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Regierungssitzung 3 - Mobile Beratung für Sexdienstleisterinnen wird fortgesetzt

05.06.2018
LHStv.in Prettner, LR.in Schaar: Vorrangige Themen in der mobilen Beratung sind Arbeits- und sozialrechtliche sowie gesundheitliche Angelegenheiten


Klagenfurt (LPD). Laut Landeskriminalamt gibt es in Kärnten aktuell 27 genehmigte Bordellbetriebe, in denen 350 bis 370 Sexdienstleisterinnen legal arbeiten. Vor knapp zwei Jahren wurde das Beratungsangebot, das sich an Frauen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen, vom Referat für Frauen und Gleichbehandlung als Pilotphase installiert und gemeinsam mit der Gesundheitsabteilung des Landes umgesetzt.

Mit dem Projekt wurde einer Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit über gesundheitliche Vorkehrungen für Personen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen, Rechnung getragen, die am 1. Jänner 2016 in Kraft getreten ist.

"Die enge Kooperation mit den Gesundheitsämtern, die österreichweit einzigartig ist, hat sich bewährt", berichtet Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. Laut Kärntner Prostitutionsgesetz müssen sich Sexdienstleisterinnen alle sechs Wochen im jeweiligen Gesundheitsamt einem Check unterziehen. "Die mobile Beraterin ist zu den Untersuchungszeiten anwesend, steht für Fragen der Frauen zur Verfügung und informiert über Unterstützungsangebote. Vorrangige Themen, die die Sexdienstleisterinnen beschäftigen, sind arbeits- und sozialversicherungsrechtliche, aber auch gesundheitliche Angelegenheiten", so Prettner.

"Das Beratungsangebot ist niederschwellig und leistet einen wichtigen Beitrag, Illegalität durch Aufklärung und Hilfestellungen zu reduzieren", weiß Frauenreferentin LR.in Sara Schaar.

Die Beratungen finden regelmäßig, in Klagenfurt und Villach wöchentlich, in den Bezirken ein Mal im Monat, in den Gesundheitsämtern statt. Schaar: "In den ersten 10 Monaten des zweiten Projektjahres wurden insgesamt 386 Beratungen durchgeführt, 256 davon waren Erstberatungen."

Laut Landeskriminalamt trägt das Beratungsangebot wesentlich zu einer verbesserten Erkennung von Opfern von Menschenhandel und Gewalt bei und ermöglicht auch eine bessere Verfolgung dieser Straftaten. "Ohne eine solche Beratung sind Sexdienstleisterinnen, die häufig aus dem Ausland kommen und über mangelhafte Deutschkenntnisse verfügen, darauf angewiesen, sich auf die Informationen derer zu verlassen, die an ihren Dienstleistungen mitverdienen", weiß Frauenreferentin Schaar. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Prävention von sexuell übertragbaren Erkrankungen gelegt.

Eine Zusammenfassung der Rechte und Pflichten von Sexdienstleisterinnen bietet auch eine Broschüre mit dem Titel "Sexwork Info", die in den Sprachen Deutsch, Englisch, Ungarisch, Bulgarisch, Rumänisch, Tschechisch und Mandarin erschienen ist und in den Gesundheitsämtern aufliegt. Sie ist auch als Download unter http://www.frauen.ktn.gv.at/290504_DE verfügbar.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner, LR.in Schaar
Redaktion: Leifert/Pinter/Rauber