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9. Kärntner Baugipfel: Die Bauwirtschaft ist weiterhin im Höhenflug

20.06.2018
LHStv.in Schaunig, LR Gruber: Positiver Trend setzt sich weiter fort - Bauwirtschaft trägt Kärntens Aufschwung mit


Klagenfurt (LPD). Die Bauwirtschaft in Kärnten entwickelte sich im vergangenen Jahr dynamischer als in Gesamtösterreich. "Steigende Beschäftigungszahlen bei sinkender Arbeitslosigkeit, klare Zuwachsraten in den jüngsten Produktionsergebnissen - ohne den heimischen "Bauwirtschafts-Turbo" wären diese positiven Ergebnisse nicht vorstellbar", zeigte sich Wohnbau- und Finanzreferentin LHStv.in Gaby Schaunig angesichts der aktuellen Bilanz der Kärntner Bauwirtschaft erfreut. Auch Straßenbaureferent LR. Martin Gruber, sieht die heimische Bauwirtschaft als einen der entscheidendsten Sektoren der gesamten Kärntner Wirtschaft. "Die Bauwirtschaft ist ein wesentlicher Taktgeber der heimischen Volkswirtschaft und wichtiger Konjunkturtreiber. Gemeinsam mit den Zulieferbetrieben sichert sie Beschäftigung und Wertschöpfung im Land", erläuterte Gruber und bedankte sich bei allen anwesenden Bauwirtschaftspartnern für den Aufwind und die Erfolgszahlen. "Auch die Straßenbauoffensive trägt bereits heuer mit zusätzlichen sieben Millionen Euro zur Belebung der heimischen Bauwirtschaft positiv bei", so Gruber.

Schaunig, Gruber sowie Vertreter der ARGE Bauwirtschaft, des ÖGB, der Wirtschaftskammer, der Landesgruppe gemeinnütziger Bauvereinigungen in Kärnten, der Kammer für Ziviltechniker und der Arbeiterkammer diskutierten heute, Mittwoch, beim 9. Baugipfel über aktuelle Themen rund um die Bauwirtschaft in Kärnten. Wichtige Tagesordnungspunkte waren unter anderem der Ausbau der Breitbandinfrastruktur, der Themenkomplex Wohnbau, der Straßenbau, die Kommunale Bauoffensive, das ländliche Wegenetz, die Konditionen für Ausschreibungen von Bauaufträgen, das 5-Euro-Wohnen und der Holzbau in Kärnten.

Mit einem Produktionsergebnis von 974 Millionen Euro fuhr die Baubranche in Kärnten von Jänner bis November 2017 ein Plus von 10,9 Prozent ein (Österreich: 7,9 Prozent). Die enorme Steigerung der Auftragsbestände lässt auf eine weiterhin positive Entwicklung schließen. Zum Stichtag 28. Feber 2018 konnte die Kärntner Bauwirtschaft bereits Auftragsbestände im Gegenwert von 644,2 Millionen Euro vorweisen. Damit errechnet sich zum Vergleichswert des Vorjahres ein Anstieg um 4,6 Prozent, was für die nächsten Monate eine klare Belebung der Bauwirtschaft erwarten lässt.

Größter Auftraggeber ist einmal mehr die öffentliche Hand: "Öffentliche Aufträge machten im Vorjahr - von Jänner bis November - 55 Prozent des gesamten Produktionswertes aus", betonte Schaunig. Diese Investitionen finden auch dieses Jahr eine Fortsetzung. 2018 sind in Kärnten öffentliche Bauaufträge im Umfang von 832 Millionen Euro vorgesehen. "Wir haben erstmals im Vorjahr sämtliche öffentliche Aufträge - von Land, Gemeinden, Bund, ausgelagerten Gesellschaften (Asfinag, ÖBB etc.) - gesammelt und öffentlich aufgelistet. Dieses Kärntner Bauinvestitionsprogramm (K-BIP) umfasste im Vorjahr Aufträge im Gesamtwert von 566,51 Millionen Euro. Mit der neuerlichen Steigerung 2018 wird die heimische Bauwirtschaft einen noch stärkeren Schub erhalten", ist Schaunig überzeugt. Darüber hinaus werden über das Kärntner Bauinvestitionsprogramm rd. 9.300 Arbeitsplätze gesichert.

