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Runder Tisch zum Thema "Wolf"

27.09.2018
LR Gruber lud Experten und Verantwortliche ein, um am Ende der Almsaison Bilanz über Wolfs-Situation in Kärnten zu ziehen - Werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um einen Anstieg der Wolfspopulation zu verhindern


Klagenfurt (LPD). Berichte über "Wolfszonen", Wolfssichtungen und Gerüchte über Hybrid-Wölfe in Kärnten haben in den letzten Monaten für sehr viel Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Sowohl in der Landesregierung als auch bei der Landwirtschaftskammer und der Kärntner Jägerschaft sind zahlreiche Schreiben und Anfragen von besorgten Landwirten, Almbauern, Jägern und Privatpersonen eingegangen. "Es war mir deshalb ein Anliegen, die zuständigen Experten am Ende der Almsaison zusammen zu holen, um alle Fakten auf den Tisch zu bringen und notwendige Maßnahmen zu besprechen", so Agrar- und Jagdreferent Landesrat Martin Gruber heute, Donnerstag.

Am "Runden Tisch", der heute in der Kärntner Landesregierung stattgefunden hat, haben neben der zuständigen Fachabteilung auch Vertreter der Kärntner Jägerschaft und der Kärntner Landwirtschaftskammer, der Almwirtschaftsverein, Wildbiologen und Sachverständige sowie Vertreter großer Jagdreviere in Kärnten teilgenommen. Rund 150 Meldungen von Wolfsrissen sind 2018 bei den zuständigen Behörden eingegangen, wurde berichtet. Jeder einzelne Fall wurde von den Sachverständigen geprüft. Bei einem Fall, einem getöteten Pony im Lavanttal (Twimberg), konnte auch ohne Genanalyse, allein durch das Rissbild, ein Wolfsriss bestätigt werden. In drei weiteren Fällen ließ das Rissbild zwar klar die Vermutung auf einen Wolf zu, war jedoch nicht eindeutig, sodass DNA-Proben genommen wurden, die schlussendlich einen Wolfsriss ausschließen konnten. Zum gleichen Ergebnis führten auch alle anderen DNA-Proben, die 2018 von den weiteren gemeldeten Fällen untersucht wurden. Die genaue Größe der Wolfspopulation in Kärnten könne derzeit nur vermutet, nicht eindeutig bestätigt werden, informierten die anwesenden Wildbiologen, da Wölfe ein Streifgebiet von mehreren 1.000 Kilometern haben. Sicher sei jedoch, dass es derzeit kein Wolfsrudel in Kärnten gibt, betonten Experten wie auch die Vertreter der Jägerschaft.

"Für mich bedeutet diese Bilanz, dass wir die Wolfs-Situation in Kärnten derzeit unter Kontrolle haben", so Landesrat Gruber, der aber auch betonte: "Wir müssen die Entwicklung sehr genau weiter beobachten." Nach dem Motto "Wehret den Anfängen" müsse alles getan werden, um die Bildung eines Wolfsrudels wie in Niederösterreich oder ein dramatisches Ansteigen der Wolfspopulation wie in Deutschland zu verhindern. "Ich werde als Jagdreferent alle rechtlichen Möglichkeiten dafür ausschöpfen", sagte Gruber. Er sei bereit, auch Ausnahmegenehmigungen für Vergrämungsmethoden oder die selektive Entnahme von Problem-Wölfen zu erteilen. Das Kärntner Jagdgesetz lasse solche Notmaßnahmen zu. "Der Schutz von Mensch und Nutztieren muss vor dem Schutz eines Wildtieres kommen, das in unserer Kulturlandschaft einfach keinen passenden Lebensraum hat", so der Agrar- und Jagdreferent.

Geeinigt hat man sich heute auch darauf, im geplanten "Österreichzentrum" für das Monitoring von Wölfen und Bären die Erstellung einer österreichweiten oder sogar europäischen Studie über die Wolfsbestände vorzuschlagen. Ziel ist es, den guten Erhaltungszustand der Wölfe im eurasischen Raum wissenschaftlich zu belegen, um so auch gegenüber der EU eine Argumentation gegen den absoluten Schutzstatus der Großraubtiere zu haben. Ähnlich wie beim Fischotter würde ein solches Gutachten die selektive Entnahme der Wölfe legitimieren.


Rückfragehinweis: Büro LR Gruber
Redaktion: Wedenigg/Böhm