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Land Kärnten startet mit FH jährlichen Hebammen-Lehrgang

25.01.2019
LH Kaiser und LHStv.in Prettner: Drei-Jahre-Intervall wird auf jährlichen Ausbildungsstart umgestellt - treten so prognostiziertem Hebammenmangel vorausschauend entgegen


Klagenfurt (LPD). Kärnten verfügt aktuell über 162 Hebammen, mehr als ein Drittel, nämlich 39 Prozent, sind älter als 50 Jahre. "Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren eine markante Pensionierungswelle ins Rollen kommt. Alleine im Klinikum Klagenfurt mit der größten Geburtenstation des Landes werden in den nächsten zehn Jahren 15 der 44 angestellten Hebammen ihre Pension antreten. In Villach sind es sogar 16 von 26 Hebammen", informiert Christina Kulle, Leiterin des Kärntner Hebammengremiums. Es ist dies eine Analyse, die das Land Kärnten zur umgehenden Reaktion veranlasst hat: "Gesundheitsabteilung und Bildungsabteilung haben beschlossen, den bis dato alle drei Jahre startenden Hebammen-Lehrgang an der FH Kärnten nunmehr jedes Jahr anzubieten", geben heute, Freitag, Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner bekannt. "Wir ziehen das jährliche Angebot so lange durch, bis der Bedarf abgedeckt und gesichert ist", so Kaiser.

22 Studienplätze stehen pro Jahrgang zur Verfügung. Der aktuelle Jahrgang beendet das Studium im September 2019. Die neue Ausbildung startet im Oktober 2019. Der nachfolgende Ausbildungslehrgang wird dann nicht erst im Oktober 2022, sondern schon im Oktober 2020 angeboten.

Wie Prettner betont, seien im Hebammenwesen verstärkt zwei Trends zu beobachten: Zum einen eine erhöhte Inanspruchnahme von Teilzeitarbeit, zum anderen ein größer werdendes Betreuungsspektrum. "Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Frauen in höherem Alter Mutter werden, nehmen die Betreuungs- und Beratungsdienstleistungen zu. Ob Schwangerenbetreuung, Geburtsvorbereitungskurse, Stillberatungen oder Mutter-Kind-Pass Beratungsgespräche - der Arbeitsbereich von Hebammen wird kontinuierlich umfassender", sagt Prettner.

Erleichtert über die nunmehr jährlichen Ausbildungslehrgänge zeigt sich Birgit Münzer, Studiengangsleiterin Hebammen an der FH Kärnten: "Die Finanzierung von zusätzlichen Studienplätzen durch das Land Kärnten freut mich sehr. Indem wir mehr Studierende auf dem Weg zu ihrer Berufung begleiten und vorbereiten, kommen wir unserer Verantwortung vorausschauend nach. So können wir dem Hebammenmangel rasch und früh genug entgegenwirken."



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm

Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner