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Kooperation der Kärntner Gesundheitsakteure im Kampf gegen rückläufige Impfmoral

28.09.2018
LHStv.in Beate Prettner zieht mit GKK-Direktor Lintner, Ärztekammer-Präsidentin Preiss und der Apothekerkammer an einem Strang - Am 1. Oktober startet große Kärntner Grippeschutzimpfaktion


Klagenfurt (LPD). "Die Impfmoral schwächelt: Wir müssen leider registrieren, dass die Impfquote in Österreich und damit auch in Kärnten schon einmal eine bessere gewesen ist", erklärte heute, Freitag, Gesundheitsreferentin Beate Prettner in einer mit der Kärntner GKK, der Ärzte- und Apothekerkammer gemeinsam durchgeführten Pressekonferenz. Tatsächlich lautet das Ziel der WHO, 95 Prozent der Bevölkerung mit der Masern/Mumps/Röteln-Impfung zu versorgen. Österreich kommt auf knapp 90 Prozent. Tendenz rückläufig. "Im Vorjahr hat sich die Zahl der Masernfälle im Vergleich zu 2016 verdreifacht", so Prettner.

Vor allem die Grippeimpfung mache Sorgen: "Wir halten aktuell bei einer Durchimpfungsrate von nur knapp sechs Prozent", informierte die Gesundheitsreferentin. "Wir haben also mehr als nur leichten Aufholbedarf: Jedes Jahr sterben Menschen an den Folgen einer Grippeerkrankung: Dabei würde ein Nadelstich helfen." Um die Situation zu verbessern, haben sich nun alle "Big Player" des Kärntner Gesundheitswesens zusammengetan, und eine Grippeimpfaktion ins Leben gerufen.

Ab Montag, 1. Oktober, bis zum Ende des 4. Quartals hat die Bevölkerung, insbesondere die Risikogruppe, die Möglichkeit, sich kostengünstig und zwar um 12,50 Euro bzw. 14 Euro impfen zu lassen", erklärte Kärntnens GKK-Direktor Johann Lintner. "Die Influenza kann schwerwiegende gesundheitliche Folgeschäden nach sich ziehen. Die kostengünstige Grippeschutzimpfaktion soll zur Förderung der Gesundheit der Kärntner Bevölkerung beitragen", so Lintner, der als "ambitioniertes Ziel eine Verdoppelung der Impfquote von sechs auf zwölf Prozent" ausgab. Nachsatz: "Wir würden diese Aktion auch gerne in den Folgejahre durchführen - ob das aber aufgrund der Kassenreform noch möglich sein wird, steht in den Sternen. Dann wird ja nicht mehr in Kärnten, sondern zentral in Wien entschieden".

12,50 Euro zahlen jene Personen, die eine Grippeimpfung bei ihrem Arzt des Vertrauens bevorzugen: Sie kaufen den Impfstoff um besagte 12,50 Euro selbst in der Apotheker und wenden sich dann an einen niedergelassenen Arzt, der die Impfung für sie kostenlos durchführt. Die zweite Möglichkeit ist, sich in einem Gesundheitsamt impfen zu lassen: Hier zahlt man 14 Euro, muss sich den Impfstoff aber nicht vorab besorgen.

Ein eindringlicher Appell, sich impfen zu lassen, kam von Ärztekammer-Präsidentin Petra Preiss: "Ich verstehe es nicht, wenn Menschen Impfungen verweigern. Und ich verstehe es überhaupt nicht, wenn sie derart kostengünstige Impfaktionen verweigern. Diese Ablehnungen sind schlichtweg irrational."

Laut der Vizepräsidentin der Apothekerkammer, Jutta Polligger-Juvan, werde heuer in Kärnten flächendeckend der Vierfachimpfstoff angeboten: "Dieser deckt die möglichen Stämme der jährlich unterschiedlichen Erreger der Virusgrippe am besten ab."

Eine besondere Aktion wird seitens des Landes den Kärntner Alten- und Pflegeheimen offeriert: "Ältere Menschen gehören zur gefährdetsten Risikogruppe. Für viele Senioren ist es aber mit großem Aufwand verbunden, sich in ein Gesundheitsamt oder zum Arzt zu begeben. Daher werden die Ärzte in die Pflegeheime kommen - einerseits Amtsärzte, andererseits niedergelassene Ärzte - um vor Ort die Grippeimpfung anzubieten", kündigte die Gesundheitsreferentin an.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger