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"Combined Success" 2 - Große Katastrophenschutzübung erfolgreich abgeschlossen

15.11.2018
Fazit von Übungsleitung und Behördenleitungen: Wichtige Erkenntnisse gewonnen und Bewusstsein für Thematik geschaffen


Klagenfurt (LPD). Drei Tage lang haben in Kärnten insgesamt 120 Personen für einen europaweiten, länger dauernden Stromausfall geübt. Nicht nur die Auswirkungen dieses sogenannten "Blackouts", sondern auch Szenarien wie starke Schneefälle, Brände oder Unfälle forderten die beübten Einsatzstäbe. Diese wurden von den Bezirken St. Veit, Wolfsberg sowie vom Bezirk Klagenfurt-Land und der Landeshauptstadt Klagenfurt hochgefahren. Der Landeskrisenstab - er fungierte gleichzeitig als Übungsleitung - wurde von mehreren Experten unterstützt. Gelaufen ist die Übung unter dem Titel "Combined Success 2018" und das Fazit lautet: Es wurden wichtige Erkenntnisse für den nicht ausgeschlossenen Ernstfall gewonnen und vor allem auch breiteres Bewusstsein für das Thema "Blackout" geschaffen.

Bundesheer-Oberst Erwin Hubmann bilanziert als Übungsleiter: "Mit den vielfältigen Themenbereichen und Einlagen konnte bei den Übungsteilnehmenden und Behördenstäben eine ‚Profilschärfung‘ für die Thematik eines Blackout erreicht werden. Besonders beeindruckend ist die sehr hohe Motivation der jeweiligen Stäbe und verschiedenen Teilnehmenden zu bewerten."

Für Markus Hudobnik als Katastrophenschutzbeauftragten des Landes hat die letzte Hochwasserkatastrophe gezeigt, wie wichtig es sei, dass Großübungen wie Blackout mit mehreren Bezirken stattfinden. "Ebenso der persönliche Kontakt mit den Einsatzorganisationen und den verschiedenen Fachbereichen wie Energiewirtschaft, ÖBB, Stadtwerke, Apothekerkammer, KABEG, Lebensmittelhandel und allen Medienvertretern sind Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten im Ernstfall. Erschwerend war bei dieser Übung die Aufgabenstellung: wie kann die Kommunikation von der Bevölkerung bis hin zu den Behörden erfolgen. Dazu möchte ich mich bei allen Behörden mit ihren Krisenstäben sowie den Fachgruppenvertretern herzlich bedanken", so Hudobnik. Er dankt auch dem politisch zuständigen Katastrophenschutzreferenten für das Vertrauen, so ein Thema wie Blackout beüben zu dürfen sowie den Medienvertretern für die Berichterstattung und das Informieren der Bevölkerung.

Für St. Veits Bezirkshauptfrau Claudia Egger-Grillitsch ist die Übung selbst aufgrund eines gut aufeinander abgestimmten Teams zwischen Behörde und Einsatzorganisation reibungslos verlaufen. "In der Abarbeitung von kritischen Sachverhalten kamen jedoch viele Herausforderungen zu Tage (Versorgung, Medikamente, Nahrungsmittel, Trinkwasser, Transporte, etc.), für die eine Lösung erst erarbeitet werden muss. Wichtig wird sein, das Bewusstsein bei der Bevölkerung für einen Blackout zu schärfen und darauf hinzuweisen, dass in jedem Haushalt entsprechende Vorbereitungen getroffen werden sollen", so die Bezirkshauptfrau.

Der Bezirkshauptmann von Wolfsberg, Georg Fejan, betont, dass der Bezirk bei "Blackout-Szenarien" auf sich gestellt sei, den Großteil der Probleme müsse man vor Ort mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen lösen. "Dass sich die handelnden Personen im Bezirkskrisenstab persönlich kennen, erleichtert das rasche und unkomplizierte Arbeiten im Stab. In Wolfsberg hat sich die zusätzliche Einbindung von Bergrettung, Wasserrettung und Amateurfunk sehr bewährt. Chaos und Tumult können bei einem Blackout am wirksamsten vermieden werden, wenn auch der Zivilschutz, die Gemeinden und die Bevölkerung entsprechend vorgesorgt haben", so Fejan.

"Die immer häufiger auftretenden Unwetter und ihre unübersehbaren Folgen haben uns in jüngster Zeit gelehrt, wie wichtig eine funktionierende Kette der Sicherheit für den Schutz der Bevölkerung ist", betont Klaus Bidovec, stellvertretender Bezirkshauptmann von Klagenfurt-Land. "Im Ernstfall ist die reibungslose Zusammenarbeit aller Behörden, Einsatzkräfte und Institutionen unerlässlich. Genau das wird bei den jährlich stattfindenden Katastrophenschutzübungen der Combined Success optimal geprobt. Im Einsatz nach den beiden jüngsten Sturmereignisse haben sich bereits erste Erfolge dieser Übungen gezeigt", so Bidovec und er sagt: "Ich danke allen Beteiligten. Nicht nur wir als Behörde, sondern vor allem die Kärntner Bevölkerung profitiert letztlich von den Erfahrungen, die wir hier sammeln."

Wilfried Kammerer von der Klagenfurter Magistratsdirektion sagt, dass nun alle Erkenntnisse aus der Übung sorgfältig analysiert werden, um zukünftig für Großschadensereignisse bestens gerüstet zu sein. "Denn Katastrophen kündigen sich nicht an, sondern passieren. Die Mitarbeiter der Stadt haben voll motiviert an der Übung teilgenommen", so Kammerer.

"Combined Success" wurde 2009 als Serie von Katastrophenschutzübungen gestartet und mittlerweile in allen Bezirken Kärntens durchgeführt. "Combined Success 2018" lief nun erstmals in drei Bezirken und einem Magistrat gleichzeitig. Absolviert wurde die Übung von den behördlichen Stäben als Planspiel quasi auf dem Reißbrett, Einsatzkräfte zum Beispiel werden also nicht real, sondern nur annahmeweise ausgeschickt. Für die Bevölkerung gab es durch die Übung selbstverständlich keine Einschränkungen. Neben den Bediensteten aus dem Amt der Kärntner Landesregierung, der Bezirkshauptmannschaften und des Magistrates Klagenfurt waren Experten von Kelag/Kärnten Netz GmbH, Stadtwerke Klagenfurt, Energielenkungsbeirat, Kabeg, ÖBB Infrastruktur AG, Sozialhilfeverband Klagenfurt-Land, Apothekerkammer Kärnten, Zivilschutzverband Kärnten, Bundesheer, Polizei, Rotem Kreuz, Feuerwehr, Wasserrettung, Bergrettung und aus dem Lebensmittelhandel beteiligt. Im Bezirk Wolfsberg wurden auch die Amateurfunker vom Österreichischen Versuchssenderverband (ÖVSV) eingebunden.

Informationen zur Übung, Fotos und die Übungs-Presseaussendungen finden Sie unter www.ktn.gv.at



Rückfragehinweis: Landespressedienst - Gerd Kurath (0664 - 80536 10201)
Redaktion: Markus Böhm