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Entwicklungspolitischer Beirat: Fünf Hilfsprojekte genehmigt

12.12.2018
LH Kaiser dankt Initiativen und Beirat - Gesamtfördersumme rund 48.000 Euro - Forderung an Bund und EU: Entwicklungshilfen forcieren statt kürzen und Mauern zu errichten - Zweifel an ernsthafter Bekämpfung von Fluchtursachen


Klagenfurt (LPD). Für fünf Projekte in Nigeria, Nicaragua, Indien, der Westsahara und Kuba wurde gestern, Dienstag, in der zweiten Sitzung des Entwicklungspolitischen Beirates des Landes Kärnten eine Gesamtfördersumme von rund 48.000 Euro genehmigt. Das teilte Landeshauptmann Peter Kaiser mit. Bei den Projekten geht es um die Themenbereiche Bildung, Ausbildung, Forschung und Wasserversorgung.

Der Landeshauptmann dankte dem Beirat und insbesondere den Initiativen, welche die Projekte eingereicht haben, für ihre engagierte Arbeit. "Solidarität und Menschlichkeit sind ganz wesentliche Werte. Die fünf eingereichten Projekte helfen und unterstützen gezielt und nachhaltig. So leisten wir einen Beitrag zur Hilfe und Unterstützung für die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen vor Ort", erklärt Kaiser.

Was Kärnten im Rahmen seiner Möglichkeiten an Entwicklungshilfe geben kann, müssten allen voran die Bundesregierung und die anderen EU-Staaten deutlich stärker machen, um den Menschen vor Ort Perspektiven zu geben, damit sie nicht zur Flucht gezwungen werden. "Dass die Bundesregierung die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit kürzt, anstatt diese wie noch im Wahlkampf angekündigt zu erhöhen, lässt schon an der Ernsthaftigkeit von Beteuerungen a la ‚Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen‘ zweifeln", machte Kaiser deutlich. "Mauern und Zäune zu errichten, statt Menschen in ihrer Heimat so zu unterstützen, dass sie in ihren Zuhause Perspektiven finden, mag eine populistisch erfolgreiche Methode sein. Menschlich und moralisch ist das der falsche Weg."

Bei den fünf von Kärnten unterstützen Projekten handelt es sich um eine Ausbildungs- und Beschäftigungsoffensive durch ein Zentrum für Lernschwächen in Nigeria (eingereicht von Ingrid Rieder), eine Ausbildungsinitiative für Promotorinnen im Bereich Gewaltprävention in Nicaragua (eingereicht vom Verein Kärntner Solidarität mit Nicaragua), ein Schulprojekt für marginalisierte Kinder in Indien (eingereicht vom Verein SONNE International), den Aufbau einer Forschungsgruppe an der Universität Tifariti in der Westsahara/Algerien (eingereicht vom Studiengang Soziales der FH Kärnten) sowie um die Wiederherstellung zerstörter Wasserversorgungsanlagen in Santiago de Cuba (eingereicht von der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft Kärnten).

In Summe hat die Kärntner Landesregierung 2018 mit diesen fünf dann zwölf Projekte in einem Gesamtausmaß von knapp 100.000 Euro unterstützt. Für das Jahr 2019 wurde das Budget nochmals auf rund 105.000 Euro erhöht. Der Entwicklungspolitische Beirat unterstützt die Landesregierung bei der Erörterung und Koordination entwicklungspolitisch relevanter Entscheidungen. Er setzt sich aus Mitgliedern der Landtagsparteien, von Bildungsinstitutionen, kirchlichen Einrichtungen sowie Hilfs- und entwicklungspolitischen Organisationen zusammen.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Böhm