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Drohnen und Roboter arbeiten bald in neuem Lakesidepark-Gebäude zusammen

20.07.2018
LH Kaiser und LHStv.in Schaunig bei Spatenstich zur fünften Baustufe - Raum für Forschung und Entwicklung der JOANNEUM RESEARCH und der Alpen-Adria-Universität sowie für weitere Unternehmen


Klagenfurt (LPD). Seit der Eröffnung 2005 wuchs der Lakeside Science & Technology Park im Süden Österreichs zu einem international ausgezeichneten und anerkannten Innovationszentrum heran. Unternehmen, Forschungs-und Bildungsinstitute arbeiten hier an der Zukunft von Informations-und Kommunikationstechnologien. 2015 zog die JOANNEUM RESEARCH mit ihrem Robotics-Institut ein. Der Erfolg und das rasche Wachstum des Instituts fordern nun mehr Raum. Daher erfolgte heute, Freitag, unter Beisein hoher Vertreter der Länder Kärnten und Steiermark, der Stadt Klagenfurt, der JOANNEUM RESEARCH, der Alpen-Adria-Universität und des Lakesidepark-Managements der Spatenstich zur fünften Baustufe.

"Die 15-Prozent-Beteiligung Kärntens an der JOANNEUM RESEARCH war einer der Meilensteine beim Aufbau der Forschungsachse Süd. Mit unserem klaren Fokus auf Forschung & Entwicklung im Bereich der elektronikbasierten Systeme erlangen wir internationale Sichtbarkeit und spielen im Reigen der europäischen Top-Forschungsregionen mit", sagte Landeshauptmann Peter Kaiser.

Im neuen Gebäude wird Zukunft geschaffen: "Seitens des Bundes wurde uns Unterstützung unter anderem für das Projekt Robotics/Machine Learning in Aussicht gestellt. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von JOANNEUM RESEARCH, Lakeside Labs, Alpen-Adria Universität und Lakesidepark. Ziel soll es sein, auch 5G-Technologie einzusetzen, um Robotersysteme und Produktionsmaschinen in Echtzeit miteinander kommunizieren zu lassen. Überdies sollen diese autonome Lernprozesse durchführen und so autonom komplexe Prozesse erstellen und abarbeiten", erklärte Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig.

Die steirische Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl betonte: "Der Schulterschluss unserer beiden Bundesländer zur ‚Achse Süd‘ macht sich mit erfolgreichen Entwicklungen wie dem Robotics-Institut der Joanneum Research bezahlt." Eine interdisziplinäre Forschungslandschaft komme auch den Unternehmen zugute, "was man sowohl im Lakesidepark als auch in der Steiermark sehr gut sehen kann", so Eibinger-Miedl.

"Wenn man sich vor Augen führt, dass dort, wo noch vor 15 Jahren ein sumpfiger Acker war, heute mehr als 1.300 Arbeitsplätze entstanden sind, so sehen wir einem weiteren Ausbau des Lakesideparks freudig entgegen", sagte Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. "In einer solchen Kooperationsplattform, wie hier mit JOANNEUM RESEARCH und der Alpen-Adria-Universität in einem Gebäude, entstehen immer wieder neue Geschäftsfelder und Einsatzgebiete. Dies stärkt die internationale Wahrnehmung von Klagenfurt für zukünftige Technologieentwicklung und zieht junge Menschen an", betonte sie.

"Der Spatenstich läutet eine weitere Entwicklungsstufe in der Robotik ein", so Michael Hofbaur, Leiter des Robotics-Instituts im Park. Sechs Meter hohe Laborräume im neuen Gebäude für Forschung an Roboter-Mensch-Kollaboration setzen neue Maßstäbe und eröffnen Geschäftsfelder. JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer Wolfgang Pribyl betonte das Alleinstellungsmerkmal in Österreich: "Wir freuen uns einerseits über die verfügbare Infrastruktur, die uns größeren Spielraum in unserer Forschung zulässt, und andererseits über die Vorzüge des Standorts. Gemeinsam mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt als Kooperationspartner können wir unseren Schwerpunkt der mobilen Manipulation nun auch in die Luft erweitern."

Das Thema der intelligenten, automatisierten Aufgabenerfassung und -verteilung in der Luft beschäftigt Stephan Weiss von der Alpen-Adria-Universität intensiv: "Dank der Flughalle werden wir neue Methoden und Algorithmen zur Drohnen-Navigation sicher, schnell und gezielt testen können, sodass innovative Forschung schnell in die Praxis und weiter in die Industrie einfließen kann." Der turmartige Raum, der für die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt errichtet wird und sich über drei Stockwerke erstreckt, wird mit einem hochwertigen Motion-Capture Systemausgestattet. Dieser von Weiss entwickelte kamerabasierte Algorithmus zur GPS-unabhängigen Drohnen-Navigation kam bereits auf Mars-Missionen zum Einsatz und eröffnet wichtige Möglichkeiten für nationale und internationale Zusammenarbeiten. Verbindungen mit Institutionen wie dem Jet Propulsion Laboratory, der University of Southern California, der ETH Zürich, dem MIT und der University of Toronto bestehen bereits.

"Erfolg zieht weiteren Erfolg an", sagte Hans Schönegger, Geschäftsführer des Lakesideparks, über die unerwartet schnelle Entwicklung der letzten vier Baustufen: "Knapp 70 Unternehmen und drei Forschungsinstitute sind mittlerweile in den Park gekommen und wir sind voll ausgelastet." 13 Millionen Euro werden jetzt investiert für weitere 4.600 Quadratmeter für Büros, Labors und Forschungseinrichtungen. Bis zum Herbst des nächsten Jahres soll das neue Gebäude fertiggestellt sein.
Informationen:

Lakesidepark:
• Plattform für Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschung und Bildung
• Eigentümer: BABEG (Bund, Land), Stadt Klagenfurt
• 75, 5 Mio. Euro Gesamtinvestition
• Knapp 70 Unternehmen, 3 Forschungsinstitutionen
• "Educational Lab" als offenes Forschungslabor für neue Formen der Bildung mit Schwerpunkt MINT Fächer, Entrepreneurship und Internationalität
• 34.000 m², 12 Gebäude
• 13. Gebäude: rd. 4.600 m², € 13 Mio., Bauzeit ca. 1,5 Jahre

JOANNEUM RESEARCH:
• Zweitgrößte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs
• 15% Beteiligung BABEG
• 2015 Gründung Robotics Institut im Lakeside Park
-\tSchwerpunkt: Mensch-Roboter-Kollaboration, Mobile Manipulation, Robot Safety, Technologietransfer
-\tRobotics Training Center für Unternehmen
-\tDerzeit 20 Mitarbeiter
-\tGeplantes Labor: 1.600 m², ein Teil davon mit 6 m Raumhöhe

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt:
• ca. 12.000 Studierende
• Technische Fakultät seit 2008
-\tSchwerpunkte: Networked and Embedded Systems, Intelligente Systemtechnologie, Informationstechnologie
-\tAnwendungsbereiche: Schwarmintelligenz von Drohnen in Waldinventurierung (Projekt Forest-IMATE)
-\tGeplantes Labor: 100 m², "AAU Turm"



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Böhm
Fotohinweis: Büro LH Kaiser/Bürger