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Hochwasser 9: Landeskrisenstab zusammengetreten

30.10.2018
Zivilschutzwarnung in Möderndorf, Gailtal - Wetterlage und hydrologische Situation entspannen sich


Klagenfurt (LPD). Aufgrund der Unwetter in Kärnten ist heute, Dienstag, um 8.00 Uhr der Landeskrisenstab im "Haus der Sicherheit" zusammengetreten. Eröffnet wurde er von Katastrophenschutzreferent Landesrat Daniel Fellner. Es wurde in Möderndorf im Gailtal Zivilschutzwarnung ausgegeben, weil dort laut Norbert Sereinig von der Schutzwasserwirtschaft die Dämme zu brechen drohten. Die Dämme sind inzwischen abgedichtet worden, schweres Gerät ist unterwegs, um die Durchströmung zu stoppen. Von Hermagor abwärts werden jetzt alle Dämme kontrolliert.

Laut Christian Stefan von der ZAMG sind heute bis zum Abend noch 10-20mm Niederschlag, punktuell mit Gewitter 30mm möglich. An Windspitzen sind heute noch 70-80 km/h, punktuell bis 90km/h zu erwarten. Bis Abend sollte aber auch die Windgefahr gebannt sein. Für Mittwoch prognostiziert die ZAMG trockenes Wetter, von Donnerstag auf Freitag wieder 20-30mm, danach mehrere niederschlagsfreie Tage. Johannes Moser vom Land Kärnten schilderte die hydrologische Situation und sprach von einer generellen Entspannung und rückgängigen Pegelständen. Die weiteren geringfügigen Niederschläge im Laufe des Tages sollten nicht mehr zu einem größeren Ansteigen der Pegelstände der Flüsse führen.

Aus dem Bezirk Klagenfurt-Land meldete Bezirkshauptmann Johannes Leitner, dass die Ereignisse weniger stark als befürchtet waren, es habe nur Einzelschadensereignisse gegeben. Die Loiblpassstraße sei um 5.00 Uhr wieder freigegeben worden. Leitner appellierte an die Bevölkerung, Feuerwehrkräfte nicht dafür zu binden, kleinere Schäden an Dächern und Dachrinnen zu beseitigen: "Das ist nicht Aufgabe der Feuerwehr."

Der Bezirkshauptmann von Völkermarkt, Gert-Andre Klösch, berichtete von Windwürfen in St. Michael ob Bleiburg. Ein Hotsport habe sich in Bad Eisenkappel durch hohen Wasserstand aufgetan. Hier werde die Situation aktuell erkundet, für die Bevölkerung bestehe derzeit keine unmittelbare Gefahr. Die B82 nach Bad Eisenkappel sei befahrbar. Paulitschsattel und Seebergsattel sind gesperrt (mit Slowenien abgesprochen).

Aus dem Bezirk Spittal wurden massive Vermurungen und Schäden durch Hölzer gemeldet. 17 Ortschaften sind hier abgeschnitten. Nicht erreichbar sind einzelne Ortschaften in Oberdrauburg, Irschen, Dellach/Drau, Berg im Drautal und Greifenburg, außerdem Zwickenberg bei Simmerlach, Mallnitz, Lainach und Rangersdorf, Zwischenbergen und Heiligenblut ab Mörtschach.

Robert Zechner sagte, dass Verbund beim Hochwasserereignis mit beiden Wasserkraftwerksgruppen eingebunden war. Es sind bei den Speicherkraftwerken in den Hohen Tauern besonders während der Nachtstunden große Niederschlagsmengen in den Speichern aufgefangen worden. Die Speicher sind derzeit nahezu vollständig gefüllt. Verbund gibt aber weiterhin kein Wasser in die Flüsse ab, sondern versucht, durch interne Umlagerungen in den großen Kölnbreinspeicher weitere Puffer zu schaffen. An der Drau wird derzeit die Hochwasserspitze von Lavamünd abgehalten und im Völkermarkter Stausee abgefangen.



Rückfragehinweis: Landeskrisenstab
Redaktion: Markus Böhm