Presseaussendungen

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HCB-Görtschitztal: Abteilungen des Landes ziehen nach vier Jahren Bilanz

23.11.2018
Alle Maßnahmen, wie Bluttests, Lebensmittel-, Futtermittel- und Bodenproben, das umfassende Bio-Monitoring und die Einhausung der K 20 in Brückl, haben zu einer Normalisierung des Lebens im Tal geführt


Klagenfurt (LPD). Vier Jahre nach Bekanntwerden der HCB-Umweltcausa im Görtschitztal wurde heute, Freitag, seitens der Fachabteilungen des Landes (Abteilungen 5, 8, 10) eine Bilanz über die Arbeit, bzw. die von ihnen eingeleiteten Maßnahmen gezogen. Zudem gab es Informationen über künftige Schwerpunktaktionen von den Abteilungsverantwortlichen.

Seitens der Unterabteilung Sanitätswesen/Landessanitätsdirektion in der Abteilung 5 (Gesundheit und Pflege) hat es für die betroffene Bevölkerung des Tales seit 2014 sieben Serien von Blutuntersuchungen gegeben. Die letzte Untersuchung fand im Juni 2018 statt. Laut Landessanitätsdirektorin Elisabeth Oberleitner waren ursprünglich 24 Prozent der untersuchten Personen von einer HCB-Belastung betroffen, die über den österreichischen Vergleichswerten lag. Mittlerweile ist dieser Anteil auf 14 Prozent gesunken. In der gesamten österreichischen Bevölkerung liegt der Anteil bei fünf Prozent. Überschreitungen der Vergleichswerte bedeuten nicht, dass gesundheitlich relevante Grenzen überschritten wurden. Nachuntersuchungen sind künftig in Drei-Jahres-Intervallen geplant gab Oberleitner bekannt.

In Bezug auf die Ernährungsempfehlung gibt es eine regionale Limitierung nur noch für den ausgewiesenen Bereich um die Altlast K20 der Deponie Brückl. Hier wird aus Vorsorgegründen sowohl vom Anbau pflanzlicher Lebensmittel als auch von einer Nutztierhaltung abgeraten. Die Entscheidung über eine allfällige Aufhebung dieser Vorsorgeempfehlung soll nach Vorliegen weiterer Daten im Frühjahr 2019 erfolgen.

Von der Lebensmittel-Aufsicht wurden im Görtschitztal seit Beginn der Probenziehungen im Jahr 2014 insgesamt 1.227 amtliche Proben gezogen und vom Institut für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin und Umwelt (ILV) auf HCB untersucht. Die Situation im Jahr 2018 hat sich von den Probenergebnissen her weiter gebessert. Wurden im Jahr 2017 noch drei Überschreitungen der Richtwerte für HCB der Medizinischen Universität Wien festgestellt, so war es im Jahr 2018 lediglich eine Überschreitung. Insgesamt sind drei Landesschwerpunktaktionen von der Lebensmittel-Aufsicht in der Region Görtschitztal und im Lebensmittel-Einzelhandel durchgeführt worden.

Auch im Umfeld der Deponie K20 in Brückl wurden Proben gezogen. Seitens der Lebensmittelaufsicht wurden alle Privatpersonen im Umkreis der Deponie, bei denen bis dato amtliche Proben gezogen wurden, aufgesucht und nachgefragt, ob ein Interesse an einer Beprobung von Lebensmitteln aus dem Hausgarten bestehe. Insgesamt wurden 21 Proben gezogen, die vom ILV Kärnten begutachtet wurden. Dabei wurden drei Rückstandshöchstwertüberschreitungen von Blei in Kräutern und in zwei Fällen eine Überschreitung der Richtwerte für HCB der Medizinischen Universität Wien festgestellt.

Auch für das Jahr 2019 ist die Durchführung von drei Landesschwerpunktaktionen im Görtschitztal geplant. Dabei sollen die selbst hergestellten Fleisch-und Wurstwaren der Ab-Hof-Verkäufer, Direktvermarkter und Buschenschenken sowie die Produkte der Rohmilchbetriebe, die nicht an Molkereien geliefert werden, untersucht werden. Zudem werden Relegationsproben im Lebensmittelhandel und Proben aus Hausgärten im Umfeld der Deponie K 20 untersucht werden.

