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Einsparungen des Bundes treffen auch Kärntner Familien in Krisensituationen

19.07.2018
Gesellschaftsreferentin Sara Schaar und Sozialreferentin Beate Prettner kritisieren bundesweite Einsparungen bei der Familienberatung - auch Kärntner Beratungsstellungen sind von Kürzungen betroffen


Klagenfurt (LPD). Von den Kürzungen des Bundes im Bereich der Frauen- und Familienberatung sind auch Kärntner Beratungsstellen betroffen, kritisiert heute Landesrätin Sara Schaar. Österreichweit wurde für 400 Familienberatungsstellen 2017 noch 13,1 Millionen Euro budgetiert. Eine Million Euro will sich der Bund in diesem Bereich heuer sparen, was von Familien- und Frauenreferentin Schaar als "höchst bedenkliche Maßnahme" gesehen wird.

"Familien- und Frauenberatungsstellen sind für Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Paare und Familien eine wichtige Stütze in schwierigen Lebenssituationen. Ob Armut, häusliche Gewalt, Stalking oder Essstörungen: Die Problembereiche sind sehr vielfältig und Familien sollten in schwierigen Situationen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen", so Schaar, die es für "den falschen Weg hält, den Sparstift in diesem Bereich anzusetzen."

In Kärnten sind etwa 40 Beratungsstellen von den Kürzungen des Bundes mehr oder weniger betroffen. "Nehmen wir den konkreten Fall einer Beratungsstelle eines Kärntner Bezirkes* her: Aufgrund der Mittelkürzung im Bereich der Familienberatung um 4,2 Prozent können alleine dort um 70 Beratungsstunden im Jahr weniger angeboten werden", legt Schaar vor.

Für die sieben Familienberatungsstellen des Landes (der Bezirkshauptmannschaften), die mit Sozialarbeitern, Psychologen und Ärzten besetzt sind, gibt es im Jahr 2018 ebenfalls weniger Geld: "Die Förderzusage fällt geringer aus als im Jahr 2017. Das bedeutet, dass auch hier rund 95 Familienberatungsstunden weniger angeboten werden können", rechnet Schaar vor.

Gesellschaftsreferentin Schaar und Sozialreferentin Beate Prettner sind alarmiert: "Mit zukunftsweisender Familienpolitik haben diese Maßnahmen nichts zu tun - ganz im Gegenteil: Familiäre Notlagen werden verschärft, wenn Menschen, die dringend eine Beratung benötigen, durch die Kürzungen bei der Krisenbewältigung alleine gelassen werden."
Schaar: "In den Kärntner Bezirken rumort es aufgrund dieser Kürzungen. Aktionistische Maßnahmen, die ich voll und ganz unterstütze, sind bereits in Vorbereitung."

Kärnten geht mit dem Ziel, die familienfreundlichsten Region Europas zu werden, einen ganz anderen Weg, so Schaar und Prettner: "Unser zentrales Anliegen ist es, Kärntnerinnen und Kärntner zu unterstützen, sie zu fördern und ihnen auch in Krisensituationen optimal zur Seite zu stehen. Wir können nur an den Bund appellieren, von Einsparungen zulasten der Familien abzusehen!"

*Die Beratungsstelle möchte namentlich nicht genannt werden, weil sie um Nachteile beim Fördergeber fürchtet.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner/LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Robitsch