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Kärnten setzt bereits im nächsten Kindergartenjahr ersten Schritt zur Elternbeitragsfreiheit

11.07.2018
LH Kaiser: Eltern ersparen sich zwischen 220 und 1.155 Euro pro Jahr - Ein Hauptziel der Regierungserklärung: Kärnten wird kinderfreundlichste Region Europas


Klagenfurt (LPD). Elternbeitragsfreiheit in Kinderbetreuungseinrichtungen - die soll es in Kärnten noch vor dem Ende der Legislaturperiode bis 2023 geben. Die erste Etappe eines "Kinderstipendiums" soll schon mit 1. September rechtswirksam werden. Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser sichert Eltern bereits im Kindergartenjahr 2018/19 Einsparungen zwischen 220 und 1.155 Euro pro Jahr und Kind zu. Wie er heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt erklärte, wird das Land Kärnten im Pilotjahr 50 Prozent des durchschnittlichen Betreuungsbeitrages übernehmen. Das gelte für Fünfjährige im verpflichtenden Kindergartenjahr, die Drei- und Vierjährigen im Kindergarten, aber auch für die Kleinsten in Kindertagesstätten- und krippen sowie bei Tageseltern. 14 Mio. Euro pro Jahr werde das Land voraussichtlich im Endausbau - wenn wie geplant ab dem Kindergartenjahr 2019/20 die Elternbeiträge zur Gänze wegfallen - für diese Initiative aufwenden. "So wollen wir eines der Hauptziele der gemeinsamen Regierungserklärung erreichen: Kärnten zur kinderfreundlichsten Region Europas zu machen", meinte Kaiser.

Der Landeshauptmann hob die Bedeutung der elementarpädagogischen Betreuung für die Kinder und die Gesellschaft hervor. Und er betonte, "dass uns in Kärnten alle Kinder gleich viel wert sind und dass alle Kinder die gleichen Chancen haben sollen". Andere Fördermodelle würden bei der Einkommenssituation der Eltern ansetzen, Menschen mit niedrigerem Einkommen seien da meist benachteiligt, meinte Kaiser. Das mit Fachleuten entwickelte Kärntner Modell setze daher konkret bei einer Förderung des Kindes an. Für die Eltern bedeute es jedenfalls keinen zusätzlichen Aufwand, sondern im Gegenteil eine große Ersparnis. "Die Betreiber melden die betreuten Kinder an uns und das Land refundiert den Betrag an den Träger", erklärte Kaiser. Nach einem Jahr solle die Maßnahme evaluiert und dann in einer Novelle des Kärntner Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes verankert werden. Mehrere weitere kinder- und familienfreundliche Maßnahmen sollen folgen.

Kaiser erklärte, dass Eltern durchschnittlich 180 Euro pro Monat für die Betreuung der Drei- und Vierjährigen in Kärntens Kindergärten zahlen würden. Als durchschnittlichen Essensbeitrag habe man 55 Euro errechnet. Das Essen und zusätzliche Leistungen sind von den Eltern weiterhin selbst zu bezahlen. Daher werden die 55 Euro von den 180 Euro abgezogen, woraus sich 125 Euro ergeben, von denen das Land im Pilotjahr die Hälfte übernehmen wird. Bei Ganztagsbetreuung ersparen sich Eltern von Drei- und Vierjährigen also 63 Euro im Monat bzw. 693 Euro pro Jahr (bei elf Monaten Betreuung). Bei Halbtagsbetreuung seien es 43 Euro bzw. 473 Euro. Insgesamt seien hier 7.500 Kinder positiv betroffen.

Im letzten, verpflichtenden Kindergartenjahr befinden sich laut Kaiser 4.740 Kinder. Hier wird die Halbtagsbetreuung vom Bund bezahlt. Bei der Aufzahlung für die Ganztagsbetreuung ersparen sich Eltern 21 Euro pro Monat bzw. 231 Euro pro Jahr. Bei den 3.791 Kindern von null bis drei Jahren in Kindertagesstätten und Kinderkrippen liegt die Ersparnis für die Eltern halbtags bei 70 Euro im Monat und 770 Euro im Jahr sowie ganztags bei 105 Euro im Monat und 1.155 Euro im Jahr. Bei Tagesmüttern und Tagesvätern befinden sich 813 Kinder in Betreuung. Hier werden laut Kaiser bei mindestens 60 Betreuungsstunden 50 Cent pro Stunde vom Land übernommen. Bei 85 Stunden im Monat betrage die Ersparnis 43 Euro im Monat bzw. 473 Euro im Jahr.

Der Landeshauptmann erklärte auch, dass man Vorsorge dagegen getroffen habe, falls Betreiber angesichts dieser Landesmaßnahme überlegen, die Beiträge kurzfristig zu erhöhen. "Wir haben daher die Beiträge mit Stichtag 1. September 2017 herangezogen und anhand des Verbraucherpreisindexes valorisiert", so Kaiser. Vertretern aller Trägerorganisationen stellt der Landeshauptmann das Modell heute ab 15.00 Uhr bei einer Informationsveranstaltung in Villach vor.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Helge Bauer