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Ärzte-Nachwuchs: Expertenrunde tagte in Kärnten

13.11.2018
LHStv.in Beate Prettner: Medizinstudium ist Dreh- und Angelpunkt für künftiges Ärzteangebot - Runder Tisch mit Universitätsrektoren - Österreich hat ein Verteilungsproblem


Klagenfurt (LPD). "Das Medizinstudium ist der Dreh- und Angelpunkt für das künftige Ärzteangebot", sagte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Dienstag. Sie stehe daher mit Universitätsrektoren im regen Austausch. Nach mehreren persönlichen Gesprächen habe sie nunmehr Experten - u. a. Oliver Vitouch, Rektor der Universität Klagenfurt und Vizepräsident der Universitätenkonferenz, Doris Lang-Loidolt, Vizerektorin der MedUni Graz, Anita Rieder, Vizerektorin der MedUni Wien, und Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, - zu einem gemeinsamen runden Tisch in Kärnten begrüßen können.

Einhelliger Tenor der Experten: "Österreich hat keinen Ärztemangel, sondern vielmehr ein Verteilungsproblem. Immer weniger Ärzte werden direkt beim Patienten wirksam." Es sei daher wesentlich, bereits während des Studiums auf die Stärkung der Allgemeinmedizin zu fokussieren. Nicht nur im Studium selbst, sondern auch rund um das Studium würden die Experten hinsichtlich der Allgemeinmedizin Entwicklungspotenzial sehen, welches von den medizinischen Universitäten und der medizinischen Fakultät gemeinsam mit dem BMBFW formuliert worden sei. Zudem sollten Jungmediziner nach ihrer universitären Ausbildung schnellstmöglich patientenwirksam tätig werden können. "Wir haben das Zugangssystem zu optimieren. Es ist so umzugestalten, dass mehr Ärzte beispielsweise als Allgemeinmediziner oder Psychiater vor Ort am Patienten ihr Wissen anwenden", meinte Prettner.

"Der runde Tisch war ein wichtiger Schritt, um eine Brücke zu bauen zwischen Politik, Planungsebene mit der Gesundheit Österreich und Ausbildungsebene mit den MedUnis und der Medizinischen Fakultät und um Schwachpunkte ebenso wie Chancen zu diskutieren", sagte Prettner. Letztlich müsse es allen Verantwortungsebenen darum gehen, die medizinische Versorgung in Österreich auf Top-Niveau für die Zukunft abzusichern.

Kärnten verfüge aktuell mit 643 Allgemeinmedizinern, 258 davon mit Kassenvertrag, über eine flächendeckende hausärztliche Versorgung. Lediglich eine Kassenstelle, und zwar jene in Kötschach-Mauthen, sei vakant. "Alle anderen Hausärzte-Planstellen sind besetzt. Damit weist Kärnten ein so dichtes Allgemeinmediziner-Netz auf wie nie zuvor ", erklärte die Gesundheitsreferentin. Allerdings könnte die Situation in den nächsten Jahren - einerseits aufgrund bevorstehender Pensionierungen, andererseits aufgrund neuer Lebens-Berufs-Modelle von Ärzten - kippen. "Wir müssen daher rechtzeitig gegensteuern", betonte Prettner. In diesem Zusammenhang erinnerte sie an das Landärztepaket, das Kärnten bereits im Februar gemeinsam mit GKK und Ärztekammer geschnürt habe. Unter anderem beinhalte es eine Sonderunterstützung für Landärzte von bis zu 2.000 Euro pro Quartal.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Sternig