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Land beruft Suchtgipfel ein

17.07.2018
LHStv.in Prettner holt Suchtgift-Experten, Exekutive und Ärzte an einen Tisch - Eigene Drogenkommission soll sämtliche Fälle prüfen


Klagenfurt (LPD). Nach dem Ausbau der ambulanten Suchtgift-Therapieplätze und der Beratungsstellen setzt Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner weitere Schritte im Kampf gegen Drogenmissbrauch. "Ich habe die Einberufung eines Expertengipfels angeordnet und werde die Leiter der Drogenambulanzen, Drogenberater, Streetworker, die Exekutive, die Ärztekammer und die Suchtkoordinatoren des Landes Kärnten zur Teilnahme einladen", so Prettner. Vorangetrieben wird auch die Einrichtung einer Kommission, die alle tragischen Todesfälle der jüngsten Zeit individuell untersuchen wird, um daraus Rückschlüsse zu ziehen und eventuelle Lücken zu schließen.

"Unser oberstes Ziel ist es, drogenabhängige Personen in Behandlung zu bekommen", betont Prettner. Im ambulanten Bereich stehen in Kärnten derzeit 1.500 Plätze zur Verfügung. "Was den stationären Bereich anbelangt, so kann ich sagen, dass jeder Kärntner Drogenpatient, der einen Antrag auf stationäre Entwöhnung stellt, einen Platz in einer entsprechenden Einrichtung erhält", so die Gesundheitsreferentin. Das Land schließe allerdings nur Verträge mit Einrichtungen ab, die alle Auflagen erfüllen, mit dem Land kooperieren und die vorgeschriebenen Qualitätsstandards einhalten.

Stationäre Therapien finanziert das Land Kärnten mit insgesamt 1,23 Millionen Euro, ambulante Therapien mit 1,6 Millionen Euro. 11 Beratungsstellen für Suchterkrankungen stehen in Kärnten zur Verfügung. "Eine weitere Anlaufstelle im Bezirk Feldkirchen ist in Planung", sagt Prettner. 270.000 Euro investiert das Land in die Suchtprävention. "Ich halte Prävention für den allerwichtigsten Bereich. In diesem Zusammenhang muss ich einmal mehr betonen, wie falsch die Raucher-Politik der Bundesregierung ist. Praktisch jede Drogenkarriere beginnt mit Nikotin und Alkohol", erklärt Prettner.

Speziell im Suchtbereich ist es eine große Herausforderung, der rasanten und problematischen Entwicklung entsprechende Angebote entgegenzustellen. Kärnten kann hier dem Vergleich zu anderen Bundesländern jedenfalls standhalten.

Weitere Infos zu den Angeboten des Landes unter www.suchtvorbeugung.ktn.gv.at


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Matticka/Rauber