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Regierungssitzung 2: Kärnten richtet per Gesetz Wildschadensfonds ein

20.11.2018
LR Gruber: Nach jahrelanger Diskussion jetzt einheitlicher rechtlicher Rahmen bei Schäden durch ganzjährig geschonte Wildtiere in Alm- und Landwirtschaft sowie Fischerei


Klagenfurt (LPD). Vor allem die Alm- und Landwirtschaft, aber auch die Fischerei waren in Kärnten lange mit dem Problem konfrontiert, dass es keine einheitliche Regelung für Schäden, die durch ganzjährig geschonte Wildtiere - Wolf, Bär, Luchs, Biber und Fischotter - verursacht wurden, gab.

Der Gesetzesentwurf, mit dem das Land Kärnten nun einen Wildschadensfonds einrichtet, soll für die Schadensabgeltung einen rechtlichen Rahmen schaffen. "Jahrelang wurden die Landwirte zu Bittstellern beim jeweiligen Naturschutzreferenten gemacht. Es war mir sehr wichtig, das so rasch wie möglich zu ändern", betonte der zuständige Jagd- und Agrarreferent LR Martin Gruber heute nach der Regierungssitzung. "Auch die Praxis, dass die Kärntner Jägerschaft für Schäden aufkommen musste, die sie aufgrund der ganzjährigen Schonzeit gar nicht verhindern hätte können, war schlichtweg unfair", so Gruber weiter.

Der heute von der Kärntner Landesregierung beschlossene Gesetzesentwurf sieht die Einrichtung eines Fonds mit eigener Rechtspersönlichkeit vor. Er wird durch einen Vorsitzenden - der jeweilige Jagdreferent - sowie ein Kuratorium vertreten. Neben dem Jagdreferenten erhält auch der jeweilige Naturschutzreferent Sitz und Stimme im Kuratorium. Weitere drei beschließende Mitglieder werden auf Vorschlag der Landwirtschaftskammer sowie der Jägerschaft ernannt. Fünf Mitglieder mit beratender Stimme sollen sich aus Wildbiologen, Experten der Fachabteilungen, dem Kärntner Jagdaufseherverband sowie der Kärntner Landarbeiterkammer zusammensetzen.

Das Kuratorium wird in Zukunft alle eingelangten Schadensmeldungen in seinen Sitzungen behandeln und über die jeweils auszuzahlende Unterstützungsleistung entscheiden. Dabei wird nach genauen Richtlinien vorgegangen, die vom Kuratorium zu beschließen sind. "Wir schaffen damit transparente und klar nachvollziehbare Rahmenbedingungen für die Abgeltung von Wildschäden", betonte Gruber. Kärnten ist damit Vorreiter in Österreich. Kein anderes Bundesland hat bisher einen eigenen Wildschadensfonds eingerichtet.

Im Begutachtungsverfahren, das mit 30. Oktober zu Ende ging, waren 33 Institutionen und Behörden, vom Naturschutzbeirat über die Jägerschaft, den Gemeindebund, die Fischereiverbände bis zu den Kammern eingebunden. 14 Stellungnahmen wurden fristgerecht übermittelt. Die am häufigsten genannte Forderung betrifft die Höhe der Auszahlung. "Viele Interessensverbände wünschen sich eine 100prozentige Abgeltung der Schäden. Mein Ziel ist natürlich die höchstmögliche Unterstützungsleistung. Die konkrete Höhe wird aber von Fall zu Fall im Kuratorium entschieden", informiert Gruber.

Der Wildschadensfonds erhält seine finanziellen Mittel aus einem Anteil der Jagdabgabe sowie aus weiteren Landesmitteln, die bei Bedarf zugeführt werden. "Die Erst-Dotierung beträgt 100.000 Euro. Das entspricht in etwa der Summe, die in den vergangenen Jahren ausbezahlt wurde. Wir haben im Regierungskollegium vereinbart, dass wir zuerst alle bereits eingelangten Meldungen abarbeiten und dann nachdotieren, sollten die Mittel nicht ausreichen", erklärt Gruber. Der Gesetzesentwurf wird nun an den Kärntner Landtag weitergeleitet und soll dort noch im Dezember behandelt werden.



Rückfragehinweis: Büro LR Gruber
Redaktion: Wedenigg/Robitsch