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Entwicklungspolitik erhält eine neue Notwendigkeit

14.06.2018
LH Kaiser bei der konstituierenden Sitzung des Entwicklungspolitischen Beirates - Entwicklungspolitik muss in Zeiten von Terror, Gewaltbereitschaft und Hunger neuen Stellenwert bekommen

Klagenfurt (LPD). Am Mittwoch, 13. Juni, trat der Entwicklungspolitische Beirat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Der Entwicklungspolitische Beirat (EPB) wurde 1995 eingerichtet, um die "Landesregierung bei der Erörterung und Koordination entwicklungspolitisch relevanter Entscheidungen" zu beraten.
In Zeiten von massiven Bedrohungen wie beispielsweise Terror, Hungersnöten und Katastrophen erhält das Bewusstsein für die Entwicklungsarbeit eine neue Notwendigkeit. "Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Kriege und Naturkatastrophen zwingen Menschen ihre Heimat zu verlassen. Es ist auch unsere Aufgabe, jenen, denen es nicht so gut geht vor Ort zu helfen und ihnen damit einen lebenswerten Alltag zu ermöglichen", so Landeshauptmann Peter Kaiser.

In der konstituierenden Sitzung wurden auch sechs neue Projektanträge behandelt und einstimmig angenommen. In erster Linie handelt es sich dabei Bildungsmaßnahmen vorwiegend für Frauen und Kinder, um Gesundheitsvorsorgeprojekte sowie Baumaßnahmen, die vom Land Kärnten in Summe mit rund 55.000 Euro gefördert werden. Der Beirat hat die eingereichten Projekte im Vorfeld auf ihre Förderwürdigkeit hin beurteilt. "Ich danke Allen, die bereit sind, selbst aktiv als Volontär tätig zu sein und damit freiwillige Arbeit im Dienste der sozial Schwächeren zu leisten. Diese Tätigkeit trägt nicht nur zur eigenen gedanklichen Horizonterweiterung bei - sie ist auch eine ganz wichtige Unterstützung für die Betroffenen vor Ort", unterstreicht Kaiser.

Den Richtlinien entsprechend müssen Projekte einen Bezug zu Kärnten haben und die Bewusstseinsbildung vor Ort und in Kärnten forcieren. Vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe muss mit den Projekten sichergestellt sein. Jährlich werden zehn Projekte gefördert. Die Einreichfrist für neue Projekte endet mit dem 31. Oktober 2018.

Zu den am Mittwoch beschlossenen Projekten zählen die Friedensarbeit und Gewaltprävention mit Mädchen und Frauen in Kolumbien, die medizinische Ausstattung für eine Geburtenstation in Uganda, die Inbetriebnahme eines Schülerheimes für ethnische Minderheiten in Bangladesch, die Einrichtung für ein Physiotherapiezentrum in einem Kinderkrankenhaus in Nigeria oder ein Alphabetisierungs-, Bildungs- und Gesundheitsvorsorgeprogramm in Angola

Es werden aber auch Volontariatseinsätze junger Kärntnerinnen und Kärntner finanziell unterstützt, die für mindestens zwei Monate in einer sozialen oder kirchlichen Einrichtung in einem Land, mit dem eine Entwicklungszusammenarbeit besteht, ihre freiwillige Arbeit versehen und die Kosten ihres Aufenthaltes zum Großteil selbst tragen.

Zusammengesetzt ist der Entwicklungspolitische Beirat mit je einem Vertreter der im Landtag vertretenen Parteien, einem Vertreter der Universität, des Landesschulrates, der Diözese Gurk, der Evangelischen Diözese Kärnten, des Kärntner Caritasverbandes, des Bündnis für eine Welt, mit vier Vertretern des Dachverbandes Entwicklungspolitischer Organisationen sowie einem Vertreter des Slowenischen Seelsorgeamtes und dem Dialogforum Zusammenleben.


Entwicklungspolitischer Beirat, ordentliche Mitglieder, Neukonstituierung Juni 2018:

Vorsitz\tLH Dr. Peter Kaiser
SPÖ, NEU: Harry Koller, Renner Institut Kärnten
FPÖ ,NEU: Mag. Isabella Theuermann
ÖVP: Mag. Udo Puschnig
Liste Köfer, NEU: Roberta Lindenberg
Alpen Adria Universität: ao.Univ.-Prof.Dr. Georg Gombos
Landesschulrat für Kärnten: Mag. Gerlinde Duller
Diözese Gurk: Mag. Johannes Rosenzopf SDB
Evangelische Diözese Kärnten NEU: Pfr.in Mag.a Lydia Burchhardt
Kärntner Caritasverband: Mag. Alexandra Blattnig
Bündnis für Eine Welt: MMag. Utta Isop
Dachverband Entwicklungspolitischer Organisationen
(4 Vertreter):\tRosi Pichler-Taumberger, Weltladen Klagenfurt; Mag. Hans Jordan, SBG Brasilien; NEU: Stefan Salzmann Vorsitzender der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft in Kärnten; Greta Adam-Kesselbacher Verein Solidarität mit Nicaragua;
Slowenisches Seelsorgeamt: Josef Kopeinig
Dialogforum Zusammenleben: Dr. Viktorija Ratkovic vom Zentrum für Friedensforschung und -bildung, AAU



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Robitsch/Germann