"Diese Erfolgszahlen verdienen Wertschätzung und sind die besten Rahmenbedingungen für die Kärntner Unternehmer der Bauwirtschaft. Neben einem unternehmerfreundlichen Wirtschaftsstandort müsse es künftig auf legistischer Ebene rasche, einfache und günstige Verfahren geben, ebenso gehören Bauvorschriften und Auflagen reduziert und die Bürokratie abgebaut", sagte Gruber. So sollen beispielsweise Vergaben im Straßenbau früher erfolgen, um die Planbarkeit zu verbessern und die Kosten zu senken. Längerfristige Planung ermögliche auch eine höhere Qualität und effizienteren Einsatz von Mitarbeitern. "Das sichert Aufträge, und ermöglicht Investitionen in die regionale Bauwirtschaft, die wiederum den Takt des regionalen Wirtschaftskreislaufes aufrechthält, Arbeitsplätze und Einkommen sichert und zum Wohlstand beiträgt", so Gruber.

Um den Wohnungsneubau zu forcieren, ist das Wohnbaubudget 2018 mit rd. 170 Millionen Euro dotiert (inkl. Wohnbeihilfe iHv EUR 26 Mio.), davon sind 105 Millionen für den Neubau vorgesehen und 38 Millionen für Sanierungen. Alleine über das Wohnbauprogramm 2017-2018 werden 1.180 neue Mietwohnungen errichtet. Damit ist auch eine Kontinuität in Bezug auf Aufträge und Beschäftigung in der Bauwirtschaft gewährleistet. So wurde im Mai 2018 mit 216.310 Beschäftigten in der Baubranche der höchste Mai-Beschäftigungsstand gemeldet, der in Kärnten je verzeichnet wurde.

Ein weiterer wesentlicher Tagesordnungspunkt war der Breitbandausbau als zukünftige Basisinfrastruktur. Bereits jetzt haben die meisten Kärntner Gemeinden ihre Breitband-Masterpläne erarbeitet oder entwickeln sie gerade. Dennoch ist es weiterhin erforderlich, besonders auf kommunaler Ebene, eine Sensibilisierung für diesen Themenbereich herzustellen. Ganz entscheidend in diesem Zusammenhang sind die Kooperation mit Unternehmen sowie eine verpflichtende Leerverrohrung für das Breitband im gemeinnützigen Wohnbau.

Ebenfalls zur Sprache kam die Fortführung der Kommunalen Bauoffensive. Rund zehn Millionen Euro flossen in der Vergangenheit aus der KBO in Bauvorhaben auf Gemeindeebene. Landesrat Daniel Fellner, seit Beginn der neuen Legislaturperiode für den Bereich Gemeinden zuständig, bekräftigt die Fortführung dieser Landesinitiative. Gerade bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand soll auch weiterhin verstärkt der Baustoff Holz in Verwendung kommen - in den letzten Jahren konnte Kärnten bereits einige prämierte Erfolgsprojekte in Holzbauweise präsentieren.

Die Kärntner Holzbranche hat durch schlagkräftige Innovationskraft die Ressource Holz mittlerweile zum High Tech Produkt mit globaler Nachfrage entwickelt. 19 Prozent der Kärntner Wirtschaftsleistung wird bereits direkt bzw. indirekt durch den Holzbau erbracht. "Gemeinsam mit Wirtschaftsreferent LR Ulrich Zafoschnig werden wir den Einsatz heimischer Rohstoffe, wie insbesondere von Holz im Brückenbau erhöhen, um die Wertschöpfung, das Innovationspotential und die Energieeffizienz nachhaltig zu steigern", erläuterte Gruber den gemeinsamen Standpunkt bei der Verwendung von Holz beim Brückenbau.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig, Büro LR Gruber
Redaktion: Grollitsch/Hetzel/Zeitlinger