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POLITIK

Integrationskonferenz im Zeichen von "gemeinsam.reden"

04.12.2018
LR.in Schaar setzt auf Miteinander auf Augenhöhe und weitere Umsetzung des Integrationsleitbildes


Klagenfurt (LPD). Die 4. Integrationskonferenz des Landes Kärnten fand gestern, Montag, am Abend mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Politik, der Verwaltung, der Interessensvertretungen, der Organisationen und Vereine sowie Expertinnen und Experten aus dem Bereich Integration im Jugendgästehaus Cap Wörth statt. "Die Konferenz diente der Diskussion, dem Austausch und dem gemeinsamen Bearbeiten gesellschaftspolitisch relevanter Themen in der Integrations- und Migrationspolitik", so Landesrätin Sara Schaar. "Der Abend wurde zudem genutzt, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Integrationsarbeit auszutauschen und über die gemeinsame Bearbeitung spezifischer Problemfelder zu beraten", berichtet die Integrationsreferentin, die darauf hinwies, dass das heurige Motto "gemeinsam.reden" ganz bewusst gewählt wurde.

Gerade in der heutigen Zeit, in der Diversität oft als Bedrohung dargestellt werde und Vorurteile und Ängste den öffentlichen Diskurs bestimmen würden, sei es notwendig, mit Dialogbereitschaft und einem respektvollen Umgang gegenzusteuern, so Schaar. "Kärnten ist seit jeher ein Land der Vielfalt, in dem Menschen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft friedlich zusammenleben können. Grundvoraussetzung dafür ist ein gesellschaftliches Klima der gegenseitigen Wertschätzung, in dem Menschen trotz verschiedener Meinungen, Weltanschauungen, politischen Einstellungen und Religionen gut miteinander leben können."

Mit der Umsetzung des Integrationsleitbildes "Gemeinsam in Kärnten" habe man sich in Kärnten dazu bekannt, den Weg des respektvollen Miteinanders und Dialoges auf Augenhöhe gemeinsam zu gehen, unterstrich Schaar. Einen Überblick über die laufende Umsetzung des Integrationsleitbildes in Kärnten lieferten Barbara Roschitz (Leitung Abteilung 13 - Gesellschaft und Integration) und Nadine Hell (Mitarbeiterin in der Abteilung 13 - Gesellschaft und Integration).

Positiv berichtet wurde, dass zwischen September und Dezember 2017 erstmalig flächendeckend in allen Kärntner Bezirken Deutschkurse für Asylwerberinnen und Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit durchgeführt werden konnten. Präsentiert wurde auch die Maßnahme "Integration on Tour", bei der in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle Informations- und Sensibilisierungsworkshops an Kärntner Schulen oder anderen Einrichtungen für Jugendliche ab 12 Jahren abgehalten werden. Umgesetzt werden konnte 2018 auch die digitale Integrationsplattform, eine serviceorientierte Webseite, die einen guten Überblick über alle Kärntner Integrationsangebote liefert. Trotz der Kürzungen vonseiten des Bundes sei man auch im nächsten Jahr bemüht, das Kärntner Integrationsleitbild weiter umzusetzen, betonte Schaar.

Einen Schwerpunkt bei der heurigen Integrationskonferenz bildete die Rolle der Kommunikation bei der Integration geflüchteter Menschen und wie gute Kommunikations- und Vermittlungsprozesse gelingen können. Trainerin Karin Bischof (SinnFabrik, ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) referierte über Argumentationsstrategien in Debatten um Migration. Dabei legte sie dar, wie man in emotionalen Debatten zur Migration, insbesondere wenn die Fronten verhärtet sind, nicht den Kontakt zum Gegenüber zu verliert, Haltung bewahrt und in guter Kommunikation bleibt. Nach der Buchpräsentation "In besserer Gesellschaft" von Autorin Laura Wiesböck von der Universität Wien fand unter dem Titel "WIR und die ANDEREN" eine Podiumsdiskussion statt, bei der auch Gerlinde Kranner, Direktorin der VS 1 Villach - Khevenhüller, mitdiskutierte und von ihren Integrationserfahrungen mit Flüchtlingskindern im schulischen Bereich berichtete.



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Böhm
Fotohinweis: Büro LR.in Schaar