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Flächendeckende Ausrollung der neuen ELGA-Funktion startet in Kärnten

30.05.2018
LHStv.in Prettner: "e-Medikation" bringt mehr Sicherheit für Patienten und Ärzte - rasch, unbürokratisch und österreichweit


Klagenfurt (LPD). Die vielfältigen Anwendungsgebiete der elektronischen Gesundheitsakte ELGA werden in Kärnten um einen wichtigen Punkt erweitert: Ab Mitte Juni startet die flächendeckende Ausrollung der "e-Medikation" im niedergelassenen Bereich!

Über die wesentlichen Vorteile dieses Service informierten heute, Mittwoch, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner, Vertreter der KGKK sowie der Ärzte- und Apothekerkammer. Neben dem "e-Befund" ist die "e-Medikation" eine Funktion, in der die von Ärztinnen und Ärzten verordneten und in der Apotheke ausgegeben Medikamente in die sogenannte e-Medikationsliste gespeichert werden.

Zudem ist es möglich, auch nicht rezeptpflichtige, aber wechselwirkungsrelevante Medikamente ebenfalls in die e-Medikationsliste einzutragen, wofür lediglich die e-card in der Apotheke gesteckt werden muss. "Mit der e-Medikation soll ein noch besserer Servicecharakter für Patienten und Ärzte erreicht werden. Ein Überblick über alle Medikamente auf einen Klick bedeutet nicht nur für die Patienten mehr Sicherheit - auch für die Ärzte wird es leichter, diagnostische Aussagen in ganzheitlicher Betrachtung ihrer Patienten zu treffen", betont Prettner.

"Um noch mehr Patientensicherheit zu gewährleisten und unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden, ist die Ausrollung der österreichweiten "e-Medikation" ein wichtiger Schritt im Gesundheitsbereich", weiß auch KGKK-Direktor Johann Lintner. Denn: Viele Patientinnen und Patienten nehmen gleichzeitig mehrere Medikamente ein, die nicht nur von der Hausärztin oder vom Hausarzt, sondern auch von Fachärztinnen oder Fachärzten oder von Ärzten in Krankenhäusern verordnet wurden. Zusätzlich werden häufig in der Apotheke empfohlene rezeptfreie Arzneimittel gekauft. Daher ist es oft für Patientinnen und Patienten sowie für Gesundheitsdienstanbieter (Ärzte, Apotheker etc.) schwierig, den Überblick zu bewahren und Wechselwirkungen zu verhindern.

"Neben der Überprüfung unerwünschter Wechselwirkungen oder unnötiger Doppelverschreibungen führt die flächendeckende Einführung der "e-Medikation" durch die Standardisierung der Medikationsdaten zu einer Verbesserung der Datenqualität, zu einem besseren Zusammenspiel der verschiedenen Akteure. Durch die rasch verfügbaren Informationen kann auch die Qualität in der Therapie gesteigert werden", ergänzt Elke Jenkner, Vertragspartnerabteilungsleiterin und e-Medikations-Koordinatorin in Kärnten.

Die Ausrollung der "e-Medikation" in Kärnten ist in die Region OST (Klagenfurt, Klagenfurt-Land, St. Veit an der Glan, Völkermarkt und Wolfsberg) sowie in die Region WEST (Feldkirchen, Hermagor, Spittal an der Drau, Villach und Villach-Land) eingeteilt - der letzte Verpflichtungstermin ist am 14. Juni 2018.

Im niedergelassenen Bereich sind nun Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, verordnete Medikamente in der "e-Medikation" zu speichern. Behandelnde Ärztinnen und Ärzte können, sobald ein aufrechtes Behandlungsverhältnis besteht und sich die Patientinnen und Patienten nicht von ELGA bzw. dieser ELGA-Funktion abgemeldet haben, die e-Medikationsliste ihrer Patientinnen und Patienten einsehen und anhand dieser Grundlage neue Verordnungen auf eventuelle unerwünschte Wechselwirkungen prüfen. Nach der Speicherung in die e-Medikationsliste wird ein Rezept mit einem speziellen Code gedruckt. Durch das Scannen des Codes auf dem Rezept kann die Apotheke die Abgabe der verordneten Medikamente in der e-Medikationsliste speichern. Zudem wird es auch in den Apotheken ein e-card-System geben. Wenn die e-card in der Apotheke gesteckt wird, können rezeptfreie Medikamente, welche in der Apotheke zusätzlich erworben werden, gespeichert werden und die Apotheke kann die gesamte e-Medikationsliste für eine Wechselwirkungsprüfung oder Beratung abrufen.

Die Datensicherheit wird hier sehr hochgeschrieben! Die e-Medikationsdaten werden zentral und verschlüsselt im Verantwortungsbereich der Sozialversicherung gespeichert. Keinerlei Daten werden auf der e-card gespeichert.

"Zum Wohl und für die Gesundheit der Patientinnen und Patienten ist es wesentlich, dass alle Gesundheitsberufe einen Überblick über die eingenommen Medikamente haben. Seitens der Apotheke empfehlen wir, dass auch die rezeptfreien Präparate eingetragen werden, denn nur ein umfassender Überblick über alle Medikamente ist aussagekräftig", erklärt Jutta Polligger-Juvan, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Kärnten.

Mit der Möglichkeit des sogenannten "Situativen Opt-Out" können Patientinnen und Patienten gegenüber ihrer behandelnden Ärztin bzw. ihrem Arzt bei der Verordnung angeben, dass ein bestimmtes Medikament nicht in ihre e-Medikationsliste eingetragen werden soll. Ist dies der Fall, dann scheint dieses Medikament zwar auf dem Papierrezept und in der Dokumentation der Ärztinnen und Ärzte auf, nicht jedoch in der e-Medikationsliste.
Über das ELGA-Portal unter www.gesundheit.gv.at können Bürgerinnen und Bürger alle eigenen ELGA-Gesundheitsdaten (e-Befunde, e-Medikationsliste) selbst einsehen. Voraussetzung dafür ist eine Handysignatur oder Bürgerkarte (www.buergerkarte.at).

ELGA-Serviceline 050 124 4411 werktags von Montag bis Freitag von 7:00 bis 19:00 Uhr Weitere Informationen: www.gesundheit.gv.at (Zugang ELGA-Portal) oder unter www.elga.gv.at.
Die ELGA Ombudsstelle Kärnten ist unter 050 536 57201 von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr bzw. nach Terminvereinbarung im Völkermarkter Ring 31, 9020 Klagenfurt bzw. unter elga-ombudsstelle@ktn.gv.at erreichbar.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Leifert/Robitsch
Fotohinweis: KGKK/Eggenberger