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Ärztemangel: Mediziner nicht wie eine Zitrone auspressen

28.01.2019
LHStv.in Prettner fordert Ende der Zugangsbeschränkungen - In jedem anderen Bereich würde drohendem Nachwuchsmangel mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen gegengesteuert


Klagenfurt (LPD). "Es gibt nur eine einzige langfristig wirksame Maßnahme, um dem prognostizierten Ärzteengpass gegenzusteuern - und diese Maßnahme heißt Lockerung bzw. ein Ende der Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium", appelliert Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner für das Aussetzen der Studien-Hürde. "Überall da, wo aufgrund von Pensionierungswellen ein Nachwuchsmangel droht, werden die Aufnahmehürden gelockert oder mehr Ausbildungslehrgänge angeboten", sagt sie.

Als Beispiel führt die Gesundheitsreferentin die Hebammenschule in Kärnten an: "Berechnungen haben ergeben, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren eine Pensionierungswelle ins Rollen kommt. Das Land Kärnten hat daher umgehend reagiert: Der bis dato alle drei Jahre beginnende Ausbildungslehrgang wird ab sofort jährlich gestartet", sagt Prettner. Ebenso verhalte es sich bei den Pflegekräften: "Wir benötigen mehr Pflegekräfte, ergo bieten wir zusätzliche Lehrgänge und sogar Sonderausbildungen an", erklärt Prettner. Ähnlich würde die Exekutive vorgehen: "Österreich benötigt mehr Polizisten, also werden mehr Polizeischüler ausgebildet." Sie fragt sich, weshalb diese "Logik" im Fall der Medizinerproblematik ausbleibe. "Es kann doch nicht sein, dass wir die Ärzte künftig arbeitsmäßig wie eine Zitrone auspressen müssen - das steigende Arbeitspensum wird kein Geld aufwiegen können."

Rund 60 Prozent aller Medizin-Absolventen werden laut österreichischer Ärztekammer nicht als Ärzte in Österreich tätig. Im Umkehrschluss bedeute das: "Nur knapp 40 Prozent der Medizinstudenten stehen dem heimischen Gesundheitswesen tatsächlich einmal als Arzt zur Verfügung", betont Prettner. Sie fordert vom zuständigen Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann "ein umgehendes Umdenken und ein Ende der Zugangsbeschränkungen an den Med-Unis." Die Bundesregierung könne nicht kurzsichtig bei den Ausbildungskosten sparen und damit nachhaltig die Gesundheitsversorgung gefährden. "Wir müssen das Übel bei der Wurzel bekämpfen und nicht bei der Auswirkung", ist Prettner überzeugt - und sie fügt hinzu: "Schließlich hat das ganze Dilemma mit Einführung der Aufnahmebegrenzungen begonnen."


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Sternig