite Öffentlichkeit über den Mehrfachnutzen, die dieses Vorzeigeprojekt sowohl für den Naturschutz als auch den Tourismus mit sich bringt, erfährt", betonte Schaar.

Zafoschnig sieht in der Sanierung des Bleistätter Moors und der Entwicklung des Slow Trails als Angebot für den sanften Tourismus das optimale Zusammenspiel zwischen Ökologie und Tourismus. Davon würden die gesamte Region und das Tourismusland Kärnten profitieren. "Mit dem Bleistätter Moor haben wir ein völlig neues Naturerlebnis in der Ostbucht des Ossiacher Sees geschaffen, das auch für die touristische Nutzung attraktiviert wurde. Nicht nur eine neue Wasserfläche wuchs, sondern der gesamte Bereich wurde neu inszeniert. Dieses Angebot ist für Gäste wie für Einheimische gleichermaßen wertvoll", ist Zafoschnig erfreut. Rund elf Millionen Euro flossen in den letzten Jahren in die Sanierung. Gemeinsam mit der Gemeinde Steindorf wurde dabei auch in die touristische Infrastruktur investiert. "Mehrere Strecken führen nun als Slow Trails, als leicht begehbare Kurzwanderwege, durch das Gebiet. Ergänzend dazu wurden Erlebnisplätze wie beispielweise Aussichtsplattformen und Entspannungsorte geschaffen, um das Natur-Aktiv-Erlebnis für Einheimische und Gäste zu perfektionieren", strich Zafoschnig hervor. Man setzte damit einen weiteren Schritt zur Umsetzung der Kärntner Tourismusstrategie, die Kärnten als Destination mit der höchsten Konzentration südlicher Lebensqualität in Österreich positioniere. "Mit den touristischen Inszenierungen schaffen wir im Tourismusland Kärnten weitere Angebote, um den Urlaub in der Natur erlebbar zu machen und den Tourismus nachhaltig zu stärken", so Zafoschnig.

Umweltabteilungsleiter Harald Tschabuschnig und seine Stellvertreterin Barbara Pucker unterstrichen: "Die Flutung und Renaturierung des Bleistätter Moores ist das Ergebnis einer vieljährigen Kooperation zwischen Fachleuten aus den Bereichen Gewässerökologie, Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus. Alle - und insbesondere auch die örtliche Bevölkerung - profitieren davon, daher haben wir hier eine Win-win-Situation geschaffen." Die Flutung des 80 Hektar großen Gebietes wurde im Frühjahr 2017 eingeleitet. Von über 200 hier beobachteten Vogelarten konnten auch einige Raritäten nachgewiesen werden. Knely, die über ihren Verein "Natour erLeben" regelmäßig Führungen durch das Schutzgebiet anbietet, freut sich über die Entwicklung: "Zum ersten Mal brüten Moor- und Bergenten, die vom Aussterben bedroht sind, im Moor."

Vor der Flutung wurde das belastete Moor saniert und dient seither als "Filter" für die Tiebel und die bis dahin zusätzlich eingebrachten Pumpwässer. Die Wasserqualität des Ossiacher Sees, die regelmäßig von der Umweltabteilung beprobt und analysiert wird, hat sich bereits nachweislich verbessert. Ein deutliches Zeichen dafür ist das vermehrte Auftreten von Wasserpflanzen.

Aktuell wird die Erweiterung des Natura 2000-Gebietes vorbereitet. "Ziel ist es, sowohl das nördliche als auch das südliche Flutungsbecken zur Gänze als Natura 2000-Gebiet auszuweisen", erklärte Schaar. Derzeit laufe das Begutachtungsverfahren durch die Umweltabteilung. "Verläuft dieses positiv, wird die geplante Erweiterung des Natura 2000-Gebietes in einer der nächsten Regierungssitzungen eingebracht und im Anschluss der EU-Kommission gemeldet", so die Landesrätin zum Prozedere. Damit würde sich das EU-Schutzgebiet von derzeit 80 auf etwa 101 Hektar vergrößern.



Rückfragehinweis: Büros LR Schaar/LR Zafoschnig
Redaktion: Pinter/Hetzel/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Schaar