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POLITIK

Europa im Dialog: Chancen und Risiken der Digitalisierung

10.11.2018
EU-Kommissarin Gabriel, LH Kaiser und LHStv.in Schaunig bei EU-Bürgerdialog mit Interessierten an der FH Kärnten in Villach - Herausforderungen, Chancen und Risiken der Digitalisierung standen zur Diskussion


Klagenfurt (LPD). Wie können die EU und ihre Mitgliedsländer den Weg in die digitale Zukunft sinnvoll und zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger gestalten? Dieser Frage ging heute, Samstag, ein EU-Bürgerdialog mit Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Landeshauptmann Peter Kaiser und LHStv.in Gaby Schaunig an der FH Kärnten in Villach, nach. Die interessierten Bürgerinnen und Bürger, darunter viele FH-Studierende, konnten dabei ihre Sichtweisen und Meinungen zum Thema mit EU-Kommissarin Gabriel diskutieren.

Die zukünftigen Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation für Europa seien vielfältig, erklärte Gabriel zu Beginn der Veranstaltung. Der digitale Binnenmarkt stelle Europa vor große Herausforderungen, über die es zu diskutieren gelte. Gabriel zeigte sich überzeugt, dass mit dem Bürgerdialog die gemeinsame Partnerschaft gestärkt werde. "Die Zukunft hat bereits begonnen, die digitale Transformation ist eine große Chance für Europa", so Gabriel, die gleichzeitig aber auch auf die Risiken der Digitalisierung hinwies. So hätten rund 80 Millionen Europäerinnen und Europäer noch nie das Internet verwendet. Um diese Menschen nicht für den Arbeitsmarkt zu verlieren, seien zahlreiche Maßnahmen notwendig. "90 Prozent aller Arbeitsplätze werden in Zukunft digitale Kompetenzen benötigen", führte Gabriel die Dimension der Digitalisierung aus. Hier gelte es in das Know-How der Menschen zu investieren, auf EU-Ebene habe man daher bereits über 30 Gesetzesinitiativen in diesem Bereich präsentiert. Das Ende des Roamings sei etwa ein konkretes Ergebnis aus diesen Initiativen. Europa müsse jedenfalls digital und inklusiv sein und in die Forschung und Innovation investieren, so Gabriel. Es benötige dazu Infrastrukturen der neuen Generation. Cyber-Sicherheit, künstliche Intelligenz und 5G seien weitere wichtige Themen, mit denen sich Europa intensiv auseinandersetzen müsse. "Wir werden ein Europa haben, auf das wir stolz sein können", warf Gabriel zum Schluss ihrer Ausführungen einen positiven Blick in die Zukunft.

Landeshauptmann Peter Kaiser dankte den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern für ihre Bereitschaft, diese große Chance zur Diskussion und Debatte zu nutzen. Es sei bedeutend, die Fragen, die uns in Zukunft bewegen werden, gemeinsam zu erörtern. Kaiser verwies auf die geschriebenen Worte von Kommissarin Gabriel im offiziellen Ehrenbuch des Landes. "Kärnten besitzt eine Vorreiterrolle, für die sich Kommissarin Gabriel bedankt hat. Mit dem heutigen Spatenstich und der Investition von Infineon über 1,6 Milliarden Euro macht Kärnten zudem einen riesigen Schritt in die gemeinsame Zukunft", erklärte Kaiser.

FH-Rektor Peter Granig dankte der Kommissarin für ihre Bereitschaft, am Villacher Campus über die digitale Transformation zu diskutieren. Der Besuch sei eine große Ehre, die Digitalisierung sei besonders an der Fachhochschule ein zentrales Thema. Zahlreiche Projekte wurden bereits umgesetzt und man habe in diesem Bereich große Ambitionen für die Zukunft, erklärte Granig.

Mit den Bürgerdialogen zu verschiedensten Themenbereichen verfolgt die Europäische Union das Ziel, die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger der Mitgliedsländer zur Zukunft Europas einzuholen. An dem Bürgerdialog in Villach nahmen auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, Landtagsabgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza, Villachs Vizebürgermeisterin Petra Oberrauner, Bildungsdirektor Robert Klinglmair sowie der Geschäftsführer des Europahauses, Marc Germeshausen, teil.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Fabian Rauber
Fotohinweis: LPD Kärnten/Höher