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Gute Luft zum Atmen: "Belastete Gebiete" in Kärnten massiv reduziert

22.01.2019
Umwelt-Landesrätin Sara Schaar berichtet über Rückgang bei Feinstaub und Stickoxiden - Klagenfurter Becken und Lavanttal zählen nicht mehr zu den "belasteten Gebieten" - Maßnahmenpakete greifen


Klagenfurt (LPD). Während in einigen europäischen Ländern aktuell heftig über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten diskutiert wird, gibt es von der Luftgütesituation in Kärnten Positives zu berichten. "Die umfangreichen Maßnahmen der vergangenen Jahre zur Luftreinhaltung in unserem Bundesland waren erfolgreich und zeigen ihre Wirkung", berichtete heute, Dienstag, Umwelt-Landesrätin Sara Schaar im Zuge einer Pressekonferenz mit Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz in Klagenfurt.

So zählen nach einem aktuell vorliegenden Entwurf des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus das Klagenfurter Becken und das Lavanttal nicht mehr zu den sogenannten "belasteten Gebieten" in Österreich. Im vorliegenden Verordnungsentwurf über belastete Gebiete zum UVP-Gesetz ist nur noch ein Gebietsstreifen von 35 Meter entlang der Süd-Autobahn im Norden von Klagenfurt, weiterhin als "belastetes Gebiet" hinsichtlich des Luftschadstoffes Stickstoffdioxid ausgewiesen.

Der Rückgang bei Feinstaub und Stickoxiden in Kärnten unter die europäischen und österreichischen Grenzwerte ist gleich doppelt erfreulich. Mathiaschitz: "Während die Luft- und damit die Lebensqualität besser wird, fallen im Gegenzug die bisherigen Verschärfungen bei Genehmigungsverfahren im Klagenfurter Becken weg. Diese bedeuteten bisher einen Standortnachteil, z.B. für Betriebsansiedelungen, gegenüber anderen Regionen in Kärnten bzw. Österreich, die nicht als "belastete Gebiete" gelistet waren." So gelten beispielsweise bei UVP-Verfahren künftig nicht mehr die halben Schwellenwerte. Schaar: "Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes wieder Luft zum Atmen. Ein aus Sicht der Umwelt und der wirtschaftlichen Entwicklung sehr positives Ergebnis."

Noch im Jahr 2005 wurde bei Feinstaub der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ an über 80 Tagen im Jahr überschritten. Mathiaschitz: "Nun liegen wir in Klagenfurt bei knapp 20 Überschreitungstagen. Der einzuhaltende Wert in Österreich beträgt 25 Tage."

Der erfreulichen Entwicklung zur Verbesserung der Luftqualität im Klagenfurter Becken und im Lavanttal gingen jahrelange Erhebungen, Messungen und Modellierungen voraus, so Schaar. "Daraus abgeleitet wurden in weiterer Folge zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.

Für Klagenfurt gibt es ein Maßnahmenpaket mit über 20 Einzelmaßnahmen." Die Schwerpunkte in Klagenfurt liegen in den Bereichen Verkehr und Hausbrand. "Zur Verbesserung der Luftqualität haben u.a. die optimierte Straßenreinigung und der Winterdienst, die Verkehrsberuhigung der Innenstadt mit der Burggassen-Durchfahrtssperre, die Umstellung beim Fernheizkraftwerk von Schwer-Heizöl auf Erdgas, die Hausbrandreduktion durch vermehrte Fernwärmeanschlüsse, die Erneuerung der Busflotte sowie Bewusstseinsbildung beigetragen", stellte Mathiaschitz fest.

Erschwerend und eine entscheidende Rolle bei der Einhaltung der Grenzwerte im Klagenfurter Becken und im Lavanttal sind die ungünstigen, topografischen und meteorologischen Parameter, wie die Kessellagen und die zum Teil äußerst stabilen Inversionswetterlagen gerade in den Wintermonaten. "Unter diesen Gesichtspunkten müssen solche Maßnahmen gesetzt werden, damit die Grenzwerte auch bei ungünstigsten meteorologischen Verhältnissen, wie sie z.B. im Klagenfurter Becken häufig vorkommen (stabile Inversionswetterlage), eingehalten werden können", erklärte Barbara Pucker, stellvertretende Leiterin der Abteilung 8 - Umwelt, Energie und Naturschutz.

Damit die Feinstaub- und Stickoxidwerten auch zukünftig dauerhaft unter den Grenzwerten bleiben, bedarf es auch weiterhin einer konsequenten Umsetzung der eingeleiteten Luftreinhaltemaßnahmen, betonten Schaar und Mathiaschitz unisono.

Schaar: "Es ist wichtig, das Maßnahmenbündel aufrecht zu erhalten, um auch bei nachteiligen, meteorologischen Verhältnissen wie Inversionswetterlagen in der Lage zu sein, die Grenzwerte einhalten zu können." Hervorzuheben sind das Verkehrsmanagement mit einer laufenden Optimierung des öffentlichen Verkehrs und der entsprechend notwendige Straßen- und Winterdienst. "Am Energiesektor geht es um die schrittweise Reduktion des Hausbrandes durch einen konsequenten Ausbau der Fernwärme und insbesondere den Austausch von alten Heizungsanlagen und der Förderung von Alternativenergie", so Schaar.


Rückfragehinweis: Büro LR Schaar
Redaktion: Pinter/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR Schaar