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HCB: Einhausung der Altlast K 20 abgeschlossen

20.09.2018
Blutwerte-Nachuntersuchungen zeigen sinkende Belastung -
31 Frischgrasproben bei Deponie mit unauffälligen Ergebnissen


Klagenfurt (LPD). Im Görtschitztal kehrt nach der HCB-Causa wieder der Alltag ein, kann die Bevölkerung positiv in die Zukunft blicken. Beigetragen haben dazu seitens des Landes bzw. der zuständigen Behörden der neue Krisenmanagement-Leitfaden, die Sanierung bzw. die Einhausung der Altlast K 20, zusätzliche Monitoringprogramme, die regelmäßige Untersuchung der Böden, Luft, Lebensmittel und Futtermittel und die Blutuntersuchungen.

Laut Landessanitätsdirektion (Abteilung 5 - Gesundheit und Pflege) ergaben die aktuellen Nachuntersuchungen der Blutwerte auf HCB im Juni 2018 ebenfalls eine sinkende Tendenz. Waren ursprünglich 24 Prozent der untersuchten Personen von einer HCB Belastung betroffen, die über den österreichischen Vergleichswerten lag, so ist dieser Anteil nach der aktuellen Untersuchung auf 14 Prozent gesunken. Zu berücksichtigen ist dabei, dass auch fünf Prozent der Durchschnittsbevölkerung österreichwert HCB-Werte über den Vergleichswerten aufweisen.

Die Lebensmitteluntersuchungen und die Ergebnisse der Hausgartenaktion 2018 seitens der Lebensmittelaufsicht im Umkreis der Deponie in Brückl brachten folgendes Ergebnis zu Tage. Insgesamt wurden 21 Proben (vier amtliche, 17 private Proben) auf Hexachlorbenzol (HCB), Blei, Cadmium und Quecksilber untersucht, davon 18 Mal frische Kräuter, einmal getrocknete Teekräuter und zwei Mal Eier.

Hinsichtlich HCB haben alle Proben den rechtlich zulässigen Rückstandshöchstgehalt eingehalten. Bei zwei Proben von frischen Kräutern wurden Überschreitungen des von der Med Uni Wien abgeleiteten medizinischen Richtwertes für HCB in Gemüse festgestellt. Eine Probe stammt aus dem Bereich unmittelbar neben der Deponie, die andere vom Ortsende in Brückl. Bei drei Privatproben von frischen Kräutern wurden Rückstandshöchstwertüberschreitungen bei Blei festgestellt. Es gilt zu beachten, dass die Proben aufgrund der gleichzeitigen Prüfung auf Hexachlorbenzol entgegen den Prüfvorschriften für die Bestimmung der Schwermetalle vor der Prüfung nicht gewaschen wurden. Dies führt erwartungsgemäß zu höheren Schwermetallwerten als sie im gewaschenen Gemüse auftreten würden.

Hinsichtlich der Cadmium- und Quecksilberwerte hielten alle untersuchten Proben die geltenden Grenzwerte ein.

Wie die Abteilung 8 (Umwelt, Energie, Naturschutz) bekannt gab, ist die Bauphase der Einhausung der Altlast K 20 nun abgeschlossen. In den kommenden Wochen werden noch Restarbeiten, wie die Rekultivierung, Einfriedung, Wiederherstellung der asphaltierten Zufahrt und die Baustellenräumung umgesetzt.

Die Aktivkohle-Reinigungsanlage für das Grundwasser aus der Wasserhaltung und der Bodenluftabsaugung der Altlast wurde Anfang September als sukzessiv gesteigerter Probebetrieb in Betrieb genommen.

Von der Abteilung 10 (Land- und Forstwirtschaft, Ländlicher Raum) wurden von Sachverständigen des amtlichen Pflanzenschutzdienstes Futtermittelbeprobungen durchgeführt und ebenfalls auf HCB bzw. Schwermetalle (Blei, Arsen, Cadmium, Quecksilber) untersucht.

Die neun Frischgrasproben im Tal, welche im Rahmen des Biomonitoring-Görtschitztal im Mai 2018 gezogen wurden, waren alle unauffällig. Im Bereich der Kalkdeponie K 20 bei der Donau Chemie in Brückl wurden im Rahmen des Deponiemonitorings 31 Frischgrasproben vom Mai bis August 2018 (erster, zweiter, dritter Schnitt) gezogen. Auch hier waren alle Probenergebnisse unauffällig. Es wurde kein untersuchter Stoff in grenzwertüberschreitender Menge festgestellt. Demnach kann das Futtermittel verwendet werden und an Nutztiere verfüttert werden. Im August wurden zehn Proben bei Mais und Sojabohnen gezogen. Hier sind die Ergebnisse noch ausständig, die Analysen laufen noch.

I N F O: Seitens der Donau Chemie AG findet morgen, Freitag, 21. September, ab 10:30 Uhr am Betriebsgelände der Altlast K20 in Brückl nach dem Sanierungsabschluss ein Festakt statt, bei dem man sich bei allen Mitarbeitern und Unterstützern des Projektes bedanken möchte.



Rückfragehinweis: Abteilung 5, 8 und 10, Landespressedienst
Redaktion: Michael Zeitlinger