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Tumorbericht: Lungenkarzinom häufigste Krebstodesursache in Kärnten

18.07.2018
LHStv.in Prettner: Kärntner Tumorregister legt ersten umfassenden Bericht vor - Alarmierender Anstieg bei Lungenkrebs - Rauchen als häufigste Ursache


Klagenfurt (LPD). Den Bericht des Kärntner Tumorregisters präsentierte heute, Mittwoch, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner gemeinsam mit dem medizinischen Leiter des Registers und Abteilungsvorstand des Instituts für Strahlentherapie/Radioonkologie am Klinikum Klagenfurt, Primarius Wolfgang Raunik und Zorica Jukic, Projektleiterin des Tumorregisters. "Ziel dieser umfassende Erhebung der Krebserkrankungen in Kärnten ist die Etablierung von einheitlichen und qualitätsgesicherten Behandlungsmaßnahmen und natürlich die bestmögliche medizinische Versorgung aller onkologischen Patientinnen und Patienten", betonte Prettner. Das Tumorregister ist erster Ansprechpartner, wenn es um die Klärung von Fragen zu Auffälligkeiten geht.

Der Bericht liefert aber auch wichtige Grundlagen für gesundheitspolitische Maßnahmen. "Besonders alarmierend: Die häufigste Krebstodesursache ist das Lungenkarzinom, und zwar bei beiden Geschlechtern. Bei Frauen zeigt sich eine steigende Tendenz, hier wurde der Brustkrebs als häufigste Krebstodesursache vom Lungenkrebs überholt. Hauptauslöser für Lungenkrebs ist das Rauchen. Umso wichtiger sind Maßnahmen zur Prävention und zum Nichtraucherschutz", stellte Prettner klar. In diesem Zusammenhang kritisierte die Gesundheitsreferentin einmal mehr die Raucher-Politik der Bundesregierung, die der Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher massiven Schaden zufüge.

2013 starben in Kärnten 114 Frauen und 160 Männer an Lungenkrebs. Die Fünf-Jahre-Überlebensrate ist bei dieser Krebsart besonders gering und liegt bei Frauen bei 21,1 und bei Männern bei 13,5 Prozent. Demgegenüber liegt die Fünf-Jahre-Überlebensrate beim Brustkrebs bei 87 Prozent und beim Prostatakrebs bei 91,1 Prozent.

Zorica Jukic, Autorin des Berichts, verwies auf die hohe Qualität und Vollständigkeit der Daten. In Österreich führen nur vier Bundesländer - neben Kärnten sind das Salzburg, Tirol und Vorarlberg - ein Tumorregister mit ähnlich umfassender Datenlage. Das Kärntner Register scheint mittlerweile sogar im internationalen Krebsregister auf. Das Land Kärnten finanziert das Tumorregister mit 230.000 Euro.

Primarius Raunik betonte, dass man anhand des Registers sowohl Kärnten gesamt als auch die einzelnen Regionen und sogar Gemeinden betrachten und nach Auffälligkeiten durchsuchen könne. Im aktuellen Bericht würden sich keine relevanten regionalen Unterschiede zeigen. Im Vergleich mit anderen Bundesländern zeige sich, dass jene Länder, die über ein zentrales Register verfügen, eine höhere Zahl an Krebsfällen aufweisen. Dies liege an der unterschiedlichen Qualität und Vollständigkeit der Daten.

Krebserkrankungen würden generell zunehmen, was am höheren Lebensalter der Menschen liege. "Die Menschen erleben heutzutage ihre Krebserkrankung", so Raunik. Einen Rückgang verzeichne man bei Magenkrebs, einen leichten Anstieg bei Mammakarzinomen. Bei zahlreichen Krebsarten stieg die Überlebensdauer stark an. So etwa beim Darmkrebs von durchschnittlich sechs auf 34 Monate. Bezüglich der Überlebensraten wurden die Kärntner Daten mit jenen der Register aus den USA verglichen. Hier zeigt sich für alle Karzinome eine fast identische Überlebensrate mit Vergleichsdaten aus den USA.

Der aktuelle Bericht liefert Daten aus dem Jahr 2013. Der Grund: im Tumorregister wird auch die Fünf-Jahres-Überlebensrate angeführt, die nur bei Betrachtung längerer Zeiträume erhoben werde kann. 2013 erkrankten in Kärnten insgesamt 3.157 Personen an Krebs, davon 1.518 Frauen und 1.639 Männer. An einer Krebserkrankung starben 1.486 Personen, davon 693 Frauen und 793 Männer. Das mittlere Erkrankungsalter betrug 66 Jahre bei Frauen und 68 Jahre bei Männern. Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen war das Mammakarzinom, bei Männern das Prostatakarzinom. Die häufigste Krebstodesursache war bei beiden Geschlechtern das Lungenkarzinom.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Matticka/Rauber
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner