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10. Oktober-Feier 2 - Gegenseitiges Vertrauen und gemeinsames Miteinander

10.10.2018
LH Kaiser und Regierungskollegium bei offizieller Gedenkfeier Kärntens im Landhaushof - Landtags-Präsident Rohr: Viele Fragen, die über Jahrzehnte in Kärnten zu Gegensätzen und Misstrauen geführt haben, sind überwunden - Gedenkminute für verstorbene Landeshauptleute Wagner und Haider

Klagenfurt (LPD). Bei der offiziellen Gedenkfeier des Landes im Landhaushof, heute Dienstag, sprachen auch Landtagspräsident Reinhart Rohr und Klagenfurts Bürgermeisterin Maria Luise Mathiaschitz.
Landtagspräsident Reinhart Rohr erinnerte daran, dass 2018 ein besonders Jubiläumsjahr sei. "Neben dem Gedenken an die Kärntner Volksabstimmung vor 98 Jahren feiern wir auch 100 Jahre Republik Österreich und Ende Erster Weltkrieg. Dieses besondere Ereignis werden wir am 22. Oktober im Großen Wappensaal im Landhaus in einer eigenen Gedenk- und Festveranstaltung feierlich begehen", teilte der Landtagspräsident mit.

Rohr hob als mahnende Ereignisse den Einmarsch deutscher Truppen, den Anschluss Österreichs und den 2. Weltkrieg hervor. Den Festbesuchern legte er ans Herz, die Ausstellung "Vermessungsamt", des Villacher Vereins für Industriekultur und des Kulturvereins Roz in der Marktgemeinde St. Jakob im Rosental zu besuchen. "Sie veranschaulicht den Rassenwahn der damaligen Zeit in bedrückender Weise", so Rohr.

In Bezug auf den Abwehrkampf meinte Rohr, dass Kärnten 98 Jahre
danach sehr dankbar für das Ergebnis der Volksabstimmung sei. "Das Ergebnis mit 59 Prozent in der Abstimmungszone A für ein freies und ungeteiltes Kärnten war eindeutig und zumindest jede zweite Stimme ist jedenfalls von Kärntner Slowenen gekommen. Heute können wir uns in einem gemeinsamen Europa glücklich schätzen, dass viele Fragen, die noch über Jahrzehnte in Kärnten zu Gegensätzen und Misstrauen geführt haben, überwunden sind und mittlerweile gegenseitiges Vertrauen und das gemeinsame Miteinander in allen Lebensbereichen gelebt wird", sagte Rohr.

Seinen Respekt zollte der Landtagspräsident, den vor zehn Jahren verstorbenen Landeshauptleuten Leopold Wagner und Jörg Haider. "Sie sind oftmals in ihrer Funktion hier im Landhaushof bei der jährlichen Volksabstimmungsfeier dabei gewesen und haben in ihren Reden in Dankbarkeit der Kärntner Volksabstimmung gedacht." Beide hätten Kärnten in ihren Amtszeiten bewegt und jeder sei auf seine Weise eine beachtenswerte Persönlichkeit der jüngeren Geschichte Kärntens gewesen. Die Festgäste bat Rohr, in einer Minute des Stilhaltens, der beiden ehrend zu gedenken.

Klagenfurter Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz betonte, dass der 10. Oktober ein besonderer historischer Tag sei. „Er steht für Heimatliebe und Tradition und am Ende gab es ein freies, demokratisches, ungeteiltes Kärnten. Sie warnte jedoch vor einer Wiederholung der Geschichte. „Vor 100 Jahren ging es um geografische Grenzen. Seien wir wachsam, dass sich durch teils bewusste gesteuerte Angstmeldungen wieder Grenzen in unseren Köpfen einschleichen“, strich die Bürgermeisterin hervor.

Bei der Feier in Annabichl bzw. im Landhaushof konnten Landeshauptmann Peter Kaiser bzw. Moderatorin Ute Pichler neben den Organisationen des öffentlichen Lebens, Einsatzorganisationen, Traditions- und Heimatverbänden sowie Slowenen-Organisationen zahlreiche Gäste begrüßen. Darunter die beiden Landeshauptmannstellvertreterinnen Beate Prettner und Gaby Schaunig sowie Landesrätin Sara Schaar und die Landesräte Daniel Fellner, Martin Gruber und Ulrich Zafoschnig. Weiters die Landtagspräsidenten Jakob Strauß und Josef Lobnig, Clubobmänner und Abgeordnete des Kärntner Landtages, Behördenleiter wie Landesamtsdirektor Dieter Platzer und seinen Stellvertreter Markus Matschek, Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweis, Militärkommandant Walter Gitschthaler. Ebenfalls im Landhaushof dabei waren Domprälat Michael Kristof und Superintendent Manfred Sauer.

Gedanken zum diesjährigen Motto "Kärnten - im Dialog gemeinsam wachsen - Koroška- v dialogu skupaj rasti" brachten stellvertretend für alle Kärntnerinnen und Kärnten drei Brückenbauer. Die Pädagogen Erika Wrolich und Hans Mosser bzw. der Leiter des Werner Berg Museum Bleiburg, Arthur Ottowitz. Wrolich betonte, dass die Mehrsprachigkeit die Kinder fördere und fordert. Mosser hob hervor, dass durch die Chöre des Landes und das Liedgut eine Brücke zu den Nachbarn geschlagen wurde. Ottowitz beschrieb das friedliche Miteinander der zweisprachigen Bevölkerung in der Kultur - und Wiesenmarkstadt Bleiburg/Pliberk. "Alle ziehen an einem Strang und der Bleiburger Wiesenmarkt ist eine der größten Dialogveranstaltungen."

Mitgestaltet wurde das Programm von zehn Schülerinnen und Schülern aus den Kärntner Bezirken. Julian aus Spittal, Leonhard (Feldkirchen), Lilly (Hermagor), Malena (St. Veit), Elena (Keutschach), Lia (Bleiburg), Vivienne (Völkermarkt), Matteo (Wolfsberg), Sarah (Villach) und Madaleine (Klagenfurt) trugen ein eigens zum 10. Oktober und zum diesjährigen Motto passendes Gedicht von Ossi Huber vor.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die gemischten Chöre Globasnitz und Danica/Mesani pevski zbor sowie die Singkreise Köttmannsdorf, Oisternig und Ars musica Althofen unter der Gesamtleitung von Horst Moser, dem Obmann des Kärntner Sängerbundes, sowie die Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Militärkapellmeister Oberstleutnant Dietmar Pranter. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Ogris spielten das Jugend-Tuba-Ensemble der Gustav Mahler Schule Klagenfurt ebenso wie junge Talente aus dem Rosental.

I N F O: Livebilder zur 10.-Oktober-Feier findet man auf www.facebook.com/landkaernten.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Büro LT-Präsident Rohr
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/fritzpress