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Regierungssitzung 7 - Natura 2000-Gebiete: Kärnten wendet Strafzahlungen von Österreich ab

18.12.2018
Gemeinsame "Kärntner Lösung" steht - 25 neue Gebiete gemeldet - Verantwortung für Erhaltung der heimischen Natur- und Kulturlandschaften sowie Bewirtschaftungsschutz


Klagenfurt (LPD). Kärnten kommt seiner Verpflichtung gegenüber Österreich und der EU nach und hat seit dem Frühjahr insgesamt 25 Natura 2000-Gebiete (21 neue Gebiete, vier Erweiterungen) nachgemeldet, um Strafzahlungen von Österreich abzuwenden. Das berichtete Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit Naturschutz- und Umweltreferentin LR.in Sara Schaar sowie Agrarreferent LR Martin Gruber heute, Dienstag, beim Pressefoyer nach der heutigen Regierungssitzung.

"Mit der Nachmeldung der Gebiete wurde ein Gordischer Knoten gelöst und es ist ein deutliches Signal, Verantwortung für die Erhaltung der Kärntner Natur- und Kulturlandschaften zu übernehmen, aber es zeigt auch deutlich, dass Eigentümer-Interessen ernst genommen werden", sagte der Landeshauptmann. Natura 2000-Gebiete seien wesentlich für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, so der Landeshauptmann, der seinen Regierungskollegen Naturschutz- und Umweltreferentin Schaar sowie Agrarreferent Gruber besonders dankte: "Mit sehr viel Arbeit habt ihr innerhalb des ersten Regierungsjahres etwas geschafft, was in über 23 Jahren nicht möglich war."

Auch Gruber hob hervor, dass es eine ganz neue Form der Zusammenarbeit auf Augenhöhe gegeben habe, die all die Jahre nicht einmal denkbar gewesen sei. "Wir haben die Sorgen der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer ernst genommen, Gespräche gesucht und schon im Vorfeld festgeschrieben, was das für die Eigentümer bedeutet. Also: Was darf ich und was darf ich dann nicht mehr." Damit sei Rechtssicherheit geschaffen und ein erster Schlussstrich gezogen worden. "Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit an Landesrätin Sara Schaar, wir haben gemeinsam als Kärntner Landesregierung im Sinne der Grundeigentümer gehandelt", so Gruber.

Als zuständige Naturschutzreferentin habe sie sofort nach ihrem Amtsantritt die Sache in die Hand genommen und aufgrund der vorherrschenden Unsicherheiten, was die Bewirtschaftung von Natura 2000-Flächen betrifft, mehr als 30 Informationsveranstaltungen für alle Grundbesitzer organisiert, berichtete Schaar. "Mir war die Einbindung aller Beteiligten und eine gemeinsam erarbeitete Lösung auf Augenhöhe von Anfang an wichtig." Ein großes Dankeschön für die konstruktive Zusammenarbeit gab es für Landesrat Gruber, die Vertreter der Naturschutzabteilung und der Landwirtschaftskammer, die Schutzgemeinschaften sowie für alle Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer.

Zur Vorgeschichte informierte die Naturschutzreferentin, dass seit 31. Mai 2013 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich laufe, weil die Vorgabe, Gebiete auszuweisen, nur unzureichend erfüllt worden sei. Vom Bundesland Kärnten sei die Nachmeldung von weiteren 25 Gebieten eingefordert worden. Die Frist der EU laufe bis Ende Dezember 2018.

"Nach Informations- und Abstimmungsgesprächen ist es gelungen, Ende November fünf Schutzgebiete, Anfang Dezember fünf weitere Gebiete und in der heutigen Sitzung die restlichen 15 Natura 2000-Gebiete zu beschließen", berichtete Schaar. Es mache sie stolz, dass es gelungen ist, eine von allen getragene Lösung zu erarbeiten und den Grundbesitzerinnen und Grundbesitzern zu vermitteln, dass Natura 2000 keine Einschränkungen bei der Bewirtschaftung bedeute. "Die Besitzer wissen nun bereits im Vorfeld, wie die weiteren gemeinsamen Schritte aussehen. Natura 2000 bedeutet Natur-, Landschafts- und Bewirtschaftungsschutz in einem und die Erhaltung unserer Lebensräume auch für nachfolgende Generationen", betonte die Naturschutz- und Umweltreferentin.

Seit Amtsantritt von LR Schaar seien 17.500 Hektar neue Natura 2000-Gebietsflächen beschlossen worden (von 47 auf 72 Gebiete). Vor dem Vertragsverletzungsverfahren (vor Mai 2013) habe die Natura 2000-Fläche 5,97 Prozent der Landesfläche betragen, heute rund 7,84 Prozent der Landesfläche. Insgesamt würde es aktuell 72 Natura 2000-Gebiete geben.

Übersicht Gebiete:
Fünf Gebiete Ende November:
Moore am Ossiacher Tauern
Rosegger Drauschleife und Umgebung
Wunderstätten
Gail im Lesachtal (Erweiterung)
Untere Lavant (Erweiterung)

Fünf Gebiete Anfang Dezember:
Hohe Tauern (Erweiterung)
Nockberge (Erweiterung)
Kosiak
Ingolsthal
St. Martiner Moor

15 Gebiete nach der heutigen Regierungssitzung:
Trögerner Klamm
Koschuta
Tscheppaschlucht (Ferlacher Horn)
Ebenthaler Schlucht
Kronhofgraben
Ossiacher Tauern
Michaelergraben
Kleinobir
Garnitzenklamm
Tiffen
Mittagskogel-Karawanken Westteil
In der Laka
Kokra
Kirchbachgraben
Sattnitz Ost
Summe: 25 Gebiete, davon 21 neue und 4 Erweiterungen



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR.in Schaar, LR Gruber
Redaktion: Ulli Sternig