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Lehre in Kärnten - Förderungen, Projekte und Initiativen für die Fachkräfte von morgen

13.09.2018
LHStv.in Schaunig: Von der Werkbank bis in die Führungsetage - Angebote und Förderungen des Landes unterstützen junge Kärntnerinnen und Kärntner beim Berufsein- und -aufstieg


Klagenfurt (LPD). "Kärnten bemüht sich intensiv darum, die Fachkräfte von morgen im eigenen Land auszubilden und zu behalten. Die Arbeitsmarktdaten geben diesen Anstrengungen Recht, wie die stetige Abnahme von arbeitsuchenden Jugendlichen und die steigende Anzahl von offenen Lehrstellen belegen", betonte LHStv.in Gaby Schaunig heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz zur Lehre in Kärnten.

Zuletzt sank die Jugendarbeitslosenrate in Kärnten um 20 Prozent und der Trend hält an. So waren im August 2018 um 453 Jugendliche/junge Erwachsene weniger arbeitslos gemeldet, als im Vergleichsmonat des Vorjahres. "Ein wichtiger, notwendiger Schritt in die richtige Richtung", so Arbeitsmarktreferentin Schaunig. Die sinkende Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen lässt sich auch an dem gestiegenen Angebot an Lehrstellen festmachen. So sind aktuell 466 Lehrstellen sofort verfügbar, das ist eine Steigerung um 12 Prozent zum Vergleichsmonat aus dem Vorjahr.

Wichtigstes Instrument zur Unterstützung der Lehrlinge ist die Arbeitnehmerförderung des Landes Kärnten. Mit 1.1.2018 sind im ANF-Bereich wesentliche Änderungen in Kraft getreten, die auf die zeitgemäßen Bedürfnisse der Kärntner Arbeitnehmer abgestimmt sind und einen besonderen Schwerpunkt im Bereich der Lehrlingsförderung setzen.

"Das bedeutet konkret: Anhebung der Pendlerpauschale, mehr Zuwendungen für den Ausbau von Lehrwerkstätten und für Unternehmen die "Lehre mit Matura" anbieten sowie Förderung der individuellen Weiterbildung. Zusätzlich haben wir landeseigene Initiativen gestartet, wie zum Beispiel das Pilotprojekt "English as a tool", um unseren jungen Menschen einen Startvorteil in ihr Berufsleben mitzugeben", so Schaunig.

"Mit der Anpassung und Überarbeitung der Pendlerpauschale haben wir einen wichtigen und notwendigen Schritt gesetzt, den positiven Trend am Kärntner Arbeitsmarkt zu unterstützen und weiter auszubauen. Die neuen Förderrichtlinien kommen allen berufstätigen Pendlerinnen und Pendler zugute. Lehrlinge, die täglich pendeln, erhalten dieses Jahr erstmals einen Fahrtkostenzuschuss bereits ab einer Wegstrecke von fünf Kilometern", erläuterte Schaunig die Wirksamkeit der neuen Richtlinien.

Mehr als 1.000 Lehrlinge werden jährlich in den 35 betrieblichen und acht zwischenbetrieblichen Lehrwerkstätten in Kärnten, die vom Land mitfinanziert werden, ausgebildet. "In diesen Lehrwerkstätten werden junge Kärntnerinnen und Kärntner zu hochqualifizierten Fachkräften für die Wirtschaft ausgebildet", so Schaunig, die das Angebot an Lehrwerkstätten auch kontinuierlich weiter ausbauen möchte.

Betreiber von Lehrwerkstätten erhalten Zuschüsse zum laufenden Betrieb von Lehrwerkstätten und Förderungen für Investitionen aus der Arbeitnehmerförderung des Landes. Betriebe, die einen Lehrling in eine zwischenbetriebliche Lehrwerkstätte entsenden, erhalten eine Lehrlingsverbundförderung aus der Arbeitnehmerförderung des Landes. Die jährliche Fördersumme des Landes zur Unterstützung der Lehrwerkstätten beträgt rund eine Million Euro.

