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Musikforum Viktring lässt heuer durchatmen

08.07.2018
LH Kaiser eröffnet das 32. Musikforum Viktring und verleiht das Große Goldene Ehrenzeichen an Obmann Werner Überbacher - Motto des Festivals heuer: Durchatmen


Klagenfurt (LPD). Zum 32. Mal wurde gestern, Samstag, das Musikforum Viktring im Stift Viktring eröffnet. Das Motto heuer lautet nicht zuletzt auf Grund des 32jährigen Bestehens und nach zwei erfolgreichen Jahren "Durchatmen". Das Eröffnungskonzert am Samstagabend mit Paul Gulda, der 2019 die Leitung des Musikforum Viktring übernehmen wird, erfolgte unter dem Titel "Play Beach, Free Beach" und knüpft an das erste Konzert am 6. Juli 1973 im Stift Viktring an.

Auf Grund des bevorstehenden Wechsels der Obmannschaft überreichte Kulturreferent Kaiser dem bisherigen Obmann, Werner Überbacher, für sein Engagement rund um das Musikforum das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes. Der heute 64jährige hat 32 Jahre lang das Musikforum organsiert und Musiker aus aller Welt nach Viktring gebracht. Außerdem hat er sich als Hörspiel- und Filmemacher einen Namen gemacht.

LH Kaiser würdigte die Arbeit des scheidenden Obmanns. "Eine Säule im Kulturland Kärnten, des Kunstliedes im Land, haben wir Werner Überbacher zu verdanken. Er hat in seiner 32jährigen Tätigkeit das Musikforum geprägt und ihm eine Identität gegeben. Jetzt kommt für den Obmann die Zeit des Durchatmens und des Bilanzziehens", so Kaiser.
Nach der Überreichung des Großen Goldene Ehrenzeichens des Landes schloss Kaiser mit dem Lieblingszitat von Überbacher, das von Groucho Marx stammt und passender nicht sein könnte: "Der Weg ist holprig und mächtig lang, doch die Zeit wird uns kurz durch Musik und Gesang".

Paul Gulda setzte gestern wieder das "Wohltemperierte Klavier" Bachs aufs Programm, um auszuloten, wie sehr sich seit 1973 das Musikbewusstsein verändert hat. Das Eröffnungskonzert 1973 blieb vielen Musikliebhabern als Skandalkonzert in Erinnerung. Denn Friedrich Gulda, Vater von Paul Gulda, war damals zwar mit Bachs "Wohltemperiertem Klavier" angekündigt. Doch es folgte Improvisation und es gab weder eine thematische noch musikalische Absprache.

Wenn Paul Gulda nächstes Jahr die Leitung des Musikforum übernimmt, greift er auf eine langjährige Tätigkeit als Pädagoge und die vielfältige Erfahrung in vielen Musikstilen und Musikfeldern zurück. Der Eröffnungsabend gestern war geprägt von freier Musik, freien Klängen, von Durchatmen und neu hinhören.

Acht Konzerte beschäftigen sich heuer mit dem Hauch der Musik - mit der menschlichen Stimme. Darunter vier Musikforum Debütantinnen: die "Dudlerin" Agnes Palmisano, die Schauspielerin Eva Brunner, die niederländische Sängerin molukkischer Herkunft Monika Akihary und zusammen mit Wolfgang Puschnig die Ukrainerin Svitlana Varava. Die Fotoausstellung "Zeit des Aufbruchs - eine Utopie in Bildern" beschäftigt mit den Kinderaktivitäten des Kärntner Spielkreises im Rahmen des MUSIKFORUM 1973.

Das Durchatmen auf dem Weg zu neuen Ufern bedeutet auch eine Übergangsphase. Fast der gesamte Vorstand des Musikforum geht im Oktober 2018 in den wohlverdienten Ruhestand und übergibt die Leitung an ein Team, dem Paul Gulda vorsteht und mit Jutta Mitteregger eine erfahrene Geschäftsführerin erhält.

Die räumlichen Voraussetzungen des revitalisierten ehemaligen Zisterzienserstiftes veranlassten den vor 1987 gegründeten Verein "Neues Musikforum Viktring" die künstlerischen Traditionen des Stiftes fortzusetzen und in den Sommerferien die kunst- und musikbegeisterte Jugend Europas zu hochklassigen Kursen, Workshops und Seminaren einzuladen. Das Musikforum will klassische Musik und Jazz durch die Herausstreichung und Betonung der improvisierten Musik und zeitgenössische Komposition verbinden.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: LPD/Fritz