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Buchpräsentation: Von Eupen nach Europa

09.11.2018
LH Kaiser, AdR-Präsident Karl-Heinz Lambertz und Co-Autor Stefan Alexander Entel beleuchteten im Spiegelsaal die Europäische Union


Klagenfurt (LPD). Was ist los mit Europa? Dieser Frage gehen Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Ausschusses der Regionen und Co-Autor Stefan Alexander Entel in ihrem Buch "Von Eupen nach Europa" auf den Grund. Gestern, Donnerstag, präsentierten sie auf Einladung von Landeshauptmann Peter Kaiser und dem Europahaus Klagenfurt das Werk im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung. Was ist los mit Europa, lautete daher auch die Frage, die Martina Rattinger, Leiterin des Verbindungsbüros in Brüssel und Moderatorin des Abends den Podiumsdiskutanten stellte.

"Ich glaube nicht, dass der europäische Traum am Ende ist", betonte Kaiser. Die nationalistischen Strömungen die das Gefüge der Europäischen Union mittlerweile gefährden erklärt er wie folgt: "Wir haben ein sehr hohes Level an Wohlstand erreicht. Viele glauben, diesen Wohlstand national schützen zu können." Dabei sei genau das ein Paradoxon - weil, laut Landeshauptmann, kaum Probleme denen wir gegenüberstehen von Österreich alleine gelöst werden können. Als positives Zeichen wertete er, dass immer noch 74 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für den Verbleib in der EU sind. "Wir müssen aber mehr pro-europäisch agieren und dort Europa draufschreiben, wo Europa drinnen ist", betont Kaiser die Notwendigkeit des öffentlichen Bekenntnisses zur Europäischen Union.

Gerne erinnert sich Lambertz an die Zeit als die EU noch mobilisierend war. "Die Menschen wollten etwas Gemeinsames erreichen und haben das auch geschafft. Heute ist vieles zu selbstverständlich", glaubt der AdR-Präsident den Grund für das Aufkommen nationalistischer Strömungen zu kennen. Die Lösung sah Lambertz in der Definition neuer Werte und Zielrichtungen. "Wir brauchen eine gemeinsame Richtung. Die EU muss den Bürgerinnen und Bürgern den Eindruck vermitteln, dass sie mitgestalten können. Denn, letztendlich lebt ein gemeinsames Europa davon, dass auch die Menschen die dort leben den Mehrwert für sich erkennen", so Lambertz. Das Gleichgewicht zwischen Solidarität und Freiheit könnte die EU wieder auf Kurs bringen.

Die fehlende Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern macht Entel verantwortlich für den großen Wandel in der EU. "Wir haben vergessen, den Menschen zu erklären was die EU ist. Den Menschen muss klar werden, dass in der EU 500 Millionen Personen die gleichen Rechte haben. Nur dann kann Begeisterung für die EU aufkommen", so Entel. Das Verständnis von Demokratie spiele dabei eine zentrale Rolle. Er fuhr fort: "Sie wurde den Leuten viel zu oft als bloßes Politikmodell und viel zu wenig als Lebensmodell vermittelt."

Zum gemeinsamen Handeln im Sinne des europäischen Gedankens rief auch Valentin Petritsch, Präsident des Europahauses Klagenfurt, auf. "Wir haben von Europa profitiert und es ist nur gerecht, wenn wir das auch unseren Nachkommen gönnen."



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
Fotohinweis: LPD Kärnten/Bauer