In den Kärntner Lehrwerkstätten werden darüber hinaus Initiativen erprobt, die die heimischen Lehrlinge auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten. So startete das Land Kärnten in diesem Jahr eine neue Sprachen-Initiative in Zusammenarbeit mit dem CIC-Carinthian International Club: "English as a tool" - Englischunterricht direkt an der Werkbank. Dabei kommen Native Speaker acht Stunden pro Woche in die Lehrwerkstätten und halten dort, direkt angelehnt an den Arbeits- und Lehrprozess, fachspezifischen Sprachunterricht ab.

"Internationale Unternehmen mit Standort Kärnten kommunizieren in der Konzernsprache Englisch, viele erfolgreiche heimische KMUs agieren am Weltmarkt, die gut ausgebildeten Kärntner Fachkräfte sind auch im Ausland gefragt. Mit fachspezifischem Englischtraining verschaffen wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Programm "English as a tool" einen Startvorteil", so Schaunig.

David Ratheiser, der vor wenigen Wochen seine Lehrzeit bei Flex Althofen beendet hat, erzählte im Rahmen der Pressekonferenz von seinen Erfahrungen mit dem Pilotprojekt "English as a tool". Vor allem der niederschwellige Zugang, das direkte Gespräch mit einem Native-Speaker habe sein Können und Selbstvertrauen im Umgang mit der englischen Sprache gestärkt. "Es ist keine Schulsituation, bei der man vor der ganzen Klasse sprechen muss. Es ist, als würde man mit einem Freund reden, nur halt auf Englisch. Mir hat das Projekt gut gefallen und viel gebracht", so Ratheiser, der auch nach Beendigung seiner Lehre weiter für Flex arbeiten wird.

Das erprobte und bewährte Modell "Lehre mit Matura" wird seitens des Landes Kärnten weiterhin gefördert und ausgebaut. Die Verbindung von Theorie und Praxis, wie in der dualen Lehrlingsausbildung in Kärnten vorgesehen, ist ein Lehrsystem, das international anerkannt und nachgeahmt wird - ein ungemein wichtiger Startvorteil in die berufliche Zukunft und möglichen nächsten Karriereschritt.

"Eine verantwortungsbewusste Politik sorgt dafür, dass junge Menschen alle Möglichkeiten bekommen, um sich beruflich zu verwirklichen. Sie gibt ihnen eine Perspektive, verringert den Fachkräftemangel und stärkt damit die heimische Wirtschaft", so die Arbeitsmarktreferentin zu den diversen Förderungen und Initiativen des Landes.

Das betreffe auch die Förderungen von überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBA). In Kärnten erhalten junge Menschen, die am regulären Lehrstellenmarkt aus verschiedenen Gründen keine Aufnahme finden, einen zukunftsorientierten Ausbildungsplatz. "Die gute konjunkturelle Situation Kärntens, respektive Österreichs, muss ein Ansporn sein das Lehr-, und Bildungsangebot für unsere Jugend noch zu erweitern und auszubauen und nicht zu kürzen, wie von der Bundesregierung im Bereich der ÜBA vorgesehen."

Dass die überbetrieblichen Ausbildungsstätten eine erfolgreiche und wichtige Initiative für junge Menschen ist, konnte auch Michelle Kasser anhand ihrer eigenen Biografie bestätigen. Sie absolviert zurzeit eine Ausbildung in den BFI IT-L@bs mit Schwerpunkt Medien und IT. Ihre regulär begonnene Lehrzeit musste sie abbrechen nachdem sich der Betrieb keine Lehrlinge mehr leisten konnte. In den BFI IT-L@bs habe sie sich sofort wohlgefühlt - von den Kolleginnen und Kollegen über die Trainerinnen und Trainer, bis zu den Lerninhalten - alles habe von Anfang an gepasst. "In den IT -L@bs haben wir vielleicht sogar noch den Vorteil, dass die Trainerinnen und Trainer nur für uns da sind. Wir bekommen eine wirklich umfassende Ausbildung, die wir dann in Praktika bei Unternehmen auch umsetzen", so Kasser. Diese Praktikumsplätze stellen oft den Einstieg in die Berufswelt dar. Auf jeden Fall kann jede Absolventin und jeder Absolvent der BFI IT-L@bs eine solide, zukunftsorientierte Ausbildung vorweisen, die die Chancen am Arbeitsmarkt entsprechend erhöht.




Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Grollitsch/Rauber
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig