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POLITIK

Landesehrung für scheidenden IV-Präsidenten Kulterer

06.07.2018
LH Kaiser und LR Gruber verliehen Großes Goldenes Ehrenzeichen beim Sommerempfang der Industriellenvereinigung


Klagenfurt (LPD). Zu ihrem traditionellen Sommerempfang hat die Industriellenvereinigung (IV) Kärnten gestern, Donnerstag, am Abend ins "Spittl" der Fachhochschule Kärnten in Spittal an der Drau geladen. Dabei präsentierte ihr neuer Präsident Timo Springer vor den zahlreichen Gästen seine "Vision für Kärnten 2030". Springers Vorgänger Christoph Kulterer wurde von Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen. Die beiden Regierungspolitiker skizzierten ebenso wie die Oppositionsvertreter Christian Leyroutz und Hartmut Prasch ihre Schwerpunkte für einen zukunftsfitten Standort Kärnten.

"Dieses Ehrenzeichen ist ein herzliches Dankeschön des Landes, für das du so viel geleistet hast und noch leisten wirst", sagte der Landeshauptmann zu Kulterer. Er verwies auf die Regierungssitzungen mit den Sozialpartnern. Gemeinsames Ziel sei es, das Land voranzubringen, Chancen zu nutzen und Talente zu fördern. Nach den Schwerpunkten für den Zukunftsstandort gefragt, meinte Kaiser, dass es noch eine Spur mehr an Internationalität brauche. "Ich denke hier an Spracherwerb, bis hin zu den digitalen Fähigkeiten", so Kaiser. Wichtig ist es für ihn, dass neben einer Industrie 4.0 auch eine Gesellschaft 4.0 entsteht, die den Menschen in allen Bereichen zugutekomme. Er verwies zudem auf einen Forschungs- und Wissenschaftsbeirat, den man mit den tertiären Bildungseinrichtungen installieren wolle. "Kärnten hat Hochtechnologie und Lebensqualität, wir werden noch viel erreichen können", so Kaiser.

Gruber betonte, dass die IV und die Kärntner Unternehmen in der Landesregierung einen starken und verlässlichen Partner in der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts haben. Er hob als ein Beispiel hierfür die Wirtschaftsombudsstelle hervor, die gemeinsam mit Wirtschaftslandesrat Ulrich Zafoschnig eingerichtet werde. Man werde so Verfahren weiter beschleunigen und Kärnten konsequent zum unternehmerfreundlichsten Bundesland entwickeln. Weiters meinte er, dass es wichtig sei, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dem modernen Leben anzupassen und verweis beispielsweise auf die Arbeitszeitflexibilisierung. "Ich danke Christoph Kulterer für sein Engagement für die Kärntner Wirtschaft. Er hat selbst als Unternehmer bewiesen, dass es möglich ist, in einer ländlichen Region ein international höchst erfolgreiches Industrieunternehmen zu führen", sagte der Landesrat.

Springer würdigte seinen Vorgänger Kulterer als "Role Model für unternehmerisches Handeln, das gepaart ist mit Verantwortung für die Menschen und die Region". Kulterer setze sich unermüdlich für den Standort Kärnten ein und habe auch die IV als kompetente, schlagkräftige Institution weiterentwickelt. Hauptpunkt von Springers Vision für 2030 ist, dass sich Kärnten zu "dem" Technologieland im Süden Österreichs entwickelt. "Kärnten soll Vorbild für ganz Österreich sein. Viele junge Menschen und Talente sollen zu uns kommen, um hier zu studieren, zu arbeiten und zu leben", schwebt dem neuen Präsidenten vor. Er nannte dafür als "Top 5 Hausaufgaben": Wettbewerbsfähigkeit; Bildung & Fachkräfte; Digitalisierung, Innovation, Infrastrukturausbau; smarte Verwaltung; Mindset.

Der scheidende Präsident Kulterer sagte, dass die Landesauszeichnung eine große Ehre für ihn sei. Er dankte der IV, seinem Vorgänger Otmar Petschnig und Nachfolger Timo Springer, den Sozialpartnern, der Landespolitik und besonders seiner Frau Claudia. "Was wir hier haben, ist einzigartig. In Kärnten schlummert noch großes wirtschaftliches Potential. Es braucht nur Selbstvertrauen und Zutrauen", betonte Kulterer.

Landtagsabgeordneter Leyroutz bezeichnete im Interview mit Ute Pichler das Mindset als wichtigen Punkt. Insbesondere die Digitalisierung müsse stärker in den Köpfen festwerden. Landtagsabgeordneter Prasch hob die Bedeutung entsprechender Bildungsangebote und des Ausbaus des Datenhighways hervor.

IV Kärnten-Geschäftsführerin Claudia Mischensky sagte, dass man die Fachhochschule als Veranstaltungsort gewählt habe, weil Ausbildung und Qualifikation einen zentralen Stellenwert für die Zukunftsgestaltung haben. Außerdem verwies sie auf die vielen Oberkärntner Initiativen um das Regionalforum mit Arthur Primus.

Christoph Kulterer war ab 2012 Präsident der IV Kärnten. Das 1901 gegründete Familienunternehmen HASSLACHER NORICA TIMBER hat er zu einem innovativen, internationalen Unternehmen gemacht. An den Standorten in Österreich, Deutschland und Russland sind insgesamt 1.600 Menschen beschäftigt. An den drei Kärntner Standorten Sachsenburg, Stall im Mölltal und Hermagor sichert das Unternehmen wichtige Arbeitsplätze. Kulterer ist auch Obmann von pro:Holz Austria, zudem war er Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie und Vizepräsident des Fachverbandes der österreichischen Holzindustrie. 2015 gründete er wegen der Hypo/Heta-Causa gemeinsam mit vielen anderen Kärnten-Verbundenen die "Initiative für Kärnten", um das Image des Landes wieder zu heben.



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Gruber
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Höher