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Neues Riesen-Infineon-Forschungsprojekt in Villach

14.06.2018
LH Kaiser: iDev40 hat in seiner inhaltlichen Ausrichtung und internationalen Dimension eine gewaltige Bedeutung für den Technologie-Standort Kärnten


Klagenfurt (LPD). Ein weiterer Meilenstein für das Technologieland Kärnten wurde heute, Donnerstag, bei Infineon Austria am Standort Villach präsentiert: Das europäische Forschungsprojekt iDev40 setzt unter dem Credo "Alles digital" auf Vernetzung von der Idee bis zum Kunden. Gemeinsam mit hochrangigen Vertretern der EU, des Bundes, und von Infineon informierte Landeshauptmann Peter Kaiser im Rahmen eines Pressegespräches.

"Dieses Projekt ist die Kooperation, die Zusammenarbeit über Grenzen und Regionen hinweg, die Zusammenführung von Wissen und damit der Rückgewinn von verlorenem wirtschaftlichen Terrain", sagte der Landeshauptmann. Das Forschungsprojekt habe in seiner inhaltlichen Ausrichtung und internationalen Dimension eine gewaltige Bedeutung für den Technologie-Standort Kärnten. Das Land habe sich mit einem "Mind-Change" in Richtung 4.0 und Bündelung von Wissen für Mikroelektronik richtig entwickelt. Mit Silicon Austria und dem Carinthian Tech Research gehe diese Entwicklung positiv weiter. In diesem Zusammenhang verwies der Landeshauptmann auf die Forschungsachse Süd mit der Steiermark über die Forschungsgesellschaft Joanneum Research, an der mittlerweile auch das Burgenland beteiligt sei. "Wir arbeiten hier arbeitsteilig über Grenzen hinweg, was uns großes Lob und Anerkennung von der Europäischen Kommission gebracht hat", so Kaiser.

Auf die große Bedeutung des konkreten Projekts bezogen, berichtete der Landeshauptmann von der Unterzeichnung eines Memorandum of Unterstanding vom 16. September 2015. Damit hätten die EU-Initiative ECSEL JU und das Land Kärnten den Grundstein für eine intensive Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Innovation gesetzt.

Hingewiesen hat Kaiser auch auf die sehr positive Entwicklung des Landes im Bereich Forschung & Entwicklung. Habe es 2015 18,9 Milliarden Euro an Wertschöpfung gegeben, so seien es 2017 knapp unter 21 Milliarden gewesen. "Mit unserer konsequenten Ausrichtung auf Technologie sowie Forschung&Entwicklung mit speziellem Fokus auf Mikroelektronik führen wir Kärnten an die Spitze der EU-Regionen heran, erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch den Wohlstand. Das Projekt iDev40 ist ein weiterer Meilenstein für das Technologieland Kärnten", sagte der Landeshauptmann.

"Mit dem von Infineon Austria koordinierten Forschungsprojekt iDev40 startet aktuell eines der größten Industrie 4.0-Projekte Europas rund um digitale Vernetzung", sagte Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG. Digitalisierung sei die größte Chance für Europa. "Es ist der Wettbewerb der besten Köpfe und wir lösen uns damit vom Wettbewerb der billigsten Hände." Das aktuelle Projekt sei die Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Idee bis zum Kunden und bereits eine Komponente der Großinvestition in Kärnten. iDev40 sei eines der größten Projekte in Europa, mit 38 Partnern aus sechs Ländern und 48 Millionen Investitionsvolumen. "Es läuft drei Jahre unter der Leitung von Infineon Austria, da wir schon sehr häufig unsere Kompetenz bewiesen haben", sagte Herlitschka. ECSEL JU biete einen perfekten Rahmen und es sei ein Beitrag zur Re-Industrialisierung. Ein Arbeitsplatz habe einen Multiplikationseffekt und führe zu drei weiteren Arbeitsplätzen. "Wir wollen die Chance der Digitalisierung offensiv nutzen", betonte die Vorstandsvorsitzende und lobte die besonders gute Zusammenarbeit mit Landeshauptmann Kaiser.

Jochen Hanebeck, Chief Operations Officer Infineon Technologies AG, verwies ebenfalls auf die große Chance der Digitalisierung. "Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit von Europa erhöht." Besonders hervorgehoben hat Hanebeck die Wichtigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Wir wollen diese weiterentwickeln und Arbeitsplätze neu erfinden." So würde bereits in sogenannten "Smart rooms" - obwohl kilometerweit entfernt - zusammengearbeitet.

Wie alle Teilnehmer der Pressekonferenz betonte auch Max Lemke, Bereichsleiter der Europäischen Kommission, Generaldirektion "CONNECT", die Wichtigkeit dieses strategischen Projekts für die Wettbewerbsfähigkeit. Er lobte Österreich und Kärnten - hier werde die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt. "In Villach beispielsweise der Mikroelektroniksektor und in Graz der Bereich Automobilindustrie."

Bert De Colvenaer, Direktor ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) Joint Undertaking sagte, dass iDev40 38 Partner zusammenbringe. "Im Fokus stehen konstantes, konsequentes und sehr fokusiertes Arbeiten - Infineon hat das erreicht."

Michael Wiesmüller, Abteilungsleiter Informations-, industrielle Technologien und Raumfahrt des Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), bezeichnete Infineon als Modellunternehmen, als Beispiel für "was läuft sehr gut bei uns". Die Politik habe richtig gehandelt und den Standort attraktiviert. "Vieles ist hier auf Umsetzung und Ergebnisorientierung getrimmt." Die Elektronikindustrie sei eine strategische Industrie mit vielen Bereichen und es müsse alles getan werden, um Wachstum und Prosperität zu fördern. In diesem Zusammenhang verwies auch er auf die Wichtigkeit von Silicon Austria.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Foto: LPD/Oskar Höher