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Deutschklassen: LH Kaiser ad Bundesregierung: "So wird das nicht funktionieren!"

09.06.2018
Kärntner Landeshauptmann warnt vor unausgegorenem Schnellschuss: "Kärnten ist nicht Wien. Schulen in Bundesländern haben unterschiedliche An- und Herausforderungen"


Klagenfurt (LPD). Ein Überdenken der Pläne der Bundesregierung zur Einführung flächendeckender Deutschklassen fordert Kärntens Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser heute, Samstag. Angesichts der zunehmenden Kritik von Experten an einer übereilten Umsetzung in der geplanten Form bereits ab Herbst, sei eine Aussetzung ein Gebot verantwortungsbewusster Politik. "Mit der Bildungspolitik werden die maßgeblichsten Rahmenbedingungen für die Entwicklung und die Lebenschancen unserer Kinder und Jugendlichen gesetzt. Da braucht es Sensibilität und nicht eine per Holzhammer verordnete Umsetzung irgendwelcher vermeintlicher populistischer Wahlkampfschlager", macht Kaiser deutlich.

Nicht nur, dass die Pläne inhaltlich "löchriger als Schweizer Käse" seien - u.a. fehlender Lehrplan, fehlende eigene Klassenräume, fehlende zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer, fehlende zusätzliche Finanzmittel - sei es kurzsichtig zu glauben, dass mit einem einheitlichen am Reißbrett entworfenen Plan, die demografisch und geografisch unterschiedlichen Anforderungen sinnvoll bewältigt werden können. "Kärnten ist ebenso wenig Wien wie Vorarlberg", so Kaiser, der auch die Grundintention der beschlossenen Schulreform gefährdet sieht. "Die Politik war sich zumindest einig, dass die Schulen mehr Verantwortung und Autonomie bekommen sollen, weil sie vor Ort viel besser einschätzen können, wie man Stärken der Schüler forcieren und Schwächen beheben kann. Diesem sinnvollen Ansatz stehen die Pläne dieser Bundesregierung diametral entgegen. Und das schadet letztlich den Kindern", so Kaiser.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Sternig