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KULTUR

LH Kaiser gratuliert Florjan Lipuš zum Großen Österreichischen Staatspreis

05.07.2018
Lipuš zählt zu den wichtigsten Vertretern der slowenischen Gegenwartsliteratur - Kultur in Kärnten setzt weit über die Grenzen Akzente


Klagenfurt (LPD). Der Große Österreichische Staatspreis 2018 geht an Florjan Lipuš und damit an einen Kärntner Autor, der in seiner Muttersprache Slowenisch schreibt. Die höchste Kulturauszeichnung der Republik, dotiert mit 30.000 Euro, wird dem Autor am 1. Oktober verliehen. Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte heute, Donnerstag, Lipuš zu der hohen Auszeichnung.

"Lipuš zählt zu den wichtigsten Vertretern slowenischer Gegenwartsliteratur. Seine Prosa und Romane zeichnen sich durch ein hohes Maß an ästhetischer und sprachlicher Innovation aus", hob der Landeshauptmann die literarische Leistung des Geehrten hervor. Sie sei zudem der Beweis dafür, dass die Kultur in Kärnten lebe und imstande sei, weit über die Grenzen des Landes hinaus Akzente zu setzen. "Kultur hat eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe zu erfüllen. Daher muss die Freiheit der Kunst stets verteidigt werden gegen Kräfte, die sie zu zensieren versuchen. Nur so kann Kultur die Aufgabe wahrnehmen, Wegbereiter für ein Leben in Humanität zu sein", sagte der Kulturreferent.

Lipuš wurde am 4. Mai 1937 in Lobnig/Lobnik bei Eisenkappel/Železna Kapla geboren. Von 1960 bis 1998 war er als Volksschullehrer und -direktor tätig. Zugleich war er von 1960 bis 1980 Herausgeber der Kärntner-slowenischen Literaturzeitschrift "Mladje" und veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Romane und Essays.

Zu Lipuš bekanntesten Werken zählen "Der Zögling Tjaz", "Die Beseitigung meines Dorfes", "Die Verweigerung der Wehmut" und "Herzflecken" sowie der im Suhrkamp Verlag erschienene Roman "Bostjans Flug" in deutscher Übersetzung. Für diesen 2003 erschienenen Roman wurde Lipuš 2004 mit dem France-Preseren-Preis und 2011 mit dem Petrarca-Preis ausgezeichnet. 2005 erhielt er den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, 2013 den mit 14.500 Euro dotierten Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz.

Der Große Österreichische Staatspreis wird von der Republik Österreich vergeben und geht jedes Jahr an eine Künstlerpersönlichkeit aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik in nicht festgelegter Rotation.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger