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20 Jahre pro mente kinder jugend familie: Psychische Gesundheit in einer sich wandelnden Zeit

16.11.2018
LHStv.in Beate Prettner würdigte pro mente im psychosozialen Bereich als wichtigen Partner in der Kärntner Versorgungsstruktur


Klagenfurt (LDP). "Unsere Zeit gewinnt zusehends an Tempo - die damit einhergehenden Herausforderungen schlagen sich vor allem im psychischen Bereich nieder. Viele Menschen können dem zunehmenden Druck nicht mehr standhalten. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass die aktuelle ‚Europäische Wertestudie‘ einen nie dagewesenen Trend in Richtung work-life-balance ortet. Das sollte als Warnzeichen verstanden werden", appellierte Gesundheits- und Sozialreferentin Beate Prettner bei der heutigen Podiumsdiskussion im Rahmen der Festveranstaltung "20 Jahre pro mente kinder jugend familie". Ein Warnzeichen sollte auch sein, dass immer mehr Kinder und Jugendliche von psychosozialen Krisen betroffen seien, so Prettner. "Leistungsdruck, sozial-ökonomische Faktoren, Konflikte unterschiedlichster Art schlagen in der Familie und damit bei Kindern auf."

"Wir, die Gesellschaft und die Politik, sind gefordert, Betroffene rechtzeitig aufzufangen, ihnen Hilfe zu geben und ihnen Auswege aufzuzeigen. Pro mente zeigt sich dabei als wichtiger und verlässlicher Partner in der Kärntner Versorgungsstruktur", dankte die Referentin dem Verein mit Obmann Georg Spiel, der Geschäftsführerin Eva Leutner und dem kaufmännischen Geschäftsführer Paul Streit an der Spitze.

Der Verein pro mente kinder jugend familie widmet sich grundsätzlich der positiven Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie deren Familien. "Die Angebote sind vielfältig und zeigen in genau dieser Vielfalt die Breite der Herausforderung", betonte Prettner. Konkret umfasst der Tätigkeitsbereich stationäre sozialtherapeutische Wohngemeinschaften (Kinderburg in Straßburg, Jugendburg in Straßburg, Mädchenwohngemeinschaft in Möllbrücke, Intensivwohngemeinschaft WOGE in Viktring) und betreutes Wohnen mit Wohnungen im Raum Klagenfurt, Spittal und Wolfsberg; zwei Kriseninterventionszentren in Klagenfurt und Spittal; zwei Mini-Ambulatorien in St. Veit und Wolfsberg mit Außenstellen in Klagenfurt und Völkermarkt; (berufliche) Rehabilitation (Produktionsschule, Tagesstätte Saluto, Ausbildung in der Lehrwerkstätte Kretha in Spittal und im Altstadtmarkt in Wolfsberg ) sowie die Präventions- und Gesundheitsförderung Youth Point.

"Im stationären Bereich stehen die soziale und emotionale Stabilisierung sowie die Bewältigung von persönlichen Schwierigkeiten und Konflikten eines Minderjährigen im Vordergrund. Das Erlernen von Beziehungsfähigkeit und sozialer Kompetenz verlangt vom Mitarbeiterteam enorm viel Einfühlungsvermögen, viel Engagement, viel Idealismus", zollte Prettner dem interdisziplinären pro mente-Fachkräfteteam ihren Respekt.

Das Land Kärnten fördert pro mente im Jahr mit in Summe rund 4,4 Millionen Euro, mit mehr als 600.000 Euro werden die zwei Mini-Ambulatorien unterstützt. Laut Prettner würden alleine mit den Mini-Ambulatorien mehr als 2.500 Betroffene erreicht. Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern werden hier von einem multidisziplinären Team versorgt. Das therapeutische Angebot umfasst neben medizinischen und funktionellen Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie auch Psychotherapie und klinisch-psychologische Behandlung, aber auch soziale Hilfeleistungen und Beratung.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Robitsch