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Eröffnung der Kulturwoche/Kulturni teden in Neuhaus

29.09.2018
LH Kaiser: Mehrsprachigkeit im Alpen-Adria-Raum und in Kärnten ist Teil unserer Kultur und unserer gemeinsamen Heimat, auf die wir stolz sein können


Klagenfurt (LPD). Vielfältiges Programm bis einschließlich 1. Oktober bietet die Kulturwoche/Kulturni teden der Kärntner Slowenen, die gestern, Freitag von Volksgruppenreferent Landeshauptmann Peter Kaiser in der Gemeinde Neuhaus eröffnet wurde.

"Die Mehrsprachigkeit im Alpen-Adria-Raum und in Kärnten ist Teil unserer Kultur und unserer gemeinsamen Heimat, auf die wir stolz sein können", sagte der Landeshauptmann, der seine Festrede in slowenischer Sprache begann und beendete. Die 24. Kulturwoche sei etwas Besonderes, auch weil vor genau 100 Jahren der 1. Weltkrieg zu Ende gegangen sei. "Das Jahr 1918 bildet eine dramatische Zäsur in der österreichischen Geschichte. Das Ende der Vielvölkermonarchie und der Aufbruch in die neue Staatsform der demokratischen Republik, die nicht vom ersehnten Erfolg gekrönt war", betonte Kaiser. Es habe eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft in Österreich und in Europa bedeutet, auch Frauen hätten erstmals in der Geschichte des Landes das Wahlrecht erlangt. Trotz der tragischen Entwicklung der Ersten Republik und der darauf folgenden Gräuel und Massaker habe sich dieser Ansatz langfristig als richtig herausgestellt, so Kaiser.

Die Versprechungen an die Volksgruppe seien lange nicht eingehalten worden und es habe lange gedauert, die verbrieften Rechte in die Realität umzusetzen. "Faktum ist, dass sich die Situation, Stimmung und Atmosphäre durch das Zutun vieler in Kärnten verändert haben, aber es ist noch viel zu tun", sagte der Landeshauptmann und zitierte Che Guevara: "Seien wir realistisch, denken und planen wir das Unmögliche."

Der Landeshauptmann verwies auch auf die kommende Ehrung von Florjan Lipuš: "Der Kärntner Autor, der in seiner Muttersprache Slowenisch schreibt, erhält am 1. Oktober die höchste Kulturauszeichnung der Republik." Ebenfalls hingewiesen hat Kaiser auf die Öffnung des Paulitschsattels, der nun das ganze Jahr befahrbar sei. "Er ist verbindend und verbindet", so Kaiser.

Als Gastgeber sprach Bürgermeister Gerhard Visotschnig, der dem Land Kärnten und dem Landeshauptmann für die große Ehre dankte, zum 60-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Neuhaus die Kulturwoche/Kulturni teden der Kärntner Slowenen veranstalten zu dürfen. Lenart Katz, Obmann Katholischer Kulturverein Drava, zeigte sich ebenfalls erfreut über die Möglichkeit, die vielen Kulturvereine und Aktivitäten präsentieren zu können.

"Alle Gräben wurden zugeschüttet, das ist sehr gut", sagte Jani Oswald vom Slowenischen Kulturverband zur Volksgruppen-Thematik in Kärnten, die nun endlich entspannt sei. Er beschrieb in seiner Rede auch die Mehrsprachigkeit im Alpen-Adria-Raum. Zur aktuellen Diskussion um Innenminister Herbert Kickl in Bezug auf Pressefreiheit und Menschenrechte appellierte Oswald an seine Volksgruppe: "Wer Solidarität erwartet und auch erfahren hat, der sollte sie aktiv anbieten, auch wenn es nicht die eigenen Belange betrifft."

Durch das Programm führten Danica Thaler-Urschitz und Hans Mosser. Für Musik und Gesang sorgten das Bläserquartett der Schlosskapelle Neuhaus, die Tamburizzagruppe Tamika und Oktet Suha. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Ehrengäste wie unter anderen der Generalkonsul der Republik Slowenien Milan Predan, Janko Krištof (Christlicher Kulturverband), August Brumnik (Slowenischer Kulturverband), Valentin Inzko (Rat der Slowenen), die Landtagsabgeordnete Ana Blatnik, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und sein Stellvertreter Markus Matschek, Igor Pucker, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur, Peter Karpf, Volksgruppenbüro-Leiter, Bezirkshauptmann Gert Klösch, Domdekan Michael Kristof, Caritas-Direktor Josef Marketz u.a.m.

Bei freiem Eintritt an allen Veranstaltungstagen werden u.a. Musik, Kunst, Mode und Theater oder eine kulturhistorische Wanderung in der ehemaligen Gemeinde Leifling geboten. Infos und genaues Programm unter www.volksgruppenbuero.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/fritzpress