News

LOKAL

Neue Ausbildungszweige für den Schulstandort Kärnten

14.01.2019
BM Köstinger, LH Kaiser und LR Gruber präsentierten innovative Schulkooperation zwischen der HBLA Pitzelstätten und der HTL Lastenstraße - Beide Schulstandorte bilden zukünftig ein landwirtschaftlich-landtechnisches Kompetenzzentrum - "Land- und Umwelttechnik" sowie "Land-, Umwelt- und Energietechnik" starten ab dem Schuljahr 2019/20


Klagenfurt (LPD). Jedes Jahr verlassen Schülerinnen und Schüler Kärnten, um in einem anderen Bundesland eine Ausbildung mit Matura im agrarischen Bereich zu absolvieren. Denn eine solche Möglichkeit gab es bislang in Kärnten nicht in allen Fachrichtungen. Mit der heute, Montag, präsentierten Schulkooperation zwischen der HBLA Pitzelstätten und der HTL Lastenstraße ändert sich das.

Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber stellten neue Ausbildungszweige vor, die ab dem Schuljahr 2019/2020 an den beiden Schulen absolviert werden können. Gemeinsam mit Ingrid Weinhandl, Direktorin der HBLA, und HTL-Direktor Michael Archer wurde der fünfjährige Maturazweig "Land- und Umwelttechnik" an der HTL Lastenstraße sowie der dreijährige Aufbaulehrgang "Land-, Umwelt- und Energietechnik" an der HBLA Pitzelstätten präsentiert. In Zukunft wird dadurch der Maturabschluss für Absolventen der landwirtschaftlichen Fachschulen in allen vier Fachbereichen (Landwirtschaft, Gartenbau, Pferdewirtschaft, Betriebs- und Haushaltsmanagement) möglich.

In beiden Ausbildungen kooperieren die Schulstandorte auf mehreren Ebenen miteinander und bilden damit zukünftig ein landwirtschaftlich-landtechnisches Kompetenzzentrum. Während die landwirtschaftlichen Kurse für die Schülerinnen und Schüler beider Schulen auf dem rund 50 Hektar großen Gelände in Pitzelstätten durch Lehrkräfte der HBLA abgehalten werden, erfolgt der technische Unterricht für beide Zweige in den modernen Werkstätten und Labors der Lastenstraße durch die Fachkräfte der HTL. Die Lehrgänge werden mit der Reife- bzw. Diplomprüfung abgeschlossen. Die Kooperation ermöglicht eine Ausbildung, die nicht nur in Kärnten, sondern auch in den benachbarten Bundesländern einzigartig ist. Vergleichbare Ausbildungen für Landtechnik findet man nur in Niederösterreich und Oberösterreich. Einem "Brain-Out", d.h. der Abwanderung junger Kärntnerinnen und Kärntner in andere Bundesländer aufgrund fehlender Ausbildungsmöglichkeiten in der Heimat, wird damit entgegengesteuert.

Bundesministerin Köstinger betonte die außerordentlich gute Ausbildung, die an der HBLA Pitzelstätten angeboten werde und die mit der jetzt vereinbarten Kooperation einen neuen Schub erhalte. Auch der Jahresschwerpunkt "Digitalisierung" der Bundesregierung werde in "Pitzelstätten 2.0" umgesetzt, so die Ministerin. "Es entstehen 70 digitale Arbeitsplätze für die Schülerinnen und Schüler, damit sie bestens für die Chancen der Digitalisierung in der Landwirtschaft ausgebildet werden", erklärte Köstinger. Durch die Kooperation mit der HTL Lastenstraße würde in die Lehrinhalte investiert und diese entsprechend adaptiert. So werde in Pitzelstätten zukünftig ein stärkerer Fokus auf Technik gelegt. "Die Absolventinnen und Absolventen sollen perfekt ausgebildet werden und bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden", so Köstinger.

Bildungsreferent LH Peter Kaiser betonte, das Bildungsland Kärnten habe es sich immer zum Ziel gesetzt, am Puls der Zeit zu sein. "Bildung soll junge Menschen dazu befähigen, in einer sich immer schneller verändernden Welt zu reüssieren. Politik hat die wichtige Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Bildung zu schaffen", so Kaiser. Gemeinsam mit dem Bund, der Bildungsdirektion und den beiden Schulen würden mit der neuen Kooperation genau diese Weichenstellungen vorgenommen. "Genau solche Weichenstellungen ermöglichen es, dass Kärnten bei den aktuellen Entwicklungen an erster Stelle steht", informierte Kaiser. Zusammen mit den Sozialpartnern wurden in der aktuellen Regierungsperiode bereits zahlreiche Bildungsprojekte umgesetzt. Der Bildungsreferent nannte die Industrie-HAK in Althofen und die erste Chemie-Klasse in der HTL Mössingerstraße als Beispiele. "In allen Bereichen versuchen wir, Alleinstellungsmerkmale zu erreichen. So auch bei dieser Kooperation und dieser einzigartigen Zusammenarbeit der beiden Schulen", erklärte der Landeshauptmann, der sich bei allen Beteiligten - allen voran bei den beiden Direktoren Ingrid Weinhandl und Michael Archer - für ihr Engagement bedankte. Die Kooperation würde für eine beträchtliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern Verbesserungen bringen, so Kaiser.

Agrarreferent LR Martin Gruber sieht in der Kooperation eine zusätzliche Aufwertung des Landwirtschaftlichen Schulwesens in Kärnten. "An der Landwirtschaft interessierte Schülerinnen und Schüler können in Kärnten mit unseren acht Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen auf sehr gut ausgebaute Ausbildungsmöglichkeiten zurückgreifen. Aber mit dieser Schulkooperation schaffen wir neue Schwerpunkte mit Matura, mit der wir unsere Jugend in Kärnten halten können." Für 1270 Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen in Kärnten bedeute das wichtige agrarische Ausbildungsperspektiven vor Ort in unserem Bundesland so Gruber.

"Die Ausbildung Land- und Umwelttechnik an der HTL Lastenstraße umfasst umfassende praktische und theoretische Kenntnisse in den Bereichen landwirtschaftliche Maschinen, Agromechatronik, "Smart Farming" und Erneuerbare Energien", hob HTL-Direktor Dr. Michael Archer hervor.

"Wir sind stolz im Rahmen dieser einzigartigen Kooperation einen Meilenstein in der Ausbildung angehender Betriebsführerinnen und Betriebsführer gesetzt zu haben", unterstrich HBLA-Direktorin Pitzelstätten Ingrid Weinhandl die Bedeutung des Projektes.

Die Absolventinnen und Absolventen der beiden Ausbildungen sind für den modernen landwirtschaftlichen Betrieb gerüstet und in der Lage, mit den Herausforderungen der Digitalisierung und der Landwirtschaft 4.0 umzugehen. Zusätzlich werden sie nach Abschluss der Ausbildung über ein großes technisches Wissen sowie Know-How im Bereich der Unternehmensgründung verfügen. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich daher nicht nur in landwirtschaftlichen Bereichen, sondern auch in den Sektoren Maschinenbau und Mechatronik.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Büro LR Gruber
Redaktion: Wedenigg/Rauber
Fotohinweis: LPD Kärnten/Just