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Rauchen: Zwei Todesfälle pro Tag in Kärnten

26.09.2018
LHStv.in Beate Prettner, ÄK-Präsidentin Preiss und Primarius Raunig warnen vor den Folgen des Tabakkonsums - Passivraucher gefährdeter, als lange Zeit angenommen: In Österreich sterben drei Menschen pro Tag, weil andere rauchen


Klagenfurt (LPD)."Rauchen kostet Menschenleben, und zwar mindestens 13.000 pro Jahr. Oder anders gesagt: Alle 41 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen des Rauchens. Auf Kärnten umgelegt sind das rund 780 Todesopfer Jahr für Jahr. Und das wiederum heißt: zwei Todesopfer jeden Tag", kritisierte heute, Mittwoch, in einer Pressekonferenz Gesundheitsreferentin Beate Prettner die Bundesregierung, die trotz dieser Fakten "konsequent einen Kurs fährt, der das Rauchen verharmlost".

Wesentlich brisanter als lange Zeit angenommen, seien auch die Auswirkungen auf Passivraucher: "Laut Studie von Wiener Umwelthygienikern sind die Partikel im frischen Passivrauch noch kleiner als im Aktivrauch, dringen daher tiefer in die Lunge vor und transportieren auf ihrer großen Oberfläche noch mehr Pyrolyseprodukte", informierte Prettner. Konkret: "In Österreich sterben im Schnitt drei Menschen pro Tag, weil andere rauchen." Es sei unverantwortlich von der Bundesregierung, diese Tatsachen zu ignorieren.

Ärztekammer-Präsidentin Petra Preiss, selbst als Herz- und Gefäßchirurgien am Klinikum Klagenfurt tätig, bestätigte: "Es ist mir vollkommen gleich, welche Regierung mit welchen Parteien das Nichtraucher-Gesetz in der Gastronomie gekippt hätte - ich würde immer das gleiche sagen. Nämlich, welche katastrophalen Auswirkungen das Rauchen hat. Wer über diese Auswirkungen diskutieren möchte, könnte auch darüber streiten, ob die Erde eine Scheibe ist."
Dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Tabakkonsums nicht "nur" auf das Organ Lunge beschränkt sind, machte Primarius Wolfgang Raunig, Leiter der Abteilung Strahlentherapie, klar: "Die Folgen des Rauchens betreffen fast kein Fach nicht!" Es beginne bei der Gynäkologie und gehe über Herz- und Gefäßerkrankungen bis hin zu zahlreichen Krebsarten. "Es gibt viele Gründe, besorgt zu sein", so Raunig. Große Sorgen mache er sich über die jugendlichen Raucher: "Die Auswirkungen bei jungen Menschen sind doppelt so stark. In den vergangen 20 Jahren hat sich - aufgrund der vielen Mädchen, die rauchen - die Zahl der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen in Kärnten verdoppelt."

"Wir wollen aufstehen für die Gesundheit in Österreich", appellierte LHStv.in Prettner und verwies auf das "Don’t smoke"-Volksbegehren, das von 1. bis 8. Oktober die Möglichkeit zur Unterschrift bietet. Breits im Vorfeld wurden knapp 600.000 Unterschriften registriert, 31.000 davon aus Kärnten. Das Land Kärnten unterstützt Wirte, die freiwillig auf ein rauchfreies Lokal setzen mit einer Werbekampagne: "Lokalhelden" nennt sich die Initiative, die Wirten Mut machen möchte, sich den freiwilligen Vorbilden anzuschließen. "Sensibilisierung, Vorbilder und Wissensvermittlung - damit machen wir mobil für don‘t smoke und damit für mehr Gesundheit", erklärte Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Robitsch