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POLITIK

Ärztemangel: Zugangsbeschränkungen zu Medizinstudium umgehend lockern

18.12.2018
LHStv.in Prettner fordert Einsicht seitens der Bundesregierung - Künstlich produzierten Flaschenhals nicht länger negieren


Klagenfurt (LPD). "Die rigorosen Zugangsbeschränkungen im Medizinstudium lassen uns sehenden Auges in einen Ärztemangel schlittern - davor warne ich seit geraumer Zeit", erinnert die Kärntner Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Dienstag, unter anderem an entsprechende Resolutionen an die Bundesregierung. Jede Aufforderung, mehr jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Medizin zu studieren, wurde laut Prettner bislang negiert. Zuletzt, am 3. März 2018, hieß es in einem Antwortschreiben aus dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium wörtlich: "Ein von Ihnen georteter zukünftiger Engpass an Ärzt/innen ist aufgrund der vorliegenden Daten nicht nachvollziehbar."

"Wie passen die Daten, die dem Ministerium vorliegen, mit den Daten, über die die Österreichische Ärztekammer verfügt, zusammen?", fragt nun Prettner vor dem Hintergrund der heute veröffentlichen Zahlen seitens der ÖÄK. Laut Johannes Steinhart, Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte, müssten nämlich rein rechnerisch "alle in Österreich verbleibenden Absolventen niedergelassene Ärzte werden, um den künftigen Bedarf zu decken". "Diese Aussage zeigt in einer dramatischen Deutlichkeit, dass die Bundesregierung mit dem Festhalten an der Zugangsbeschränkung einen künstlichen Flaschenhals produziert. Die Lösung kann nur sein, die Zahl der Studierenden umgehend und ganz massiv zu erhöhen. Nur so kann Österreich langfristig gesehen den Bedarf an niedergelassenen Ärzten decken", ist Prettner überzeugt. Es könne und dürfe nicht sein, dass wir "tausende motivierte junge Menschen davon abhalten, Arzt zu werden."

Die Gesundheitsreferentin steht zudem seit mehreren Monaten in intensivem Austausch mit Rektoren der heimischen Medizinuniversitäten: Nach mehreren persönlichen Gesprächen konnte sie zuletzt Ende Oktober die Experten (u. a. Rektor der Universität Klagenfurt und Vizepräsident der Universitätenkonferenz, Oliver Vitouch, Vizerektorin der MedUni Graz, Doris Lang-Loidolt, Vizerektorin der MedUni Wien, Anita Rieder, GF der Gesundheit Österreich GmbH, Herwig Ostermann) zu einem gemeinsamen runden Tisch in Kärnten begrüßen. Handlungsbedarf sehen die Experten auch im Studium selbst: Jungmediziner sollten nach ihrer universitären Ausbildung schnellstmöglich patientenwirksam tätig werden können. Das Zugangssystem sei also so umzugestalten, dass mehr Ärzte als Allgemeinmediziner oder Psychiater vor Ort am Patienten ihr Wissen anwenden, waren sich die Rektoren einig.

Für Kärnten selbst kann Prettner (noch) Entwarnung geben: Aktuell verfügt Kärnten mit 643 Allgemeinmedizinern, 258 davon mit Kassenvertrag, über eine flächendeckende hausärztliche Versorgung. Lediglich eine einzige Kassenstelle, und zwar jene in Kötschach-Mauthen, ist vakant. "Alle anderen Hausärzte-Planstellen sind besetzt", sagt Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm