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GTI-Nachtreffen: Bevölkerung und Umwelt sollen geschützt werden

10.09.2018
LR.in Schaar, LR Zafoschnig: Politik, Behörden und Polizei setzen gemeinsam Maßnahmen - Resolution an Bundesregierung wird verabschiedet - Klare Unterscheidung zwischen offiziellem GTI-Treffen und Vor- bzw. Nachtreffen


Klagenfurt (LPD). Die Vor- und Nachtreffen der GTI-Community in Kärnten nehmen immer größere Dimensionen an. Aus diesem Grund präsentierten heute, Montag, Umweltreferentin LR.in Sara Schaar und Tourismusreferent LR Ulrich Zafoschnig nach einem Runden Tisch gemeinsame Maßnahmen mit der Exekutive sowie den zuständigen Behörden. Ziel der Maßnahmen sei es, die Anrainer und die Umwelt vor Lärmbelästigungen und Staubildungen zu schützen.

Dabei werde klar zwischen dem offiziellen GTI-Treffen im Mai und den privat, zumeist via Social-Media, organisierten Vor- und Nachtreffen unterschieden, betonten sowohl Schaar als auch Zafoschnig. Für das heurige Nachtreffen rechnet die Exekutive laut Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß mit 3.000 bis 4.000 GTI-Fahrzeugen sowie 7.000 bis 8.000 Personen.

LR.in Schaar erklärte, der Schutz der Anrainerinnen und Anrainer vor Ort habe für die Politik oberste Priorität. Man nehme die Meldungen aus der Bevölkerung über verursachte Lärmbelästigungen, die vor allem durch Fehlzündungen verursacht werden, sehr ernst und habe daher mit den Behördenvertretern an einem Runden Tisch über mögliche Maßnahmen diskutiert. Schaar informierte, in der morgigen Regierungssitzung werde eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedet, die eine Änderung des Kraftfahrgesetzes fordere. Damit wäre es möglich, im Konvoi fahrende GTI-Fahrzeuge in der Gruppe anzuhalten, um den Verursacher einer Fehlzündung durch technische Kontrollen feststellen zu können. Derzeit sei diese Handhabe im geltenden Kraftfahrgesetz nicht vorgesehen. "Es geht uns darum, die schwarzen Schafe unter den GTI-Fahrern unter Kontrolle zu bringen. 95 Prozent der GTI-Fans sind bei uns gern gesehene Gäste, 5 Prozent sorgen jedoch mit geplanten Fehlzündungen für hohe Lärmbelastungen", so Schaar.

Eine zweite legistische Möglichkeit ergebe sich durch die geltende Straßenverkehrsordnung. Diese sehe eine Bewilligungspflicht für die Benutzung von Straßen zu verkehrsfremden Zwecken vor. Daher werde man sich seitens des Landes an jene Personen, die über Facebook zu diesem Treffen aufrufen, wenden und auf diese Bewilligungspflicht hinweisen. "Wir wollen zum Schutz der Bevölkerung nichts unversucht lassen", erklärte Schaar.

LR Zafoschnig betonte als Tourismusreferent, das GTI-Hauptreffen sei ein fixer Bestandteil der Kärntner Tourismusszene. Es gehe vorwiegend um das Vor- sowie Nachtreffen, wo Maßnahmen gesetzt werden müssen. "Es handelt sich dabei um eine geringe Anzahl von schwarzen Schafen, die aber für die Bevölkerung Lärm verursachen. Wir zeigen mit unseren Maßnahmen, dass es sich dabei um ein koalitionäres und fachübergreifendes Interesse handelt, die Bevölkerung vor diesen schwarzen Schafen zu schützen. Es ist jeder herzlich willkommen, der sich an die Regeln hält. Wir werden aber mit entsprechender Schärfe und Härte gegen jene vorgehen, die sich nicht an diese Regeln und Gesetze halten", so Zafoschnig.

Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch unterstrich die engste Abstimmung der einzelnen Verantwortungsträger im Zusammenhang mit dem GTI-Nachtreffen. "Für die Radau-Brüder, die mit ihren Fehlzündungen das Treffen und die Bevölkerung stören, haben wir nichts übrig. Wir heißen jeden GTI-Fahrer herzlich willkommen, wenn er sich an die Regeln und die Straßenverkehrsordnung hält". Man werde als Gemeinde im Bedarfsfall auch Flächen sperren und strikt eingreifen, erklärte Poglitsch.

Abteilungsleiter Albert Kreiner strich heraus, dass alle verantwortlichen Behörden sehr gut zusammenarbeiten würden, um den Verlauf des Treffens ordnungsgemäß zu gewährleisten. Es werde im Rahmen des Nachtreffens zu einem verstärkten Einsatz des Landesprüfzuges kommen, um technische Manipulationen an den Fahrzeugen herausfiltern zu können. Zudem werden entsprechende Lärmmessungen in der Region durchgeführt.

Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß hob die verstärkten Exekutiv-Kontrollen in der Zeit des Nachtreffens hervor. "Es sind alle verfügbaren Kräfte der Landesverkehrsabteilung im Einsatz. In den Bezirken Klagenfurt und Villach-Land werden zusätzliche Bezirksverkehrsstreifen sowie weitere Zusatzstreifen im Einsatz sein. Zusätzlich dazu gibt es eine sehr enge Kooperation mit anderen Bundesländern, die im Bedarfsfall weitere Kräfte kurzfristig zur Verfügung stellen können", so Kohlweiß, die auf den grundsätzlich friedlichen Charakter des Treffens hinwies. Es gebe kaum Strafrechtsdelikte, übrig bleibe aber selbstverständlich das erhöhte Verkehrsaufkommen und die Lärmerregungen.

Bezirkshauptmann Bernd Riepan wies auf die Notwendigkeit legistischer Änderungen hin, damit man vor Ort entsprechend reagieren könne. Daher begrüße er die Resolution der Landesregierung an die Bundesregierung. "Die geforderte Änderung des Kraftfahrgesetzes würde ein Eingreifen ermöglichen, das auch generalpräventiv wirken kann", so Riepan.


Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar, Büro LR Zafoschnig
Redaktion: Fabian Rauber
Fotohinweis: LPD Kärnten/Just