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POLITIK

Armutsgefährdung in Kärnten rückläufig

17.10.2018
LHStv.in Beate Prettner informiert am "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut" über Situation in Kärnten und warnt vor bundespolitischen Kürzungen - Nicht jeder Ausfall auf Bundesebene könne von den Ländern kompensiert werden


Klagenfurt (LPD). Der 17. Oktober ist der "Internationale Tag für die Beseitigung der Armut". Das Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung hat dazu die "8. Kärntner Soziale Dialog Konferenz" organisiert. "Die Armutsgefährdung der Kärntner Bevölkerung ist seit dem Jahr 2011 rückläufig: 12 Prozent waren im Jahr 2017 armutsgefährdet, 2011 sind es noch 16 Prozent gewesen", informierte der Obmann des Kärntner Armutsnetzwerkes, Heinz Pichler.

"Um Armut zu senken bzw. zu verhindern, ist ein Bündel an Maßnahmen erforderlich. Denn es gibt nicht die eine Lösung", erklärte Sozialreferentin Beate Prettner heute, Mittwoch. An erster Stelle stehe die Erwerbstätigkeit. "Hier hat die Bundesregierung allerdings zwei ganz wesentliche Maßnahmen gestrichen. Die "Aktion 20.000" und den Beschäftigungsbonus. Beide Aktionen haben ganz gezielt jene Menschen in Arbeit gebracht, die ohne Job massiv von Armut betroffen gewesen wären", bedauerte Prettner. Als weitere essentielle Maßnahmen im Kampf gegen Armut bezeichnete Prettner Ausbildung, Weiterbildung, die Mindestsicherung und Sozialleistungen. Was die Mindestsicherung betreffe, sei Vorsicht geboten, zumal die Bundesregierung noch heuer ein neues Modell vorlegen werde: "Es ist zu befürchten, dass das neue Modell eine Verschlechterung sein wird", so die Sozialreferentin.

Wie gezielt Sozialleistungen mithelfen können, Armutsgefährdung zu reduzieren, machte die Sozialreferentin mit konkreten Vergleichszahlen deutlich: "Die Armutsgefährdung in Kärnten nach sozialen Transfers beträgt 12 Prozent, ohne soziale Transfers wären bereits 135.000 Kärntnerinnen und Kärntner, das sind 26 Prozent, armutsgefährdet." Noch gravierender wäre ein Wegfall der Transferleistungen bei Pensionen: "Dann wären nämlich 45 Prozent bzw. 234.000 Kärntner armutsgefährdet."

"Damit steht fest: Jede Reduktion einer Sozialleistung schafft postwendend einen Anstieg der Armut. Wir müssen auf der Hut sein, dass die Bundesregierung hier nicht an zu vielen Schrauben dreht. Mit Kürzungen erreicht man nichts und die Länder können nicht jeden Ausfall auf Bundesebene eins zu eins kompensieren", warnte Prettner. Jeder einzelne von Armut gefährdete Mensch sei einer zu viel - vor allem, wenn Armut in einem doch "reichen" Land, wie es Österreich sei, passiere, so Prettner. Ihr Appell: "Wir dürfen uns unseren sozialen Staat nicht schlecht reden lassen, im Gegenteil! Wir dürfen nicht da sparen, wo es um die Würde des Menschen geht. Und Armut bzw. Nicht-Armut hat viel mit Menschenwürde zu tun". Im Österreichvergleich ist die Armutsgefährdung in Nieder- und Oberösterreich am geringsten. Danach folgen Kärnten mit 12 Prozent und Salzburg mit 13,3 Prozent armutsgefährdeter Menschen.




Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Rauber