Die Umweltabteilung (Abteilung 8 Umwelt, Energie, Naturschutz) führte seit 2014 Untersuchungen und Monitorings in den Bereichen Luft, Grundwasser, Oberflächenwasser und Boden durch. Die Schwerpunkte der Luftuntersuchungen lagen, abgesehen von der kontinuierlichen Luftgütemessstation am Pemberg, in den letzten Monaten im Umfeld der Altlast K 20 in Brückl, nachdem die Werte im Bereich Wietersdorf zunehmend unauffälliger waren. Zuletzt wurden an neun Schwerpunktstandorten im Umfeld der Altlast K20 sowie an einem Standort im oberen Görtschitztal HCB-Immissionsmessungen durchgeführt, teilte Abteilungsleiter Harald Tschabuschnig mit.

Abgeschlossen ist die Bauphase der Einhausung der Altlast K20. Derzeit werden nur noch Restarbeiten, wie Rekultivierung, Einfriedung, Wiederherstellung der asphaltierten Zufahrt und die Baustellenräumung umgesetzt. Die (Aktivkohle)-Reinigungsanlagen für das Grundwasser aus der Wasserhaltung und der Bodenluftabsaugung der Altlast wurden mit Anfang September 2018 in Betrieb genommen.

Die Auswertungen der Luftqualitätsmessungen (HCB-Passivsammlermessungen) bis September 2018 zeigen, dass sowohl im Bereich der Firma w&p in Wietersdorf als auch im Umfeld der Altlast K20 in Brückl der durch das Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien speziell für das Görtschitztal empfohlene Langzeitimmissionsgrenzwert (Jahresmittelwert) von zwei ng/m³ eingehalten und zum Teil deutlich unterschritten wurde.

An den Messstellen direkt neben der Altlast K20 konnten im Frühjahr 2018 zwar vereinzelt noch Überschreitungen des Langzeitrichtwertes festgestellt werden. Aber auch hier haben die Werte zuletzt deutlich abgenommen. Mit Abschluss der Sicherungsmaßnahmen wird der empfohlene Langzeitimmissionsgrenzwert bei allen Messstellen eingehalten werden.
Auch die Untersuchungen von Fichtennadeln auf HCB und Quecksilber bestätigen diesen Trend. Sie zeigen ebenfalls einen sehr positiven Verlauf. Von Seiten der Umweltabteilung werden künftig die Untersuchungen und Messungen im notwendigen Ausmaß zur Beweissicherung weitergeführt werden.

Von der Landwirtschaftsabteilung (Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft, Ländlicher Raum) wurden seit 2014 rund 2.500 Futtermittelproben im Görtschitztal gezogen und untersucht, teilte Abteilungsvorstand Gerhard Hoffer mit. Die Proben wurden auf HCB und Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber) untersucht.

2018 wurden vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst der Abteilung insgesamt 50 Futtermittelbeprobungen durchgeführt. In den Vorernteuntersuchungen im August 2018, beprobt wurden Mais und Sojabohnen, wurde kein untersuchter Stoff in grenzwertüberschreitender Menge festgestellt, waren alle zehn Proben unauffällig. Die Stichproben entsprechen somit den Bestimmungen des §3 Abs.1 des Futtermittelgesetzes 1999 -FMG 1999, BGBl. I Nr. 139/1999, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 189/2013. Demnach darf das Futtermittel in Verkehr gebracht und an Nutztiere verfüttert werden.

Alle 31 Frischgrasproben von Mai bis August 2018, aus dem Umfeld des Kalkdeponie K 20, lagen bezüglich des HCB-Gehaltes unter der Bestimmungsgrenze waren ebenfalls unauffällig. Beim Deponie-Monitoring im direkten Umfeld um die Kalkdeponie "K20" wurden im Mai 2018 neun Frischgrasproben gezogen. Auch hier waren alle Proben unauffällig.

Art und Ausmaß der Futtermittelprobenziehung im Görtschitztal, im Rahmen des Bio- und Deponiemonitorings für das Jahr 2019, soll Anfang Jänner 2019 bei einer gemeinsamen Besprechung mit dem Umweltbundesamt festgelegt werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Vier Jahre nach Bekanntwerden der Causa bestätigen die Probenergebnisse von Lebensmittelaufsicht, Gesundheits-, Landwirtschafts- und Umweltabteilung, dass die getroffenen Maßnahmen in die richtige Richtung gehen und dass es eine Normalisierung des Lebens im Görtschitztal gibt.



Rückfragehinweis: Abteilung 5, 8 und 10, Landespressedienst
Redaktion: Michael Zeitlinger


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