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Bestattungsgesetz: Notärzte werden keine Totenbeschauer

16.01.2019
LHStv.in Beate Prettner: Notärzte werden auch künftig ausschließlich zu Einsätzen gerufen, bei denen es um Notfälle geht - Boykottandrohungen seien pietätlose Grenzüberschreitung


Klagenfurt (LPD). "Im neuen Bestattungsgesetz, das sich derzeit in Begutachtung befindet, ist in keiner Weise die Rede davon, dass künftig Notärzte die Totenbeschau vorzunehmen haben. Im Gegenteil: Für Notärzte wird sich nichts ändern. Sie werden weiterhin ausschließlich zu Einsätzen gerufen, bei denen es um Notfälle geht", stellt heute, Mittwoch, die zuständige Referentin LHStv.in Beate Prettner klar. Einzig und alleine für den Fall, dass der Patient während eines Notarzteinsatzes verstirbt, sei vorgesehen, dass der Notarzt den Tod bestätigt. "Damit könnte künftig die Lage der Leiche verändert werden, sprich der Tote auf einen anderen, würdevollen Platz gebracht werden, bis in der Folge der Totenbeschauarzt die tatsächliche Totenbeschau durchführt", erklärt Prettner.

Nach derzeitiger Gesetzeslage darf der Leichnam nicht verlegt werden. "Das führt oft zu Situationen, die alles andere als würdevoll sind. Beispielsweise wenn ein Mensch auf der Straße oder am Gehsteig verstirbt."

Der Gesundheitsreferentin geht es bei der Novellierung des Bestattungsgesetzes - die Totenbeschau ist ein Punkt davon - "vor allem um eine Vereinfachung der Praxis." Dezidiert stellt sie fest, dass für Notärzte kein zusätzlicher Aufwand entstehen werde. "Ich lasse gerade prüfen, ob das Protokoll, das Notärzte schon jetzt ausfüllen müssen, für die Bestätigung des Todes ausreichend sein wird. In diesem Fall würde der Mehraufwand für den Notarzt exakt null betragen", betont Prettner.

Den von Notärzten und Totenbeschauärzten angedrohten Boykott weist Prettner scharf zurück. "Das wäre eine pietätlose Grenzüberschreitung. Ich gehe allerdings davon aus, dass es sich dabei um Einzelmeinungen handelt - und dass die Mehrheit der Ärzte in ihrer ethisch-moralischen Grundhaltung sehr wohl auch weiterhin den Menschen den letzten Dienst erweisen werden."


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Rauber